Diesel: Pro und contra

Euro-4- und Euro-5-Diesel umrüsten: So geht's

Diesel kaufen oder nicht: Pro und Kontra

Soll ich beim Autokauf noch einen Diesel nehmen?

Der Diesel ist sparsamer als ein Benziner, stößt weniger CO2 aus, und der Treibstoff ist günstiger. Doch das Image hat gelitten. Immerhin ist die Gefahr neuer Fahrverbote gesunken. Soll man noch einen Diesel kaufen?
Ob man als nächstes Auto noch einen Diesel kaufen soll, ist eine Frage, die viele Deutsche bewegt. Sein Anteil an den Neuzulassungen hierzulande ist durch verschiedene Faktoren in den vergangenen Jahren deutlich geschrumpft, hat sich aber 2019 mit genau 1.152.733 verkauften Fahrzeugen wieder etwas erholt. Der prozentuale Anteil am Gesamtverkauf in der Jahresbilanz schrumpfte nur noch leicht von 32,9 Prozent (2018) auf genau 32 Prozent (2019). Seit 2015 wurden allerdings herstellerübergreifend bei 24 Modellreihen die Dieselvarianten gestrichen. Bei weiteren 40 Baureihen ist der Dieselanteil bei den Neuzulassungen so stark gesunken, dass mit einem Streichen der Dieselvariante zu rechnen ist.
Die besten Autopflege-Produkte

Dr. Wack P21S High End

Preis*: 9,71 Euro

Testurteil: sehr empfehlenswert

DR. WACK A1 Speed Wax Plus 3

Preis*: ab 15,10 Euro

Testurteil: sehr empfehlenswert

Koch Chemie Shine Speed Polish

Preis*: 22,85 Euro

Testurteil: sehr empfehlenswert

Sonax Xtreme Scheibenreiniger Sommer

Preis*: 5,76 Euro

Testurteil: sehr empfehlenswert

A1 Polster- und Alcantarareiniger

Preis*: 8,52 Euro

Testurteil: sehr empfehlenswert

*Preise: Stand 17.04.2020
Immerhin kam Anfang Juni 2020 vom Umweltbundesamt (UBA) eine hoffnungsfrohe Nachricht: Die Gefahr neuer Diesel-Fahrverbote ist gesunken. Laut offizieller Auswertung der Luftmessdaten in den Bundesländern wurde 2019 nur noch in 25 Städten im gesamten Bundesgebiet der neuralgische Wert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) überschritten. Im Jahr zuvor waren es noch 57. Wegen der vielen schlechten Werte hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) diverse Verfahren angestrengt, aufgrund derer mehrere Fahrverbote verhängt wurden.

Gebrauchtwagen mit Garantie

10.080 €

Opel Combo 1.6 Selection, Diesel

41.401 km
70 kW (95 PS)
07/2016
Zum Inserat
Diesel, CO2 0 g/km*
10.092 €

Opel Combo 1.6 Kasten lang, Diesel

86.000 km
77 kW (105 PS)
04/2018
Zum Inserat
Diesel, CO2 0 g/km*
10.094 €

Skoda Octavia 1.6 TDI Combi GreenTec Ambition, Diesel

136.150 km
81 kW (110 PS)
05/2016
Zum Inserat
Diesel, CO2 0 g/km*
10.110 €

Volkswagen Polo 1.4 TDI Trendline, Diesel

42.686 km
55 kW (75 PS)
03/2017
Zum Inserat
Diesel, CO2 0 g/km*
10.138 €

Seat Leon 1.6 TDI Reference, Diesel

118.991 km
81 kW (110 PS)
06/2016
Zum Inserat
Diesel, 3.8 l/100km (komb.) CO2 101 g/km*
10.180 €

Peugeot 2008 120 Allure, Diesel

81.111 km
88 kW (120 PS)
11/2015
Zum Inserat
Diesel, 3.7 l/100km (komb.) CO2 96 g/km*
10.187 €

Skoda Fabia 1.4 TDI JOY, Diesel

64.499 km
77 kW (105 PS)
01/2017
Zum Inserat
Diesel, 4.1 l/100km (komb.) CO2 110 g/km*
Opel Combo 1.6 Selection, Diesel +

