Reichweite, Antrieb, Preis: Allrad und rund 600 km Aktionsradius

BMW stellt sein neues Elektro-Flaggschiff vor: das SUV iX. Nach dem BMW i3 und dem iX3 ist der iX das dritte elektrisch angetriebene Modell der Münchner. Noch Ende 2021 soll das Elektro-SUV zum Einstiegspreis von 77.300 Euro auf den Markt kommen. Der Radstand des BMW iX beträgt drei Meter. 
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Das SUV ist rund fünf Meter lang, 1,70 Meter hoch und rund 2600 Kilogramm schwer. Trotzdem soll das Topmodell dank Allrad und bis zu 523 PS in weniger als fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen – und mit einer Batterieladung mehr als 600 Kilometer Reichweite schaffen (nach WLTP). Verbrauch: unter 21 kWh. Zum Marktstart soll es den iX in zwei Versionen mit Allrad geben.

Bisherige technische Daten und Preise:

BMW iX xDrive40 ● Leistung: 240 kW (326 PS)  Antrieb: Allrad  Akkukapazität: 71 kWh netto  Reichweite: 425 km (nach WLTP)  Ladeleistung: 150 kW  Verbrauch: 19,4 kWh/100 km  Preis: ab 77.300 Euro.
BMW iX xDrive50 ● Leistung: 385 kW (523 PS)  Antrieb: Allrad  Akkukapazität: 105,2 kWh netto  Reichweite: 631 km (nach WLTP)  Ladeleistung: 200 kW  Verbrauch: 19,4 kWh/100 km  Preis: ab 98.000 Euro. (Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsvergleich)

BMW iX !! SPERRFRIST 11. November 2020	14:00 Uhr !!
Trotz 2,5 Tonnen Gewicht beschleunigt der iX in weniger als fünf Sekunden auf 100 km/h.

Erste Fahrt: Der BMW iX ist ein gutes Reiseauto (Update!)

Der iX ist ein gutes Reisetrumm. Außerordentlich leise rollt er selbst bei hohem Tempo. Dabei helfen Tricks wie eine Lage Schaumstoff im Reifen-Inneren. Sehr fein und mit reichlich Reserven arbeitet die – im iX xDrive50 verbaute – Luftfederung. Den Sitzen können wir dank zarter Oberfläche und optimaler Konsistenz der Polster astreine Sesselqualitäten attestieren. Zum Fahreindruck passt die Kraftentfaltung. Die vielen Newtonmeter sind einfach immer da. Das fast 2,6 Tonnen schwere SUV beschleunigt seelenruhig, aber unerbittlich. Dazu regelt die Elektronik das Kräftespiel zwischen vorderem und hinterem Elektromotor gefühlt telepathisch – diese Art von Allradantrieb ist wohl die einzig wahre, um die 765 Newtonmeter des getesteten iX xDrive50 mit 523 PS auf die Straße zu wuchten.
BMW iX xDrive50
Der BMW hat einen bärigen Antritt, bekommt aber bei der Lenkung nicht die typischen BMW-Tugenden spendiert.
Gleichzeitig lässt sich der Wagen sanft dosieren, kriecht beim Rangieren auf Wunsch mit feinster Vorwärtsnote, rekuperiert in wählbaren Stufen und natürlich intelligent. Klasse: Aus dem Schiebebetrieb heraus geht der iX bei durchgetretenem Pedal zackig­-kantig ans Werk. Im entspannten Eco­-Modus verbraucht der iX unerwartet wenig: Verbrauchswerte knapp unterhalb von 25 kWh sind möglich. Die ganz feine BMW-­Fahrmaschine konnten wir im iX allerdings nicht entdecken. Seine Lenkung portioniert für diese Gewichtsklasse zu leichtgängig und mit zu spannungsarmer Rückstellung; außerdem muss man sich konzentrieren, das sowohl schwere als auch breite Auto auf seinen 22 Zoll großen Rädern korrekturfrei über enge Landstraßen zu bugsieren. Gleichzeitig fühlt man sich eher oben aufs Auto gesetzt statt in die Karosserie und in die Sitze gegossen.
Fazit von Jan Horn: "Souverän, schnell und komfortabel – ein erstklassiger Reisebegleiter also. Die Reichweite des iX mit seinem 105,2-kWh-Akkublock passt sogar dazu."

