Cupra Born dürfte teurer als sein VW-Bruder werden

Mit dem Cupra Born schickt der Sportableger von Seat sein erstes Elektroauto an den Start. Die Ähnlichkeit zum VW ID.3 ist unverkennbar, dabei wirkt der Spanier aber deutlich extrovertierter und der Innenraum hochwertiger. Vom Wolfsburger stammen auch die Motoren. Dank spezieller Überholfunktion mit kurzzeitigem Boost ist er trotzdem sportlicher unterwegs. Marktstart für den Cupra Born soll im September 2021 sein, Preise gibt es noch nicht. AUTO BILD geht davon aus, dass es nicht unter 35.000 Euro losgeht – davon geht dann aber noch die Umweltprämie ab. Der Cupra wäre somit gut 3000 Euro teurer als der ID.3.
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Weniger brav als die Konzerngeschwister

Der Cupra schafft das, was im VW-Konzern bislang nur die teureren Elektroautos wie Audi e-tron GT oder Porsche Taycan können. Denn anders als die braven Geschwister aus Wolfsburg, Mlada Boleslav oder Ingolstadt macht der Born aus Barcelona schon im Stand Lust darauf, endlich loszufahren. Obwohl er die Grundform des ID.3 beibehält, sieht er besser aus. Dank der ausgeformten Motorhaube, der aggressiven Lichtsignatur und dem größeren unteren Lufteinlass wirkt die Front deutlich schärfer. Das Dach ist zwei Fingerbreit niedriger als bei ID.3 und Co, die Gummis auf den bis zu 20 Zoll großen Felgen für ein E-Auto ungewöhnlich breit und die Kehrseite knackig mit durchgehendem Leuchtenband inklusive zackiger Signatur und ordentlichem Diffusor in der Schürze. Natürlich wie immer bei Cupra garniert mit kupferfarbenen Details. So beweisen die Spanier, dass nicht jedes Auto auf der MEB-Plattform aalglatt und stinklangweilig sein muss. Einzig das durchbrochene Stromlinien-Dekor auf der C-Säule erinnert übertrieben stark an den Opel Ampera-e oder den BMW i3.
CUPRA Born
Das Heck wirkt dank zackiger Lichtsignatur und Diffusor in der Schürze ziemlich sportlich.

Radstand und Kofferraum wie beim ID.3

Der Born ist etwas länger und flacher als der ID.3, der Radstand und Kofferaum sind aber gleich. Die ersten Abmessungen im Überblick:
● Länge: 4,32 Meter
● Radstand: 2,77 Meter
● Kofferraum: 385 Liter

Nachhaltige Materialien im Innenraum

AUTO BILD hat bereits die Sitzprobe gemacht. Wer zum ersten Mal im neuen Cupra Born Platz nimmt, der fühlt förmlich, wie ihn die Sitze in die Zange nehmen, wie tief der Himmel hängt und wie sich der ganze Wagen um ihn zusammen zu ziehen scheint. Wo andere Elektroautos aus dem VW-Konzern auf ein luftiges Raumgefühl setzen, gehen die Spanier einen anderen Weg und schüren allein damit schon ein engeres Band zwischen Mensch und Maschine. Und auch die hohe Mittelkonsole zwischen den Vordersitzen folgt diesem Zweck. Im Innenraum setzt Cupra auf besonders nachhaltige Materialien, die allesamt edler aussehen als im ID.3. So sind zum Beispiel die Sitzbezüge aus geschreddertem Plastikmüll oder es gibt ein Art Alcantara, aber eben kein Leder.
CUPRA Born
Die Farbwahl im Innenraum ist klassicher und sportlicher als bei den Elektro-VW, deren Cockpit der Born nahezu übernimmt.


Cockpit-Aufbau gleicht fast komplett der ID-Flotte

Aus der Fahrerperspektive sticht neben dem Head-Up-Display, das wie bei ID.4 oder Q4 e-tron mit Augmented-Reality-Einblendungen arbeitet, ein Cockpit ins Auge, das den VW-Modellen nahe ist. Denn wie die ID-Flotte hat auch der Born den Wählhebel am kleinen Display hinter dem Lenkrad angeschlagen und hier wie dort gibt’s reichlich Slider und Sensorfelder statt konventioneller Schalter. Auch das Lenkrad sieht verdächtig nach VW aus, birgt aber eine Besonderheit: So, wie bei den anderen Cupra-Modellen gibt’s unter den beiden Querspeichen noch zwei Zusatztaster, mit denen man links den Fahrmodus ändert und rechts den E-Boost aktiviert.

E-Boost steigert die Leistung im Top-Modell auf 231 PS

Die Technik rund um den Antrieb zeugt vom Eigensinn der Cupra-Macher. Natürlich stammen die E-Maschinen des Born aus dem VW-Baukasten. Und anders als für die Schwestermodelle gibt’s für den Spanier nicht mal Allradantrieb. Doch statt sich deshalb mit den 150 PS oder 204 PS und jeweils 310 Nm der Heckmaschine zu bescheiden, haben sie für das Top-Modell einen E-Boost programmiert.  Wie in der Formel-E bekommt der Fahrer damit auf Knopfdruck einen kleinen Nachschlag spendiert. Kurzfristig steigt die Leistung so auf 231 PS und der Sprint gelingt entsprechend besser: Von null auf 50 km/h stehen dann 2,6 Sekunden im Datenblatt und Tempo 100 schafft der Born so in 6,6 statt 7,3 Sekunden. Aber selbst ohne Booster drücken die Spanier aufs Tempo. Wo VW und Audi diesseits ihrer Sportmodelle bei 160 km/h Schluss machen, wird bei Cupra nur der Basis-Born eingebremst. Alle anderen Varianten haben Auslauf bis 180 km/h.

Maximal-Reichweite liegt bei 540 Kilometern

Den Strom liefern die Akkus im Wagenboden, die Cupra mit 45, 58 oder 77 kWh konfiguriert. Weil es dabei nur für die Spitzenversion auch den großen Akku gibt, fährt der stärkste Born mit bis zu 540 WLTP-Kilometern auch am weitesten. Für die 58 kWh-Variante stellt Cupra 420 und für das Einstiegsmodell immerhin 340 Kilometer in Aussicht. Geladen wird gestaffelt je nach Batteriegröße mit 50, 100 oder 125 kW, so dass im besten Fall in sieben Minuten der Strom für 100 Kilometer fließt und ein 5-Prozent-Akku nach 35 Minuten wieder 80 Prozent zeigt.

Von

Timo Gohler