58636 Iserlohn, Gebrüder Nolte GmbH & Co. KG

Opel Combo 1.6 Kasten lang, Diesel +

74523 Schwäbisch Hall, Autohaus Koch GmbH

Skoda Octavia 1.6 TDI Combi GreenTec Ambition, Diesel +

06112 Halle, Ufer Halle

Volkswagen Polo 1.4 TDI Trendline, Diesel +

41515 Grevenbroich, Volkswagen Grevenbroich - Gottfried Schultz Automobilhandels SE mit Sitz in Ratingen

Seat Leon 1.6 TDI Reference, Diesel +

37520 Osterode, Wentorf & Schenkhut GmbH - Osterode (Audi & SEAT)

Peugeot 2008 120 Allure, Diesel +

65201 Wiesbaden, PSA Retail GmbH - Niederlassung Rhein-Main, Wiesbaden

Skoda Fabia 1.4 TDI JOY, Diesel +

01705 Freital, Auto Dresden Nord GmbH & Co. KG

Der Grund für den positiven Trend: Die beim sogenannten Dieselgipfel beschlossenen Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität sowie die Luftreinhaltepläne der Kommunen zeigen vielerorts Wirkung. Nach Ansicht von Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS, sind damit sogar weitere Fahrverbote für Euro-5-Diesel vom Tisch. Laut UBA-Präsident Dirk Messner ist auch für das Jahr 2020 ein weiterer Rückgang der NO2-Belastung zu erwarten. Eine Ursache dafür ist auch das gesunkene Verkehrsaufkommen aufgrund der Corona-Pandemie.

Entscheidungshilfe zum Dieselkauf

Was sind die Argumente für oder gegen einen Diesel? AUTO BILD gibt eine Entscheidungshilfe beim Autokauf!

Diesel: Pro und Kontra

Wie ist der Diesel in Verruf geraten?

Die Dieselkrise begann mit dem Aufdecken des VW-Skandals im September 2015. VW hatte millionenfach Abgasreinigungswerte in Sachen Stickoxide (NOx) manipuliert – zuungunsten von Umwelt und Kunden. Abschaltvorrichtungen, Betrugssoftware und zwielichtige Tests mit Affen und Menschen brachten zeitweilig neben VW die gesamte Autobranche in Verruf – und ruinierte das bis dahin positive Image des Dieselantriebs.

Wie steht es um Fahrverbote und die blaue Plakette?

Mehrere Städte haben vor allem wegen der Auto-Dieselabgase mit zu hohen Stickoxidwerten zu kämpfen, weswegen Fahrverbote verhängt wurden. In Hamburg gilt seit Mai 2018 an zwei besonders belasteten Straßen ein Diesel-Fahrverbot für Autos bis Euro 5 (inklusive). In Berlin gelten erste Fahrverbote für Euro 5 und schlechter auf Straßenzügen in Neukölln und Moabit, weitere Straßen könnten folgen. In Darmstadt gibt es ebenfalls auf zwei Straßen (Hügelstraße und Heinrichstraße) ein Fahrverbot, und zwar für Diesel bis Euro 5 und Benziner Euro 1-2. In anderen Städten wird weiter um mögliche Einschränkungen gerungen.
Allerdings hat sich die Lage inzwischen etwas entspannt. So haben bereits die kurzfristig im Rahmen der Dieselgipfel beschlossenen und umgesetzten Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität sowie die Luftreinhaltepläne der Kommunen vielerorts Wirkung gezeigt. Laut Umweltbundesamt (UBA) wurde 2019 in nur noch 25 Städten der Luftqualitätsgrenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) im Jahresmittel überschritten. Ein Jahr zuvor war dies in 57 Städten der Fall. Auch deshalb sind Fahrverbote selbst für ältere Euro-5-Diesel in vielen Städten mittlerweile vom Tisch. Anzeichen für die Einführung weiterreichender Diesel-Fahrverbote gibt es derzeit nicht.
Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sowie viele Landespolitiker hatten lange Zeit zur Kontrolle eine blaue Plakette gefordert – zur Kennzeichnung sauberer Diesel, die die Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ist – wie viele weitere Unionspolitiker – dagegen. Von Fahrverboten könnten theoretisch bis zu 13 Millionen Diesel betroffen sein. Benziner könnten wegen des geringeren NOx-Ausstoßes ab Euro 3 die blaue Plakette bekommen. Doch die anziehenden Grenzwerte für Partikel bewirken, dass viele neue Benziner einen Partikelfilter benötigen.

Was unternimmt die Politik?

