Die Audi RS 3 Limousine ist 2000 Euro teurer als der Sportback

Es hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert, jetzt ist es endlich so weit: Mehr als ein Jahr nach dem A3 zeigt Audi endlich den neuen RS 3. Das Wichtigste war bereits klar: Unter der Haube bleibt es beim Fünfzylinder, der nur beim Drehmoment zulegt. An den 400 PS hat Audi nicht geschraubt. Ab jetzt geht übrigens alles ganz schnell: Mitte August 2021 nimmt Audi die ersten Bestellungen entgegen, Marktstart ist im Herbst. Auch die Preise sind schon raus, für den RS 3 Sportback starten sie bei 60.000 Euro, die Limousine gibt es ab 62.000 Euro.
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Optionale Matrix-LED-Leuchten mit besonderer Coming-Home-Grafik

Das Design des neuen RS 3 ist deutlich böser als beim Vorgänger. An der Front ist das vor allem der Verdienst der neuen schwarzen Maske, die die Scheinwerfer und den nun größeren und eckigeren Singleframe miteinander verbindet. Eine Etage tiefer sehen wir eine neue Schürze mit gewachsenen seitlichen Lufteinlässen. Beide werden von einem neu gestalteten, recht grobmaschigen Gitter verschlossen. Die flachen Scheinwerfer kennen wir schon vom A3. Sie sind serienmäßig mit LED-Technik und dynamischem Blinker ausgestattet. Gegen Aufpreis gibt es Matrix-LED-Technik mit besonderer Coming-Home-Grafik: Die LEDs im viereckig nach unten reichenden Teil der Lichtsignatur bilden dann links eine Zielflagge, rechts erscheinen nacheinander die Zeichen R-S-3. Beim Fahren ist die Zielflagge auf beiden Seiten zu finden.

Neuer Lufteinlass hinter den vorderen Radhäusern

Im Profil trimmt ein neuer Lufteinlass hinter den ausgestellten vorderen Radhäusern den Kompakten noch mehr auf Sport, dieses Design kommt auch beim elektrischen e-tron GT zum Einsatz. Die Spur wurde um 33 Millimeter verbreitert. Hinter den 19 Zoll großen Gussrädern blitzt auf Wunsch die neue Keramikbremse mit Sätteln in Grau, Rot oder Blau hervor. Serienmäßig gibt es eine neu entwickelte Stahlbremse mit schwarzen oder roten Bremssätteln.
Audi RS3 Sportback
Kein Blender: Der Audi RS 3 hat selbstverständlich echte Endrohre in der Heckschürze.

Kommen wir zum Heck. Die veränderte Form der LED-Rücklichter kennen wir schon vom A3, neu ist das schwarze Element unter der Kofferraumklappe. Hier wird das Wabengitter der Front dekorativ wieder aufgenommen. Positiver Nebeneffekt: die Parksensoren fallen dadurch kaum mehr auf. Den Abschluss am Hinterteil bilden zwei ovale Endrohre, je eins pro Seite, und ein neu gestalteter Diffusor. Bei den Zierteilen macht Audi es übrigens auch beim Neuen genau andersherum als die Konkurrenz: Ab Werk ist alles geschwärzt, wer Aluminiumoptik möchte, muss Aufpreis zahlen.

Audi RS 3 zum ersten Mal mit Head-up-Display

AUTO BILD hat bereits die Sitzprobe im neuen Audi RS 3 gemacht. Grundsätzlich kennen wir auch den Innenraum schon vom Audi A3 – die größte Änderung ist, dass der 10,1 Zoll große Zentralbildschirm nicht mehr aufgesetzt ist, sondern seinen Platz nun im Armaturenbrett findet. Hier kann man sich neben den üblichen Infotainment-Funktionen wie dem Navi oder der Smartphone-Integration auch spezielle Parameter wie die Temperatur des Kühlwassers oder des Motor- und Getriebeöls anzeigen lassen. Nach wie vor gibt es ein 12,3 Zoll großes digitales Cockpit mit speziellen Anzeigen für alle Infos, die man in einem sportlichen Kompakten braucht: G-Kräfte, Rundenzeiten, Beschleunigung von null auf 100 und auf 200 km/h, Zeit für die Viertel- oder Achtelmeile. Mit der dritten Generation gibt es außerdem zum ersten Mal ein Head-up-Display.
Audi RS3 Sportback
Wie im Audi RS 6 gibt es auch im RS 3 gegen Aufpreis eine Grafik, die den Drehzahlmesser im sogenannten "Runway-Design" (als liegende Säule) zeigt.

