Er ist begehrt, der BMW 5er. Überzeugendes Design, klasse Fahrwerk und wunderbare Triebwerke machen ihn zu einem der Stars nicht nur der oberen Mittelklasse. Doch der TÜV hat auch noch ein Wörtchen mitzureden. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!

BMW 5er (Typ G30, G31)

Bauzeit: seit 2017
Motoren: 184 PS (520i) bis 625 PS (M5 Competition)
Preis: ab 23.500 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2017): 5 Sterne
BMW 520i Touring
Die siebte Generation des 5er ist als Stufenhecklimousine und als Kombi erhältlich.
Das ist er: Der BMW 5er in Bestform. Ja, ein Statussymbol. Mit elegantem, unaufgeregtem Design, gediegener Einrichtung, gekonnter Fahrwerksabstimmung, hohem Fahrkomfort und jeder Menge Elektronik. Die Motoren, und zwar Benziner und Diesel, zählen ohne Zweifel zu den besten der Klasse, was wie stets in dieser Baureihe besonders für die feinsinnigen Reihensechszylinder gilt. Die sich aber leider, leider immer weiter auf dem Rückzug befinden. Vorsicht also, Freunde der gepflegten Laufkultur, ein 530i ist inzwischen ein Vierzylinder!
Hinweis
BMW 5er im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt  
Das kann er: Mühelos große Entfernungen zurücklegen und dabei viel Fahrspaß bieten. Im stilsicheren Interieur sind Fahrer und Passagiere kommod untergebracht, der Touring (G31) schluckt ordentlich Gepäck, und das iDrive-Bediensystem ist unserer Meinung nach das beste am Markt. In der großen Bandbreite der Motoren ist für jeden was dabei – vom ausreichend kräftigen und dabei wirklich sparsamen 520d bis zum kraftstrotzenden V8 mit 462 PS im M550i oder gar 600 im wilden M5. Inzwischen sind auch Hybride im Angebot.
Das macht Ärger: Für diese Preisklasse ein bisschen zu viel. Im AUTO BILD-Dauertest über 100.000 Kilometer schaffte ein 84.000 Euro teurer 540i xDrive Touring – ohne Frage eigentlich ein Traumauto – nur die Note 3. Das Lenkgetriebe musste getauscht werden, und die Vanos-Nockenwellenverstellung machte Probleme. Rückrufe gab es unter anderem wegen mangelhafter Befestigung des Fahrersitzes, fehlerhaft verschraubter Kraftstoffpumpen, mangelhaft hergestellter Ausgleichswellen und Brandgefahr im Hochvoltspeicher.

BMW 5er (Typ F10, F11)

Bauzeit: 2010 bis 2017
Motoren: 143 PS (518d) bis 600 PS (M5 "30 Jahre")
Preis: ab 11.000 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2010): 5 Sterne
BMW 520d
Der BMW 5er F10 erhielt 2013 eine Modellpflege.
Das ist er: Einer der unbestrittenen Platzhirsche in der oberen Mittelklasse. Wohlgestaltet, mit gepflegtem Ambiente, hochwertiger Materialqualität und Verarbeitung – und feiner Technik. Wozu vor allem die Reihensechszylinder, der V8 und auch die Allradlenkung (Aufpreis) zählen. Technisch und optisch ist der 5er ein enger Verwandter des 7er, bringt dessen Fahrwerk mit den Doppelquerlenkern vorn mit statt der preiswerteren MacPherson-Federbeine. 2013 gab's ein Facelift mit ein paar Designretuschen, mehr Sicherheits- Assistenten und dazu die sogenannten Lines, für die BMW jeweils fertige (meist optische) Ausstattungspakete schnürte.
Hinweis
BMW 5er im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt  
Das kann er: Status und Prestige vermitteln, kultiviert und geschmeidig fahren. Doch Vorsicht, gerade die fabelhaften Reihensechser sind beim F10 leider auf dem Rückzug. Hinter der unter BMW-Fans legendären Typbezeichnung 528i verbirgt sich seit Ende 2011 nur noch ein aufgeladener Zweiliter-Vierzylinder. Zum gleichen Zeitpunkt stellte BMW den Active Hybrid 5 mit 340 PS Systemleistung vor. Ein Erlebnis der ganz anderen Art ist immer wieder der M5, ab 2011 erstmals als Turbo, in diesem Fall dem kraftstrotzenden 4,4-Liter mit bis zu 600 PS. Umwälzungen auch bei den Dieseln: Der kultivierte Reihensechser im 525d (204 PS) wurde Ende 2011 durch einen Vierzylinder-Biturbo (218 PS) ersetzt. Zur Kraftübertragung: Weit verbreitet ist die exzellente Achtstufenautomatik von ZF. Die Sechsgangschaltung und das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe im M5 sind nur Randerscheinungen.
Das macht Ärger: Doch einiges. Ein Steuergerät der E-Feststellbremse zog Dauerstrom, saugte die Batterie leer. Ein Software-Update sorgt für Abhilfe. Rückrufe betrafen zum Beispiel die Verschraubung der variablen Ventilsteuerung Vanos an den Sechszylindern, Ölverlust am Lenkgetriebe, Montagefehler am Kettenspanner, eine Fehlfunktion der Kindersicherung und Undichtigkeiten am Abgasrückführungsmodul. Und es gab Klagen bezüglich Vibrationen der Räder – die Niederlassungen haben eine Maschine zur Prüfung des Rundlaufs.