Die in Umweltthemen oftmals zerstrittene Bundesregierung einigte sich im Herbst 2018 auf einen Kompromiss im Dieselstreit. Dieser sah auch eine Hardware-Nachrüstung für Euro-5-Diesel vor. Das Problem: Nicht alle Autobauer ziehen bei der Finanzierung mit, der Bund will keine Zuschüsse gewähren, die Autobesitzer müssen einen Teil der Zeche zahlen. Zum anderen wurde beschlossen, dass die Autohersteller Umtauschprämien in Höhe von mehreren Tausend Euro beim Wechsel von einem alten Diesel (Euro 1-4, teilweise auch 5) zu einem Euro-6-Diesel anbieten. Bei vielen Dieselbesitzer reichte das Geld trotzdem nicht für einen sauberen Neuwagen. Mittlerweile gibt es im Rahmen des Corona-Konjunkturhilfepakets eine Kaufprämie in Höhe von teilweise mehr als 9000 Euro beim Kauf umweltfreundlicher Elektroautos.

Wie entgehen Euro-5-Diesel möglichen Fahrverboten?

Mit einer technischen Umrüstung. Neben einem Software-Update, dessen Wirkung umstritten war, ist darunter vor allem die Hardware-Nachrüstung älterer Diesel zu verstehen, und zwar mit einer sogenannten SCR-Anlage mit Harnstofflösung. Die Kosten dafür liegen bei etwa 3000 bis 3500 Euro. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat den Entwicklern Dr. Pley und Twintec Baumot die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für Nachrüstsysteme für rund 60 Fahrzeugmodelle des VW-Konzerns sowie für einige BMW-, Mercedes- und Volvo-Modelle erteilt. Auch die Filterspezialisten HJS und Oberland Mangold dürfen SCR-Katalysatoren anbieten.

Welche Vor- und Nachteile haben Dieselbesitzer bei der Steuer?

Vorteile: Dieselfahrer zahlen beim Tanken weniger Energiesteuer – genau 18,41 Cent pro Liter Treibstoff weniger als für Benzin (47,04 Cent gegenüber 65,45 Cent). Insgesamt ist Diesel etwa 15 Cent pro Liter günstiger. Allerdings werden immer wieder Stimmen laut, die die Abschaffung des sogenannten Dieselprivilegs fordern.
Nachteile: Als Gegengewicht zum günstigeren Treibstoff an der Tankstelle werden Dieselautos mit einer höheren Kfz-Steuer belegt, sodass sie sich meist nur für Vielfahrer lohnen. Die Steuer hängt ab vom Hubraum und dem CO2-Ausstoß. Wie hoch ist die Steuer bei Ihrem Fahrzeug? Das können Sie hier in drei Schritten errechnen!

Euro 6, 6b, 6c, 6d, 6d-TEMP: Wo ist der Unterschied?

Euro 6 heißt: Auf dem Prüfstand darf das Auto maximal 80 Milligramm NOx pro Kilometer ausstoßen. Zum Vergleich: Bei Euro-5-Dieseln sind bis zu 180 mg/km erlaubt. Doch die Unterschiede zwischen 6b, 6c, 6d-TEMP und 6d sind gewaltig: Es wird mit völlig unterschiedlichen Prüfverfahren (NEFZ, WLTP, RDE) gemessen, und es gelten andere Grenzwerte. Das bezieht sich nicht nur auf den Prüfstand, sondern im Hinblick auf den realen Stickoxid-Ausstoß auch auf den Straßenbetrieb. Was genau hat sich geändert bzw. wird sich ändern? Hier ein Überblick:
➤ Euro 6b: Die Abgasnorm Euro 6b wurde am 1. September 2014 für neue Baureihen und Modellgenerationen verpflichtend, am 1. September 2015 mussten alle Neuwagen 6b erfüllen. Erlaubter Grenzwert NOx: 80 mg/km (Diesel), 60 mg/km (Benziner). Gemessen wurde ausschließlich auf dem Prüfstand, und zwar nach dem veralteten und sehr realitätsfernen NEFZ-Zyklus. Auch wenn sie den Grenzwert auf der Rolle locker erfüllen, pusten diese eigentlich modernen Euro-6b-Diesel im realen Fahrbetrieb auf der Straße im Schnitt aber auf jedem Kilometer 507 Milligramm NOx in die Luft! Und das – sieht man einmal von den manipulierten Volkswagen-Fahrzeugen ab – völlig legal. 
➤ Euro 6c/6d-TEMP: Die Euronormen 6c und 6d-TEMP traten parallel am 1. September 2017 in Kraft, neue Modelle (Typzulassung) müssen beide Normen erfüllen. Euro 6c bezieht sich lediglich auf den Prüfstand: Wie bei 6b gilt der Grenzwert von 80 mg/km, gemessen wird aber nach dem deutlich realitätsnäheren WLTP-Zyklus (Worldwide Harmonized Testing Procedure). Euro 6c ist seit dem 1. September 2018 für alle Neuwagen Pflicht. 
Neue Modelle (mit neuer Typzulassungen) mussten schon vorher die deutliche schärfere Norm Euro 6d-TEMP erfüllen. Zusätzlich zu den Prüfstandsmessungen (wie bei 6c nach WLTP-Zyklus, Grenzwert: 80 mg/km NOx) wird hier erstmals der Realausstoß im Fahrbetrieb auf der Straße gemessen (RDE, Real Driving Emissions). Die Autos dürfen mit dem sogenannten Konformitäts- oder Umrechnungsfaktor von 2,1 nicht mehr als 168 mg/km NOx (Benziner: 126 mg/km) in die Luft blasen. Für alle Neuwagen ist Euro 6d-TEMP seit dem 1. September 2019 verpflichtend. Überblick: Diese SUVs und diese Kompaktwagen erfüllen Euro 6d-TEMP!
Euro 6d-ISC-FCM: Für neue Modelle seit 1. Januar 2020 und für alle Neuwagen ab Januar 2021 verpflichtend. Hier werden im Vergleich zur 6d-TEMP-Norm die Grenzwerte bei der RDE-Messung (also im Straßenbetrieb) noch mal verschärft: Statt 168 dürfen Diesel dann nur noch gut 114 mg/km (Benziner: knapp 86 mg/km; Konformitätsfaktor 1,43) Stickoxide ausstoßen.
Überblick: Welche Abgasnorm hat mein Auto?

