Bio-Reiniger fürs Fahrrad im Test

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Testsieger
Dr. Wack F100 Bio-Fahrradreiniger
gut (44/50 Punkte)
2.
Bio-Chem Fahrrad-Reiniger
befriedigend (34/50 Punkte)
2.
Antidot Bike Reiniger
befriedigend (34/50 Punkte)
2.
Wash'n Roll Bio-Fahrradreiniger
befriedigend (34/50 Punkte)
5.
Brunox Bike Washer
ausreichend (29/50 Punkte)
6.
Motorex Bike Clean
ausreichend (27/50 Punkte)
7.
Atlantic Bio Bike Reiniger
mangelhaft (23/50 Punkte)
8.
Neatflow Beech Bike Cleaner
mangelhaft (22/50 Punkte)
9.
Pedros Green Fizz
mangelhaft (18/50 Punkte)
Biologisch-abbaubar, aus nachwachsenden Rohstoffen, pflanzenbasiert, ohne Lösungsmittel, sogar vegan und ohne Tierversuche: Bio-Fahrradreiniger werben mitunter mit zahlreichen Versprechen, was Herkunft der Zutaten und Produktion der Behälter angeht. Gar nicht so leicht, da den Durchblick zu behalten. BIKE BILD hat anhand von neun Produkten getestet, wie gut Bio-Reiniger in der Anwendung sind und was vom Etikett "Bio" zu halten ist.

Sieger des BIKE BILD-Bioreiniger-Tests: Dr. Wack F100 Bio-Fahrradreiniger

Dr. Wack F100 Bio-Fahrradreiniger
F100 Bio-Fahrradreiniger
Dr. Wack
F100 Bio-Fahrradreiniger

gut (44/50 Punkte)

  • starke Reinigungsleistung
  • gute Materialverträglichkeit
  • sehr ergiebig
Preis 17,99 €

Seit kurzer Zeit hat Dr. Wack auch eine Biovariante seines F100-Fahrradreinigers im Sortiment. Der Aufschlag überzeugt, den schwierigen Spagat aus starker Reinigungsleistung und Materialverträglichkeit kriegen die Ingolstädter am besten hin. Auch bei der Herkunft der Rohstoffe und den Verpackungsmaterialien haben sich die Entwickler von Dr. Wack viel Mühe gegeben. 
Die etwas dickflüssige Substanz ist zwar sehr ergiebig, trotzdem gehört der Bio-Fahrradreiniger zu den teuersten Produkten unseres Vergleichs – und wird trotzdem auch noch Preis-Leistungs-Sieger. Der gelb-grüne Schaum ist sehr wirkungsvoll und verdienter Testsieger. Im Test erreichte der Dr. Wack F100 Bio-Fahrradreiniger die Note "gut" – mit 44 von 50 Punkten.

So hat BIKE BILD getestet

Der wichtigste Faktor eines Fahrradreinigers, egal, ob bio oder herkömmlich, ist die Wirkung. Um die Reinigungsleistung zu ermitteln, haben wir eine Oberfläche mit Testschmutz mit dem jeweiligen Reiniger behandelt. Je nachdem, wie die angegebene Einwirkzeit laut Hersteller ist (zwischen 3 und 10 Minuten) haben wir den Reiniger arbeiten lassen und anschließend nur mit fließendem Wasser abgespült. Je sauberer die Oberfläche nach der Behandlung ist, desto höher die Punktzahl.
Labor
Um die Materialverträglichkeit zu testen, ließen wir die Chemikalien über 24 Stunden auf Lack, Aluminium und Eisen einwirken.

Die schwierigste Aufgabe der Reiniger ist, die unerwünschten Verschmutzungen zu entfernen, dabei aber keine Rückstände zu hinterlassen oder das Material gar zu beschädigen. Für die Materialverträglichkeit haben wir die Chemikalien 24 Stunden auf Lack, auf Eisen- und auf Aluminium-Teststreifen einwirken lassen. Korrosion und Beschädigungen führten je nach Ausmaß zu Punktabzug. 
Um die Nachhaltigkeit des gesamten Produkts zu bewerten, haben wir auch erfragt, wie die Verpackung hergestellt wurde und welche Rohstoffe dafür verwendet wurden. Punkte gab es für Bio-Etiketten, -Gebinde und -Sprühköpfe. Die Hersteller werben unter anderem mit Flaschen auf Basis von Zuckerrohr und Etiketten aus Recycling-Material. Darüber hinaus bewerteten wir, ob die Hersteller Nachfüllbehälter anbieten, um den einmal gekauften Sprüher immer wieder verwenden zu können.
Ganz praktisch testeten wir den Punkt Handhabung: Hierbei haben wir bewertet, wie gut die Flasche und der Sprühkopf in der Hand liegen und sich bedienen lassen. Auch das Sprühbild floss in die Bewertung ein, von schaumig-zäh bis flüssig-klar verhielten sich die Chemikalien ganz unterschiedlich auf der Testoberfläche. Wichtig im Bereich Handhabung ist auch die Ergiebigkeit eines Mittels: So kann es sein, dass das Produkt zwar teurer ist, dafür aber weniger Sprühstöße benötigt und sehr effizient reinigt.
Den Biofaktor der Produkte haben wir zuletzt auch anhand der verwendeten Rohstoffe bewertet. Nachhaltige beziehungsweise nachwachsende Rohstoffe brachten Punkte, wobei wir uns auf die Angaben der Hersteller verlassen mussten. Darüber hinaus vergaben wir Punkte für den Verzicht auf Farb- und Duftstoffe seitens der Hersteller.
Positiv ist herauszuheben, dass alle Mittel gute Anleitungen zum korrekten Gebrauch machten. Die Einwirkzeit in Minuten wurde (fast) immer genau genannt, auch weisen die Hersteller darauf hin, den Reiniger nach der Fahrradwäsche abzuspülen und nicht in der Sonne trocknen zu lassen. Den Test haben wir unter Aufsicht der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kraftfahrzeug- Sachverständiger e. V. (KÜS) durchgeführt, damit die Ergebnisse unabhängig und nachvollziehbar sind.

