Cupras drittes Modell wird der vollelektrische Born
● Das Elektroauto ist der Technikbruder des VW ID.3
● Im E-Boost-Modus leistet das Topmodell des Cupra bis zu 231 PS
● Preis ab 37.220 Euro

Preis: Cupra Born minimal teurer als der VW ID.3

Mit dem Cupra Born schickt der Sportableger von Seat sein erstes Elektroauto an den Start. Die Ähnlichkeit zum VW ID.3 ist unverkennbar, dabei wirkt der Spanier aber deutlich extrovertierter und der Innenraum hochwertiger. Vom Wolfsburger stammen auch die Motoren. Dank spezieller Überholfunktion mit kurzzeitigem Boost ist er trotzdem sportlicher unterwegs. Marktstart für den Cupra Born ist ab sofort. Mit 150 kW (204 PS) und 58-kWh-Akku kostet der Cupra Born 37.220 Euro – davon geht dann aber noch die Umweltprämie ab. Zum Vergleich: Die Basisversion des VW ID.3 steht ab 35.460 Euro bei den Händlern. Dabei handelt es sich jedoch um die kleine Leistungsstufe mit 107 kW (145 PS). Mit dem Performance Upgrade auf 150 kW (204 PS) steigt der Preis des Wolfsburgers auf 36.960 Euro womit der Cupra Born gerade mal 260 Euro teurer ist als sein VW-Bruder.
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Fahren: Der Born gefällt mit Fahrspaß und dynamischem Handling

AUTO BILD ist den Cupra Born mit 204 PS und 58-kWh-Akku gefahren. Schon nach ein paar Kilometern schließen wir den sanft summenden Elektroantrieb in unser Herz. Schon jetzt überzeugt uns die saubere Abstimmung von Fahrpedal und Rekuperation, der Übergang zwischen Energierückgewinnung und Bremsen funktioniert ruckelfrei. Die Fahrstufen D und B (Letztere für stärkeres Rekuperieren) kann man angenehm leicht am Wählhebel neben dem Tacho-Display einstellen. Die Leistung von 204 PS und die 310 Nm Drehmoment reicht trotz immerhin 1736 Kilogramm Leergewicht jederzeit aus, lässt sich (typisch E-Auto) vollkommen linear und verzögerungsfrei abrufen. Dank Hinterradantrieb gibt es auch an der Traktion nichts auszusetzen, der Druckpunkt der Bremse erweist sich als gut definiert. Der Born weiß durchaus mit Fahrspaß und dynamischem Handling zu gefallen.

Die Lenkung wirkt gegenüber dem VW-Standard leicht angespitzt

Viel Feinarbeit scheint auch in die Feder-Dämpfer-Abstimmung geflossen zu sein. Beim Anfedern bleibt der Born sehr gelassen, kurze Absätze, Stöße und Fugen schluckt das Fahrwerk trotz üppiger Bereifung im Format 235/40 ZR 20 erstaunlich sauber weg. Nur lange Wellen können schon mal Unruhe ins Fahrzeug bringen und die Federn in die Progression treiben. Klar, der Born will ja schließlich sportlich rüberkommen. Dazu passt dann auch die Lenkung, die gegenüber dem VW-Standard leicht angespitzter wirkt, aus der Mitte spürbar direkter anspricht, ohne gleich nervös zu werden. In den Modi "Cupra" und "Performance" erhöhen sich die Lenkkräfte ein wenig, direkter oder präziser wird das Lenkgefühl aber nicht.
Cupra el-Born
Kurze Absätze, Stöße und Fugen schluckt das Fahrwerk sauber weg. Nur lange Wellen können schon mal Unruhe ins Fahrzeug bringen.

Technische Daten: Cupra Born Topmodell mit 231 PS

Die Technik rund um den Antrieb zeugt vom Eigensinn der Cupra-Macher. Natürlich stammen die E-Maschinen des Born aus dem VW-Baukasten. Und anders als für die Schwestermodelle gibt’s für den Spanier nicht mal Allradantrieb. Doch statt sich deshalb mit den 150 PS oder 204 PS und jeweils 310 Nm der Heckmaschine zu beschneiden, haben sie für das Top-Modell einen E-Boost programmiert. Wie in der Formel-E bekommt der Fahrer damit auf Knopfdruck einen kleinen Nachschlag spendiert. Kurzfristig steigt die Leistung so auf 231 PS und der Sprint gelingt entsprechend besser: Von null auf 50 km/h stehen dann 2,6 Sekunden im Datenblatt und Tempo 100 schafft der Born so in 6,6 statt 7,3 Sekunden. Aber selbst ohne Booster drücken die Spanier aufs Tempo. Wo VW und Audi diesseits ihrer Sportmodelle bei 160 km/h Schluss machen, wird bei Cupra nur der Basis-Born eingebremst. Alle anderen Varianten haben Auslauf bis 180 km/h. 

Reichweite: Maximal 540 Kilometern im Cupra

Den Strom liefern die Akkus im Wagenboden, die Cupra mit 45, 58 oder 77 kWh netto konfiguriert. Zum Marktstart ist der Cupra Born jedoch nur mit 58-kWh-Batterie (62 kWh brutto) zu haben, die anderen Versionen folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Weil es dabei nur für die Spitzenversion auch den großen Akku gibt, fährt der stärkste Born mit bis zu 540 WLTP-Kilometern auch am weitesten. Für die 58 kWh-Variante stellt Cupra 424 und für das Einstiegsmodell immerhin 340 Kilometer in Aussicht. Geladen wird gestaffelt je nach Batteriegröße mit 50, 100 oder 125 kW, sodass im besten Fall in sieben Minuten der Strom für 100 Kilometer fließt und ein 5-Prozent-Akku nach 35 Minuten wieder 80 Prozent zeigt.

