DTM

DTM: Fahrerfeld für 2019

BMW sucht den sechsten Fahrer

BMW hat den DTM-Kader bekanntgegeben. Allerdings fehlt noch ein Fahrer. Audi will vor Weihnachten nachziehen. ABMS mit einem Überblick.
BMW setzt beim Aufbruch in eine neue DTM-Ära auf Kontinuität: Die Münchner haben ihren Kader für die neue Saison der Tourenwagenserie bekanntgegeben. Dabei hat sich im Aufgebot für das erste Jahr mit dem neuen Class-1-Reglement, den neuen Autos und dem neuen mehr als 600 PS starken Zwei-Liter-Turbomotor nicht viel verändert. In Philipp Eng, Joel Eriksson, Timo Glock, Bruno Spengler und Marco Wittmann bleiben fünf der bisherigen DTM-Fahrer an Bord. Offen ist aber noch der letzte Platz im Kader. Den hatte der bisherige Stammfahrer Augusto Farfus freigemacht. Der Brasilianer hat seine DTM-Karriere beendet, um sich mehr auf den GT-Sport zu konzentrieren.
Wie BMW erklärte, wird der sechste Pilot nach dem Young Driver Test in der kommenden Woche bekanntgegeben. In Jerez werden vom 10. bis 12. Dezember die beiden Werksfahrer Nick Catsburg (30) und Mikkel Jensen (23), der Brite Nick Yelloly (28) und Sheldon van der Linde (19) ins Cockpit eines M4 DTM von 2018 steigen. Eine Überraschung ist die Nominierung von van der Linde. Der Südafrikaner zeigte im GT Masters 2018 starke Leistungen, schrammte mit seinem älteren Bruder Kelvin am Ende nur um einen Punkt am Gesamtsieg vorbei. In der Juniorwertung sicherte er sich vor Jensen den Sieg. All das allerdings in einem Audi.

Wer schnappt sich die letzten Plätze im DTM-Grid?

Audi
will den Kader für 2019 noch vor Weihnachten bekanntgeben. Die Ingolstädter haben ein „Sechserpack“ nach Jerez eingeladen, eine Mischung aus Jung und Alt. Einer der Piloten, die Erfahrung im 2018er-DTM-Audi sammeln dürfen, ist der 27 Jahre alte Rallycross-Star Andreas Bakkerud. Ebenfalls zum Einsatz kommen der dreimalige Le-Mans-Sieger und ehemalige Champion der Japanischen Super GT, Benoît Tréluyer (42), der im Kundensport-Programm von Audi Sport erfolgreiche Belgier Frédéric Vervisch (32) sowie der junge Italiener Mattia Drudi (20), der in dieser Saison bei Starts im Audi R8 LMS für Audi Sport Italia einen starken Eindruck hinterlassen hat. Auch zwei Formel-3-Fahrer werden hinter dem Steuer des über 500 PS starken Audi Platz nehmen: der Österreicher Ferdinand Habsburg (21) und Jonathan Aberdein (20) aus Südafrika.
Gibt es bei Audi Handlungsbedarf? Theoretisch durchaus. Gesetzt sind Vizemeister Rene Rast, Mike Rockenfeller und Nico Müller, die zuletzt bereits den 2019er Boliden testen durften. Wackelkandidaten dürften vor allem Loic Duval und Robin Frijns sein. Duval enttäuschte als Gesamt-17. erneut, Frijns geht in der neuen Saison der Formel E an den Start. Kollisionen gibt es bei den Kalendern keine, das Doppelprogramm wird aber vor allem im Frühjahr intensiv. Heißt: Unter dem Strich könnten bis zu zwei Cockpits neu vergeben werden.
Aston Martin wird als DTM-Neueinsteiger 2019 zunächst zwei, mittelfristig vier Autos an den Start bringen. Fahrer stehen für das Projekt um die AF Racing AG, R-Motorsport und HWA noch keine fest, Namen werden aber bereits fleißig spekuliert. Wie Ex-Meister Paul di Resta zum Beispiel. Eine naheliegende Lösung wäre Ex-DTM-Pilot und Aston-Martin-Werksfahrer Maxime Martin. Der Belgier war er zwischen 2014 und 2017 für BMW in der DTM unterwegs, absolvierte 64 Rennen und feierte drei Siege. Auch Nicki Thiim, Sohn von DTM-Legende Kurt Thiim, wäre dann eine mögliche Lösung. Bei R-Motorsport im Kader und nicht uninteressant für einen DTM-Einsatz: der Österreicher Dominik Baumann und der Deutsche Marvin Kirchhöfer. Er hatte in der Vergangenheit bereits einen DTM-Test absolviert.

Autor: Andreas Reiners

Fotos: Picture-Alliance

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