Für sportliches Feeling im Innenraum braucht es natürlich mehr als nur ein paar spezielle Anzeigen. Die Instrumententafel besteht aus Carbon, Fahrer und Beifahrer sitzen auf RS-Sportsitzen mit gutem Seitenhalt. Das Sportlenkrad mit 12-Uhr-Markierung liegt gut in der Hand; es ist unten abgeflacht, trägt neue Schaltpaddles und ist mit einer neuen "RS Mode"-Taste (für die speziellen RS Fahrmodi) auf der rechten Speiche ausgestattet.

"RS Designpaket plus" schärft die Optik des Audi RS 3 noch weiter

Unser Fotofahrzeug macht mit dem RS Designpaket plus im Innenraum besonders viel her: Gurtränder, Sitzschultern und der Steg in den Luftauslässen sind in sportlichem Rot gehalten, zusätzlich gibt es rote Ziernähte. Statt in Rot gibt es diese Elemente jetzt auf Wunsch auch in Grün. Mit diesen Akzenten sollte dann auch dem Letzten auf den ersten Blick klar sein, dass wir es hier mit dem schärfsten A3 zu tun haben. Einen starken Kontrast bietet übrigens die Rückbank. Während man vorn direkt vom Ambiente gepackt wird und am liebsten sofort auf die Rennstrecke will, sind die Sitze und auch die Platzverhältnisse eine Reihe dahinter überaus komfortabel.
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Der RS 3 bekommt als erster Audi einen Driftmodus

Im RS 3 gibt es eine Premiere: Er ist der erste Sport-Audi mit dem sogenannten Torque Splittering. Das Hinterachsgetriebe kennen wir schon aus VW Golf 8 R und Tiguan R. Es verteilt die Kraft der Hinterachse einzeln zwischen den beiden Hinterrädern – das können bis zu 1750 Nm pro Rad sein. Mit der Technik sollen nicht nur Unter- und Übersteuern passé sein; sie ist auch die perfekte Voraussetzung für einen eigenen Driftmodus, der sich hinter dem neuen Fahrmodus "RS Torque Rear" versteckt. Bei der ersten Mitfahrt im Prototyp fuhr das Auto beinahe mühelos quer. Das zweite neue Fahrprogramm heißt "RS Performance Mode" und wurde speziell für die Rennstrecke entwickelt. Ebenfalls serienmäßig an Bord: Das RS Sportfahrwerk (legt den Kompakten ganze 25 Millimeter tiefer als den A3), die speziell abgestimmte Progressivlenkung und ein Klappenauspuff für den optimalen Sound, der sich jetzt an den Fahrmodus anpasst. Die RS Sportabgasanlage ist optional, genau wie die Semi-Slicks, die es jetzt zum ersten Mal für den RS 3 gibt.
Audi RS3 Limousine
Das Dach der Limousine lässt sich auf Wunsch in schwarzem Kontrastlack ordern. Die Grundfarbe "Kyalamigrün" gibt es nur für den RS.

Der Fünfzylinder des Audi RS 3 bekommt etwas mehr Drehmoment

Und nun zum Motor. Es bleibt beim Fünfzylinder, dem 2,5-Liter-TFSI. Der Antrieb wurde allerdings modifiziert, sodass er 20 Nm mehr Drehmoment produziert, insgesamt also 500 Nm. Die 400 PS, die auch schon der Vorgänger hatte, stehen früher und länger bereit. Das Schalten übernimmt wieder ein Siebengang-DSG, als waschechter Audi ist und bleibt der sportlichste A3 natürlich ein quattro. Wegen des Drehmoment-Zuwachses sprintet der RS 3 jetzt drei Zehntel schneller von null auf 100 km/h: in 3,8 Sekunden. Bei der Höchstgeschwindigkeit gibt es drei Varianten. Grundsätzlich ist der RS 3 bei 250 km/h abgeregelt, optional lässt sich der Topspeed auf 280 km/h erhöhen. So weit, so bekannt. Die Neuerung hier: In Verbindung mit der optionalen Keramikbremse lässt sich die Vmax noch weiter erhöhen, und zwar auf 290 km/h.

Fazit

Mit der neuen Generation wird aus dem Wolf im Schafspelz ein Wolf im Wolfspelz. Die aggressivere Optik steht dem RS 3 gut, technisch hat Audi ihn noch weiter auf Fahrspaß ausgelegt. Das Tüpfelchen auf dem i wären natürlich noch ein paar Zusatz-PS gewesen – aber man kann nicht alles haben.