Motoren: BMW setzt auf neue E-Motorentechnik

Das technische Konzept hinter den E-Motoren des iX ist schon aus dem iX3 bekannt: Anstelle permanent oder hybrid erregter Synchronmotoren setzen die Münchner auf elektrisch erregte Synchronmotoren (ESM). Sie nutzen keinen Dauermagneten, sind dadurch leichter und lassen sich abhängig vom Bedarf an Vortrieb steuern. (Wie das Motorenkonzept des iX im Detail funktioniert, hat AUTO BILD hier zusammengefasst.)

Akku und laden: 120 km Reichweite in zehn Minuten tanken

Gespeichert wird der Strom beim xDrive50 in einem 105,2-kWh-Akku, der auch an Schnellladesäulen gefüllt werden kann. Dank der Ladeleistung von 200 kW soll der iX in 40 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen sein. Heißt konkret: In zehn Minuten kommen 120 Kilometer Reichweite dazu. BMW gibt an, dass diese Werte in ähnlichem Maße auch für den kleineren 70-kWh-Akku gelten sollen. Und: Einen großen Kritikpunkt an Elektroautos kann man beim iX nicht geltend machen – der Antrieb kommt ohne seltene Erden aus.

BMW iX !! SPERRFRIST 11. November 2020	14:00 Uhr !!
Minimalistische Luftausströmer, beheizbare Oberflächen: Blick in den Innenraum des BMW iX.

Design: Touch-Oberflächen aus Holz

Besonders wichtig beim Design eines Elektroautos ist die Aerodynamik. Darum hat BMW unter anderem die Außenspiegel neu designt (Kameras seien nicht durchsetzbar), spezielle Air-Performance-Räder in 21 und 22 Zoll (Hier geht's zum Ganzjahresreifen-Test 2021.) entwickelt und die Türgriffe bündig integriert. Und innen? Der erste Blick gilt dem rund 60 Zentimeter langen, frei stehenden Curved Display. Das beinhaltet einen 12,3 Zoll großen Digital-Tacho hinter dem hexagonalen Lenkrad und ein Zentraldisplay in 14,9 Zoll. Der rechte Arm des Fahrers ruht auf einer schwebenden Mittelkonsole mit Wippschalter für die Gangwahl, Touch-Controller aus Kristallglas und rundherum einer Touch-Oberfläche aus Holz. Die Sitzverstellung wandert wie bei Mercedes in die Türtafeln, die Tür öffnet man von innen per Touch-Knopf.

Neues iDrive: Erstmals im BMW iX

Mit dem iX wird auch das neue iDrive erstmals in einem BMW zu finden sein. Das System wird über das Curved-Display bedient und behält trotz erweiterter Sprachsteuerung den gewohnten iDrive-Controller. Die Bedienung soll mit dem Operating System 8.0 noch intuitiver werden. Dank 5G-Konnektivität soll das Fahrzeug blitzschnell mit seiner Umwelt agieren.

BMW iX !! SPERRFRIST 11. November 2020	14:00 Uhr !!
Hinter der vollständig geschlossenen Niere sitzen Kameratechnik, Radarfunktionen und Sensoren.

Autonomes Fahren: Der Fahrer darf die Hände vom Lenkrad nehmen

Die neue Digital Car Platform nutzt 5G und Gigabit-Ethernet. Theoretisch können alle Autoinsassen gleichzeitig 4K-Videos streamen. Das Auto vernetzt sich mit Handys, Straßen, Ampeln und anderen Autos. Es nutzt die Schwarmintelligenz aller vernetzten BMW und holt sich Updates "over the air". Der iX kann autonom bis Stufe 2+ fahren, heißt: Der Fahrer darf die Hände vom Lenkrad nehmen, aber der Blick muss stets auf die Straße gerichtet sein. Eine Kamera checkt dabei ständig die Ausrichtung der Nasenspitze (mit Maske funktioniert es nicht).