Optik: Born ist weniger brav als die Konzerngeschwister

Der Cupra schafft das, was im VW-Konzern bislang nur die teureren Elektroautos wie Audi e-tron GT oder Porsche Taycan können. Denn anders als die braven Geschwister aus Wolfsburg, Mlada Boleslav oder Ingolstadt macht der Born aus Barcelona schon im Stand Lust darauf, endlich loszufahren. Obwohl er die Grundform des ID.3 beibehält, sieht er besser aus. Dank der ausgeformten Motorhaube, der aggressiven Lichtsignatur und dem größeren unteren Lufteinlass wirkt die Front deutlich schärfer. Das Dach ist zwei Fingerbreit niedriger als bei ID.3 und Co, die Gummis auf den bis zu 20 Zoll großen Felgen für ein E-Auto ungewöhnlich breit und die Kehrseite knackig mit durchgehendem Leuchtenband inklusive zackiger Signatur und ordentlichem Diffusor in der Schürze. Natürlich wie immer bei Cupra garniert mit kupferfarbenen Details. So beweisen die Spanier, dass nicht jedes Auto auf der MEB-Plattform aalglatt und stinklangweilig sein muss. Einzig das durchbrochene Stromlinien-Dekor auf der C-Säule erinnert übertrieben stark an den Opel Ampera-e oder den BMW i3.
CUPRA Born
Das Heck wirkt dank zackiger Lichtsignatur und Diffusor in der Schürze ziemlich sportlich.

Abmessungen: Radstand und Kofferraum wie beim ID.3

Der Born ist etwas länger und flacher als der ID.3, der Radstand und Kofferraum sind aber gleich. Die Abmessungen im Überblick:
● Länge: 4,32 Meter
● Breite: 1,81 Meter
● Höhe: 154 Meter
● Radstand: 2,77 Meter
● Kofferraum: 385 Liter

Leasing: Cupra Born zu attraktiven Konditionen

Der Cupra Born kann jetzt bestellt werden – und damit lassen auch die ersten Leasingangebote nicht auf sich warten. Auch bei sparneuwagen.de (Kooperationspartner von AUTO BILD) trudeln immer wieder Deals für den elektrischen Spanier ein. Zuletzt gab es ihn ab 299 Euro im Privatleasing. Meistens beträgt die Vertragslaufzeit 48 Monate, bei einer jährlichen Inklusivlaufleistung von 10.000 km, wobei größere Kilometerpakete meist gegen Aufpreis erhältlich sind. Wichtig zu wissen: bei E-Autos muss eine Sonderzahlung in Höhe der Umweltprämie geleistet werden. Der Betrag wird nach erfolgreicher Beantragung der Förderung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) voll erstattet; beim Born handelt es sich um 6000 Euro.

Innenraum: Vordersitze sind bequem und bieten guten Seitenhalt

Die vorderen Sitze sind im Cupra Born richtig bequem – trotz der relativ weit vorstehenden integrierten Kopfstütze. Der gute Seitenhalt lässt auch im Schulterbereich nicht nach, der große Verstellbereich, die variable Beinauflage und die tief ins Auto integrierte Sitzposition lassen fast alle Fahrertypen zufrieden schauen. Ein kleines Dreiecksfenster hinter der A-Säule verbessert die Übersicht nach vorn, der Schulterblick nach schräg hinten wird durch die massive C-Säule aber deutlich gestört. Im Fond fühlen sich große Gäste leicht eingeengt, weil zur hohen Sitzposition (sehr entspannend) eine mit 940 Millimetern eher geringe Innenhöhe kommt. Außerdem fällt die Beinauflage hier zu kurz aus.

Ausgereifte Software, aber fummelige Bedienung

Das neue Seat-Infotainment wirkt erfreulich ausgereift und durchdacht. Es funktioniert gefühlt deutlich flüssiger als die Software im ID.3, die Sprachsteuerung lässt sich mit dem Wort "Hola" aktivieren und zeigt sich durchaus verständig. Das kleine Fahrerdisplay liegt dabei gut im Sichtfeld und lässt sich annähernd perfekt ablesen, an der Qualität der Grafiken gibt’s wenig zu meckern. Das gilt auch für die Darstellung auf dem gut erreichbaren Zentral-Display. Mit der Bedienung über das Touchdisplay werden wir aber nicht so richtig warm, empfinden sie als ziemlich fummelig und die Slider an Lenkrad und Mittelkonsole überzeugen ebenfalls nicht 100-prozentig – das kennen wir ja von diversen VW-Fahrzeugen. Ganz anders das neue und erstaunlich große Head-up-Display mit Augmented Reality – da gibt’s nix zu meckern.
Cupra el-Born
Die Farbwahl im Innenraum ist klassischer und sportlicher als bei den Elektro-VW, deren Cockpit der Born nahezu übernimmt.

Nur auf den ersten Blick wertiger als der ID.3

Auf den ersten Blick erscheint der Born dann auch feiner eingerichtet als sein Kollege von VW, die Oberflächen fühlen sich durchaus wertig an. Beim Blick hinter die Kulissen, also auf die nicht im direkten Sicht- und Griffbereich liegenden Elemente, relativiert sich dieser Eindruck aber. Auch bei den Spaltmaßen an der Karosserie und der Passqualität der Anbauteile bleibt noch Luft nach oben.

Fazit

Keine Frage, der Cupra Born fällt vor allem durch sein wirklich gelungenes Design auf. Nach der ersten Fahrt können wir ihm bescheinigen, dass auch die inneren Werte stimmen. Dieser Spanier wird den ID.3 ganz schön ärgern.