Das Angebot an Dachzelten für Pkw ist riesengroß. Für den Test hat der ADAC sieben Dachzelte aus einem Preisfeld zwischen 1850 und 3400 Euro ausgewählt. Bei allen getesteten Modellen handelt es sich um Dachzelte ohne Hartschale, die seitlich über das Autodach hinaus aufgeklappt und dabei mit einer Leiter abgestützt werden.

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Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
Thule Tepui Autana
Vickywood Big Willow 140
Campwerk Adventure 140
Horntools Desert 140
Weitere Auswahlkriterien waren eine Liegefläche mit etwa 140 Zentimeter Breite, ein überdachter Zugang sowie ein maximales Gewicht inklusive Dachträger von 75 Kilo. Bewertet wurden die Kategorien Auf- und Abbau, Verarbeitung, Wetterfestigkeit, Schadstoffe und Campingtauglichkeit.

Dachzelte im ADAC-Test: Sieger wird das Thule-Zelt Tepui Autana

Das Dachzelt von Thule punktet laut ADAC mit der besten Verarbeitung und zeigt auch bezüglich der Kriterien Komfort, Nutzbarkeit und Schadstoffbewertung keine Schwächen. Abstriche gab es allerdings bei der Temperaturmessung in der Kältekammer: Andere Hersteller bieten für niedrigere Temperaturen ein Thermoinnenzelt, das beim Thule fehlt. Trotz dieser Schwäche ist das Thule Tepui Autana das einzige Zelt, das im ADAC-Test die Note "sehr gut" erhält.

Das teuerste Dachzelt schneidet am schlechtesten ab

Alle anderen Dachzelte aus dem Testfeld wurden vom ADAC mit "gut" bewertet. Auf dem letzten Platz – aber auch immer noch "gut" – landet ausgerechnet das teuerste Zelt Gentletent GT Roof (Modell 2021, 3882 Euro). Das Zelt wird aufgepumpt, kommt also ohne Zeltstangen aus und spart so Gewicht. Schneller aufzubauen ist es laut ADAC deswegen trotzdem nicht.
Außerdem lasse es sich wegen der wenigen und kleinen Fenster schlecht lüften und zeige eine eher schlechte Verarbeitung, so der ADAC. Zudem trat beim Beregnungstest Wasser ins Zelt ein. Das neue Modell von 2022 hat aber bereits eine neu konstruierte Regenhaube und auch größere Fenster.

Sieben Dachzelte im ADAC-Test: Punkte und Urteil

Modell
Campwerk Adventure 140
dare to be different Deluxe 140
Gentletent GT Roof (2021)**
Horntools Desert 140
Nakatanenga Roof Lodge Evo II Extended
Thule Tepui Autana
Vickywood Big Willow 140
Abzweigung
Preis*
Abzweigung
Abzweigung
Auf-/Abbau
Abzweigung
Abzweigung
Camping
Abzweigung
Abzweigung
Verarbeitung
Abzweigung
Abzweigung
Wetterfestigkeit
Abzweigung
Abzweigung
Schadstoffe
Abzweigung
Abzweigung
Gesamtnote
Abzweigung
Abzweigung
ADAC-Urteil
Abzweigung
2887 €
1,7
1,7
3,0
1,8
2,5
2,1
gut
2825 €
2,2
1,4
2,4
2,6
2,0
2,1
gut
3386 €
2,0
2,4
3,4
3,8
1,0
2,5
gut
1862 €
2,2
2,3
2,8
2,0
2,0
2,3
gut
2650 €
2,3
1,6
3,2
1,6
1,0
1,9
gut
2260 €
2,4
1,4
1,0
1,9
1,0
1,5
sehr gut
2668 €
2,1
1,2
2,6
1,7
2,0
1,9
gut

Bei Schadstoffen werden die Tester mehrfach fündig

Im Schadstofftest wurden sowohl die Zeltstoffe als auch die Matratzen untersucht. Bei einigen Proben wurde der ADAC auch fündig. Zwar wurden die gesetzlichen Grenzwerte in keinem Fall überschritten. Diese Grenzwerte gelten jedoch für Erwachsene. Da die Dachzelte auch von Familien mit Kindern genutzt werden, hat der ADAC für den Test Grenzwerte zugrunde gelegt, die für Kinderspielzeug gelten.
Unter diesen Bedingungen wurden die Grenzwerte von den Zelten von dare to be different, Vickywood, Campwerk und Horntools für verschiedene Schadstoffe überschritten. Unauffällig waren Thule, Nakatanenga und Gentletent.
Der ADAC fordert die Hersteller auf, sich trotz der eigentlich legalen Messwerte an die Grenzwerte der Spielzeugrichtlinie zu halten, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.

Die wichtigsten Tipps für den Kauf eines Dachzelts

Der ADAC empfiehlt, sich vor einem Kauf genau anzusehen, ob Dachzelt und Dachträger zusammenpassen; etwa bezüglich der Breite oder der Schraubbrücken, mit denen die Zelte am Dachträger montiert werden. Die technischen Hinweise sowohl der Fahrzeug- als auch der Zelthersteller sollten daher genau beachtet werden.
Im Idealfall leiht man sich ein Dachzelt probeweise aus, bevor man es kauft. Die Montage der Zelte auf dem Autodach sei im Prinzip einfach, so der ADAC. Da Dachzelte aber recht schwer sein könnten, seien für den Aufbau mindestens zwei Personen nötig, ideal seien sogar vier Personen.