Die hervorragende Leistung beim TÜV haben die beiden Generationen des BMW X1 gemein. Ansonsten sind die Baureihen F48 und E84 aber komplett verschieden. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!

BMW X1 (Typ F48)

Bauzeit: 2015 bis heute
Motoren: 115 PS (sDrive 16d) bis 231 PS (xDrive 25i/25d)
Preis: ab 18.000 Euro
Insassensicherheit (Euro-NCAP-Crashtest 2015): 5 Sterne
BMW X1 sDrive 18d
Das ist er: Der BMW X1 (Typ F48) ist technisch identisch mit dem Kleinwagen Mini, nur größer. Heißt: Quermotor, Frontantrieb, Dreizylinder – alles, was BMW-Fahrer nicht mögen. Dafür gibt's endlich genug Platz, fast so viel wie im X3, und viele moderne Assistenten. So fährt etwa die Staufunktion des Abstandsregeltempomaten bis 65 km/h autonom. Ein Facelift 2019 brachte neue Dieselmotoren. Seit 2020 erhältlich: ein Plug-in-Hybrid.
Das kann er: Noch immer dynamisch und sicher fahren. Die stärkeren Motoren gibt es mit Allradantrieb. Echter Komfortgewinn: die Automatikgetriebe mit sechs oder acht Gängen. Wobei das kleinere 2017 durch ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ersetzt wurde. Weniger komfortabel: Dieselvibrationen bis in den Innenraum.
Das macht Ärger: Ein X1 xDrive 20i meisterte 2018 den AUTO BILD-Dauertest mit einer 1-. Jedoch häufen sich die Rückrufe: Brandgefahr wegen undichter Abgasrückführung, die Rückleuchten können sich lösen, Airbags zünden wegen falschen Treibstoffs nicht richtig oder kommen auf der Beifahrerseite nicht aus ihrem Gehäuse, sodass der Armaturenträger getauscht werden muss. Zudem kann am Doppelkupplungsgetriebe ein Stecker abfallen. Folge: Der X1 startet nicht.

BMW X1 (Typ E84)

Bauzeit: 2009 bis 2015
Motoren: 115 PS (16d) bis 258 PS (28i)
Preis: ab 7800 Euro
Insassensicherheit (Euro-NCAP-Crashtest 2012): 5 Sterne
BMW X1 X-Drive 23d
Das ist er: Ein kompakter BMW für alle, die gern etwas höher sitzen und bequemer einsteigen wollen. Vorn mit genügend Platz, hinten jedoch mit wenig Beinfreiheit, kleiner Kofferraum. Oft mit Hinterradantrieb zu finden (sDrive), seltener mit Allradantrieb (xDrive).
Das kann er: Flott über kurvige Straßen reisen. Zunächst zu hart abgestimmt, 2012 weichte BMW die starre Federung etwas auf. Antrieb? Diesel – von 115 PS bis zum doppelt aufgeladenen 25d mit 218 PS. Am besten mit Automatik, sie passt besser als die zu lang abgestuften Schaltgetriebe. Benziner? Rechnen sich kaum, zumal Diesel günstig sind wie nie.
Das macht Ärger: Kleinigkeiten – das Glasschiebedach scheppert, besonders bei Kälte; sein E-Antrieb hakt gelegentlich. Den AUTO BILD-Dauertest bestand ein X1 18d mit der Note 1–. Ein Rückruf betraf die Bremsunterdruckpumpe von Benzinern der Baujahre 2012/2013. Fällt die Pumpe aus, steigen die Pedalkräfte der Bremse stark an. Bei Dieseln mit Schaltgetriebe neigt die Kupplung zum Rupfen. Problematisch: Bei allen Selbstzündern schwächelt die Steuerkette; beim Kaltstart auf Rasseln und aufleuchtende Motorkontrolllampe achten.

TÜV-Urteil

Fahrwerk
Die Disziplin meistert der X1 ordentlich. Typische SUV-Krankheiten, wie etwa Spiel an Traggelenken und Silentlagern, treten weniger oft auf als im Schnitt. Leicht auffällig zeigen sich lediglich die Achsaufhängungen. Rost kommt bis ins hohe Alter gar nicht vor.
Licht
Bei der ersten und zweiten HU beanstanden die Prüfer öfters die Scheinwerfer, ihre Einstellung macht dagegen weniger Probleme als üblich. An Rückleuchten und Blinkern gibt es kaum etwas zu meckern.
Bremsen
Während die Wirkung der Fußbremse in Ordnung ist, wird die der Feststellbremse aller E84-Jahrgänge zu oft bemängelt. Die Bremsleitungen und -schläuche sind nahezu mängelfrei. Mit unterdurchschnittlichen Mängelquoten überzeugen auch die haltbaren Bremsscheiben.
Umwelt
Der neue F48 blamiert sich bei der Abgasuntersuchung: Mit 1,1 Prozent ist seine Durchfallquote fast dreimal höher als der Schnitt! Sein Vorgänger hat diese Schwäche nicht. In puncto Ölverlust und Auspuffanlagen schneiden beide Baureihen ordentlich ab.
Hinweis
Fehlerdiagnose und Gebrauchtwagen-Check mit der Carly-App

Fazit

Obwohl der X1 technisch vom 1er und 3er abstammt, schlägt er sich beim TÜV deutlich besser. Das liegt auch an seinen nur durchschnittlichen Laufleistungen. Käufer haben also die Wahl zwischen dem alten, echten BMW mit Heckantrieb bzw. Allrad (xDrive) oder dem neuen F48 mit der Technik des Mini. Zu empfehlen sind beide.