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Bilanz des Blitzmarathon 2018: Jagd auf Raser

So schnell waren die Temposünder

Beim Blitzmarathon 2018 jagte die Polizei Raser in acht Bundesländern und klärte auf über die Folgen zu hoher Geschwindigkeit. Die Bilanz des Speedmarathons 2018!

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Tempokontrollen sind ...
(dpa/cj) Die Polizei hat noch viel Aufklärungsarbeit in Sachen zu schnelles Fahren zu leisten. Denn trotz der angekündigten Aktion nehmen die Raser in Deutschland den Fuß nicht vom Gas. Das zeigt die Bilanz des Blitzmarathons 2018. In acht Bundesländern gingen die Ordnungshüter am 18. und 19. April bis zu 24 Stunden lang auf die Jagd – mit teils erschreckendem Erfolg. Insgesamt wurden rund 37.500 Sünder erwischt, obgleich die Aktion vielerorts angekündigt worden war. Mit bis zur dreifacher Geschwindigkeit waren Autofahrer unterwegs, auch in Gefahrenbereichen wie vor Kitas oder Altenheimen gab es teilweise erhebliche Verstöße. Der Speedmarathon war ein europaweiter Verkehrsaktionstag des Tispol (European Traffic Police Network). Die Bilanz der Bundesländer:

Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland

In Hessen maßen 700 Beamte von 6 bis 22 Uhr die Geschwindigkeit von 245.000 Fahrzeugen, davon waren rund 11.000 zu schnell. 43 Raser müssen mindestens vier Wochen auf ihren Führerschein verzichten. Auf der B 44 in Südhessen war ein Fahrer mit 189 km/h unterwegs, die bundesweit bekannte Blitzanlage am "Elzer Berg" auf der A3 in Westhessen erwischte einen Pkw im Tempo-100-Bereich mit 176 km/h. Unrühmlicher Spitzenreiter war ein Raser auf der A661 bei Egelsbach, der mit 150 km/h mehr als doppelt so schnell wie erlaubt (70 km/h) war. (Hier waren die mehr als 300 Messstellen in Hessen).
In Rheinland-Pfalz blitzte es beim Speedmarathon 2343 Mal. Rund 96 Prozent der überprüften Fahrer (insgesamt 61.600) hielten sich laut Innenministerium ans Tempolimit. Die krassesten Verstöße wurden ebensowenig mitgeteilt wie im Vorfeld die Kontrollstationen. Im benachbarten Saarland erwischte die Polizei 2222 Fahrer mit Bleifuß, 37.000 wurden insgesamt gemessen. Besonders eilig hatte es ein Fahrer nahe Losheim (Kreis Merzig-Wadern), der im Bereich Tempo 70 mehr als die doppelte Geschwindigkeit drauf hatte. (An diesen 23 Stellen wurde im Saarland gemessen; PDF-Download).

Brandenburg und Thüringen

Auf der Pirsch: Acht Bundesländer beteiligten sich 2018 an der Jagd auf Raser und der Aufklärungsaktion.

Die Polizei in Brandenburg schnappte beim Blitzmarathon 6991 Temposünder, in etwa so viele wie im Vorjahr (7015). Gut 320 Beamte kontrollierten mehr als 185.000 Autofahrer, die mehr als 130 Kontrollstellen wurden diesmal nicht vorab bekannt gegeben. Trauriger Spitzenreiter war ein Autofahrer in der Dauerbaustelle der A10 am Autobahndreieck Nuthetal mit 157 statt der erlaubten 60 Stundenkilometer. In Lenzen (Prignitz) wurde ein Raser in der Nähe einer Schule und einer Kita mit 61 statt der erlaubten 30 km/h erwischt.
In Thüringen passierten in 24 Stunden genau 70.031 Fahrzeuge die mobilen Kontrollstellen und 65.000 Fahrzeuge die stationären Blitzanlagen. 2427 Tempoverstöße wurden registriert, es gab fünf Fahrverbote. Unrühmlicher Höhepunkt: Ein Pick-up, der auf der A9 (Höhe Parkplatz Himmelsteiche) bei erlaubten 60 km/h mit 143 km/h gemessen wurde. (An diesen Orten wurde in Thüringen gemessen; PDF-Download).

Hamburg, Sachsen-Anhalt und Bayern

Die Hamburger Polizei stellte 2288 Geschwindigkeitsverstöße fest. Spitzenreiter war ein 37-Jähriger, der auf einem Autobahnzubringer statt der erlaubten 40 Kilometer pro Stunde mit 124 Sachen unterwegs war. In Sachsen-Anhalt waren beim Blitzmarathon von rund 80.000 gemessenen Fahrzeugen rund 1800 zu schnell – eines in Schönebeck mit 104 km/h sogar doppelt so schnell wie erlaubt. Außerhalb der Ortschaft wurde ein Autofahrer auf der Bundesstraße B6 bei Ilberstedt (Salzlandkreis) mit 160 km/h erwischt. (An diesen 236 Orten wurde in Sachsen-Anhalt geblitzt; PDF-Download).
In Bayern gingen innerhalb von 24 Stunden insgesamt 8466 Temposünder ins Netz. Ein 35-jähriger Pkw-Fahrer war in Niederbayern auf der B20 bei Pilsting mit 189 Stundenkilometern anstatt der erlaubten 100 unterwegs. Ihn erwarten drei Monate Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg und 1200 Euro Geldbuße. (Hier eine Übersicht der bayerischen Messstellen; PDF-Download).

Teilweise direkte Ansprache an Autofahrer

Viele Autofahrer wurden von den Beamten direkt vor Ort auf ihr Fehlverhalten angesprochen.

Mit der Aktion wollte die Polizei vor allem auf die Gefahren zu schnellen Fahrens hinweisen. An manchen Kontrollstationen wurden Raser direkt auf ihr Fehlverhalten angesprochen. Überhöhte Geschwindigkeit ist mit deutlichem Abstand Hauptunfallursache bei Unfällen mit Getöteten und Schwerverletzten. Geblitzt wurde nach Angaben der Polizei mit mobiler Technik, aus Zivilfahrzeugen heraus oder mit Geräten, die auch zu schnelle Motorradfahrer registrieren können. Die übrigen Bundesländer verzichteten auf eine Teilnahme am Speedmarathon, teils aus Personalmangel, teils wegen ihrer Ansicht nach mangelnder Effizienz.

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