Wie viel verbraucht ein Diesel weniger als ein Benziner?

Diesel verbrauchen etwa 15 bis 20 Prozent weniger Kraftstoff als vergleichbare Benziner. Das liegt neben der höheren Effizienz des Dieselmotors aber auch an der größeren Energiedichte von Diesel. Mittlerweile wird kritisiert, dass der technisch mögliche Verbrauchsvorteil beim Diesel überkompensiert werde durch das hohe Gewicht der aktuell sehr gefragten SUVs. Auch ist die Herstellung von Dieselmotoren aufwendiger, hier entstünden CO2-Nachteile, argumentiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Dazu seien moderne Benziner mit Vollhybridtechnik effizienter als früher. Diese Autos können sowohl mit ihrem Verbrennungs- als auch ihrem Elektromotor fahren.

Wie beeinträchtigt der Diesel die Umwelt?

Als Kraftstoff ist Diesel energiereicher als Benzin, zudem liegt der Wirkungsgrad des Dieselmotors um etwa 15 Prozent über dem von Benzinern. Weil weniger Kraftstoff bei gleicher Leistung verbrannt wird, verbrauchen Dieselmodelle insgesamt weniger und stoßen daher auch weniger CO2 aus. Daher strömt aus dem Auspuff von Dieselautos unterm Strich weniger Klimagas als beim Benziner. Allerdings ist der CO2-Gehalt je verbranntem Liter Diesel höher als bei Benzin (2,6 kg zu 2,3 kg). Zudem macht moderne Motorentechnik kleinere und kompakte Benziner immer sauberer. Für manchen Autoexperten ist der "klimafreundliche Diesel" daher ein Mythos.
Längst sind jedoch die übrigen Schadstoffe, die bei der Verbrennung von Diesel entstehen, in den Fokus gerückt – etwa die gesundheitsschädlichen Stickoxide (NOx). Sie können die Schleimhäute angreifen und zu Husten, Atembeschwerden und Augenreizungen führen sowie Herz, Kreislauf und die Lungenfunktion beeinträchtigen. Das regionale Übersteigen der NOx-Grenzwerte war auch der Anlass zur Diskussion um Fahrverbote.

Absatzzahlen: So verkaufen sich Neuwagen

Deutschland war bis 2016 absolutes Diesel-Land, fast jedes zweite neu zugelassene Kfz war ein Selbstzünder. Mittlerweile haben sich die Absatzzahlen des Diesels bei rund einem Drittel aller neu zugelassenen Autos eingependelt. Laut KBA hatten 2018 noch 32,8 Prozent aller neu zugelassenen Pkw einen Dieselantrieb, 2019 waren es genau 32 Prozent.