BMW 5er (Typ E60, E61)

Bauzeit: 2003 bis 2010
Motoren: 150 PS (520d Fleet Edition) bis 507 PS (M5)
Preis: ab 2800 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2004): 4 Sterne
5er BMW 530d
Die Baureihe E60 ist die fünfte Generation des BMW 5er.
Das ist er: Eine Limousine der oberen Mittelklasse, ziemlich stattlich. Dem E60 sieht man noch die letzten Einflüsse des 2009 gegangenen und damals heftig umstrittenen Designers Chris Bangle an. Der E60 sollte in der Regel mit den kultivierten Reihensechsern gefahren werden, doch Vorsicht: Es gibt auch 520er mit nur vier Töpfen. Und egal, ob kleine Diesel oder Benziner, die sind alle etwas asthmatisch in der Leistungsentfaltung. Das gilt besonders für die PS-reduzierten Fleet/Special Editions. Grundsätzlich zu empfehlen: Der 530d mit dem wunderbaren 3,0-Liter-Reihensechszylinder. Nicht unerwähnt lassen wollen wir den tobsüchtigen V10 im M5, einfach nur großartig. 2007 gab es eine Modellpflege mit neuen Stoßfängern, Corona(!)-Tagfahrlicht, LED-Rücklicht und überarbeitetem iDrive.
Hinweis
BMW 6er im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt  
Das kann er: Dynamisch Kilometer fressen. Die Sitze sind bequem und vielfach einstellbar, der Geräuschpegel ist niedrig. Störend sind nur die erstaunlich straffe Federung und das für diese Fahrzeugklasse holzige Abrollverhalten – auch wegen der Runflat-Reifen.
Das macht Ärger: Bei den Dieselmotoren erweisen sich die Drallklappen im Ansaugtrakt als anfällig, die sich in den Sechszylindermodellen gern mal lösten und dann "geschluckt" wurden. Und die 520d ab 2007 mit dem 2,0-Liter-Diesel plagen Probleme mit der Steuerkette. Rückrufe gab es zum Beispiel wegen der Batterieabdeckung, die Kurzschlüsse auslösen konnte, wegen einer nicht abschaltenden Dieselfilterheizung, wegen eines Fehlers im Gasgenerator des Fahrerairbags, wegen der Gelenkwelle und mehr.

TÜV-Urteil

Fahrwerk
Typisch für den 5er sind die vergleichs­weise hohen Laufleistungen, daran sollte man immer denken. Der E60 hat über dem Durchschnitt liegende Probleme mit den Lenkgelenken und den Antriebswellen, bleibt sonst in diesem Kapitel aber unauf­fällig. Am F10 haben die TÜV-­Prüfer mehr zu beanstanden. Der liegt mit Mängeln an Federn und Dämpfung und ebenfalls den Antriebswellen über dem Durchschnitt. Doch beim G30 wird dann durchweg alles besser.
Licht
Hier strahlt der 5er schon heller, die Be­leuchtung von E60, F10 und G30 funktio­niert im Großen und Ganzen tadellos, nur die vorderen Scheinwerfer heben den Mängelschnitt etwas. Beim E60 liegt die Mängelquote dort erheblich über dem Durchschnitt, bei den sieben­ bis neunjäh­rigen F10 aber nicht viel weniger. Bei G30 und fünfjährigen F10 sieht es dann wieder besser aus. Überhaupt keinen Stress gibt es mit der hinteren Beleuchtung sowie den Blinkern und Warnblinkern, weder bei E60 noch F10 oder G30. (Mehr zum BMW 5er: alle Generationen, News und Videos)
Bremsen
Die Bremsen sind eine klassische BMW­-Domäne, und die 5er­-Reihe der Bayern enttäuscht auch diesmal nicht. Die TÜV­-Prüfer haben tatsächlich nicht viele Mängel gefunden – G30 und F10 erweisen sich als durchweg vorbildlich. Der E60 nicht ganz so: Das betrifft besonders die Bremsschläuche, aber auch die Mängel­rate der Feststellbremse liegt deutlich über dem Durchschnitt.
Umwelt
E60 und F10 haben ein eindeutiges Pro­blem bei der Abgasuntersuchung, beide 5er rauschen durchweg häufiger durch die AU als der Durchschnitt aller beim TÜV-geprüften Fahrzeuge. Der G30 schlägt sich deutlich besser, liegt exakt im Durchschnitt. Nur selten verursachen hingegen die Abgasanlagen Probleme, da bleiben E60, F10 und erst recht G30 oh­ne größere Beanstandungen. Ölverlust ist für G30 und F10 kein größeres Thema, wird beim E60 aber zum Schrecken, der fällt durch eine ziemlich große Neigung zum Ölverlust auf.

Fazit

Schon klar, so ein 5er wird viel und weit gefahren. Und macht dabei mit seinen wunderbaren Motoren, kluger Automatik und direkter Lenkung viel Spaß. Aber der F10 hat überdurchschnittlich viele Proble­me an Federn, Dämpfung und Antriebswel­len, fällt zu oft durch die AU. Der E60 ist eine Ölsardine. Die gute Nachricht: Mit dem G30 wird alles besser.