Die Testergebnisse im Überblick

Das Wichtigste zuerst: Die Auszeichnung "biologisch abbaubar" heißt noch nicht, dass es sich um ein nachhaltiges und umweltfreundliches Produkt handelt. Dieses Etikett ist Pflicht auf dem deutschen Markt und besagt lediglich, dass das Produkt innerhalb einer bestimmten Zeitspanne abgebaut wird.
Von "aerosolfrei" bis "vegan" ist auf den Etiketten alles dabei. Zum Ärger einiger Marktteilnehmer werben manche Hersteller mit Selbstverständlichkeiten wie eben "biologisch abbaubar" oder "frei von Tierversuchen". Etwas zugespitzt könnte man sogar damit werben, dass das Mittel auf Wasserbasis hergestellt sei – das trifft auf alle Reiniger zu. Ein einheitliches Biosiegel wie im Lebensmittelbereich fehlt jedenfalls.

Für den Biofaktor in erster Linie entscheidend sind die Rohstoffe von Mittel und Flasche. Nachwachsende, pflanzliche Rohstoffe sollten so viel wie möglich verwendet werden, wenngleich alle Laborexperten, mit denen wir gesprochen haben, noch keine Mischung gefunden haben, die komplett auf nachhaltigen Zutaten basiert.
100 Prozent bio ist noch kein Fahrradreiniger. Erschwerend kommt hinzu, dass das ganze Produkt betrachtet werden muss, inklusive Verpackung. Wir empfehlen Ihnen, auf einen Hersteller zu setzen, der den ganzen Produktzyklus im Blick hat und überdies (wie alle im Test) auf Nachfüllkanister setzt. Außerdem sollten Sie ein Produkt mit hoher Ergiebigkeit wählen, das kann auch einen höheren Kaufpreis relativieren. Wer weniger Reinigungsleistung braucht, kann seinen Reiniger problemlos mit Wasser verdünnen und so mehr aus einer Füllung herausholen.
Wie ressourcenschonend ein Mittel ist, hängt letztlich also in großem Maße von uns Kunden ab. Mit sorgsamer Anwendung, Nachfüllbehältern und Wasserverdünnung spart man Chemie. Denn egal, ob die Reinigungsmittel selbst oder der Lebenszyklus der Verpackungen – komplett nachhaltig ist noch keines der getesteten Mittel

Gibt es Unterschiede in der Anwendung?

Für den Radfahrer, der sein Bike reinigen möchte, unterscheidet sich die Anwendung eines Bioreinigers im Wesentlichen nicht von herkömmlichen Produkten. Das Gebinde besteht aus Flasche und Sprühkopf, der verschmutzte Rahmen wird mit dessen Inhalt eingesprüht, das Reinigungsmittel bekommt eine kurze Zeit zum Einwirken. Anschließend abspülen, bei starker Verschmutzung gegebenenfalls mit einem Lappen nachhelfen – fertig.

Welche Arten von Schmutz entfernen die Reiniger?

Fahrradreiniger sind grundsätzlich für Schlamm und Straßendreck an Rahmen und Anbauteilen (Räder, Schutzbleche, Lenker) ausgelegt. Für ölhaltige Verschmutzungen im Antriebsbereich (Kette, Zahnkranz) kommen die stärkeren Entfetter zum Einsatz. Wir finden, ein Fahrradreiniger gehört in jede gute Fahrradwerkstatt. Nicht nur, weil ein sauberes Rad besser aussieht, sondern auch, weil gepflegte Komponenten länger halten.

Wie oft sollte man sein Fahrrad putzen?

Gleichzeitig raten wir von wöchentlichen Schaumorgien, wie in der Werbung einiger Reiniger gezeigt, ab. Im nassen Winter sollten Vielfahrer einmal im Monat putzen, im trockenen Sommer ist es oft nicht nötig. Ausnahme sind die Mountainbiker, die ihr hochwertiges Material nach jeder Matschrunde in Schuss halten sollten.