Absatzzahlen: So verkaufen sich gebrauchte Diesel

Auch das Interesse an Diesel-Gebrauchtwagen war mit den aufgetauchten Problemen rapide gesunken. Allerdings ist die rasante Talfahrt auch hier offenbar zu Ende, moderne gebrauchte Diesel werden immer gefragter. 2019 wurden laut KBA 2,3 Millionen gebrauchter Diesel umgeschrieben, die meisten mit der neuen Euro-6-Norm. Da diese garantiert Fahrverbote vermeiden, sind sie entsprechend teurer als laufstarke und technisch zuverlässige Euro-4-Selbstzünder. Gebrauchte Diesel werden zudem verstärkt ins europäische Ausland exportiert. Das fand das Institut für Angewandte Logistik an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt bei der Analyse von Daten des Statistischen Bundesamts heraus.

Preise: So steht es um Rabatte

Nach Auslaufen der Umtauschprämien sind spezielle Rabatte für Diesel vorbei. Allerdings bieten viele Händler wegen der Corona-Krise teils hohe Nachlässe auf Bestandsfahrzeuge, um den Absatz wieder in Schwung zu bringen.

Wie verhalten sich die Kunden?

Laut der Continental-Mobilitätsstudie 2018 waren knapp ein Drittel (32 Prozent) aller aktuellen Dieselfahrer offen für einen Wechsel der Antriebsart – deutlich mehr als die Gesamtheit aller Befragten (ca. 20 Prozent). Immerhin: Angesichts moderner Technik fassen die deutschen Kunden wieder etwas mehr Vertrauen zum Selbstzünder. Zwei Drittel der Diesel, die im November 2018 in Deutschland neu zugelassen wurden, fallen laut VDA in die moderne Schadstoffnorm Euro-6d-TEMP. 35 Prozent aller Befragten beim "Dieselbarometer" vom September 2018 würden sich für einen solchen modernen Diesel entscheiden. Für 15 Prozent ist der Diesel die wahrscheinlichste Antriebsart ihres neuen Autos. 38 Prozent würden sich finanziell an technischen Umrüstungen beteiligen, um ein Fahrverbot zu vermeiden. Generell wäre die Akzeptanz eines Diesels deutlich höher, wenn Fahrverbote vom Tisch wären.

Wie reagieren die Hersteller?

Sie bieten immer weniger Modelle mit Dieselmotor an. Als erster großer Autobauer wandte sich Volvo wegen der steigenden Kosten bei der Abgasreinigung vom Diesel ab. Porsche zog nach. Seit 2015 strichen die Hersteller bei 24 Modellreihen die Dieselvariante. Bei weiteren 40 sank der Dieselanteil so sehr, dass mit einem Streichen zu rechnen sei. Das sagt das Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen in einer Studie voraus, die die WELT am SONNTAG zitiert.
Ein weiterer Faktor: Über allen Herstellern schwebt die EU-Vorgabe, wonach 2021 der Flottenausstoß nur noch 95 g CO2/km pro verkauftem Fahrzeug betragen darf. Andernfalls drohen hohe Strafzahlungen. Also steigt der Druck, Autos mit geringem CO2-Ausstoß anzubieten – wozu auch Dieselfahrzeuge gehören könnten.

Diesel oder Benziner: Welche Variante lohnt sich mehr?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Generell wirkt sich der Preisvorteil vom Diesel eher bei großvolumigen Fahrzeugen aus sowie für Vielfahrer, in der Regel ab 20.000 Kilometern pro Jahr. Der ADAC nahm 2017 einen groß angelegten Kostenvergleich mit mehr als 1600 Fahrzeugen vor. AUTO BILD testete Anfang 2019 in einem großen Vergleich zwölf Benzin-Diesel-Paare und klärte, womit Sie besser fahren. Wer seine Kaufentscheidung vor allem unter ökologischen Gesichtspunkten trifft, der sollte auf Erdgas- oder E-Antriebe setzen.

Welche Diesel kann ich bedenkenlos kaufen?

Immer mehr. Vor allem moderne: Der ADAC wies in seinem Ecotest nach, dass Euro-6d-Temp-Diesel durchschnittlich 76 Prozent weniger NOx ausstoßen als Euro-6b-Diesel – und 85 Prozent weniger NOx als Euro-5-Diesel. Stichproben bei Messungen auf der Straße hätten gezeigt, dass die Schadstoffreduzierung bei guten Euro-6d-Temp-Dieseln im Vergleich zu durchschnittlichen Euro-5-Dieseln sogar bei 95 bis 99 Prozent liege. Eine Liste mit Fahrzeugen, die die Euro-6d-TEMP-Norm erfüllen, pflegt der Automobilklub hier.

Euro-4- und Euro-5-Diesel umrüsten: So geht's

Emissionsarm: Diese SUVs sind sauber

Mit Material von dpa und Reuters.

*Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist (www.dat.de).
Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.