Mach' es wie Tesla: Tue Gutes – und kassiere doppelt dafür! Diese Devise gilt ab 1. Januar 2022 für alle Besitzer eines Elektroautos. Denn Tesla ist nicht nur Pionier auf dem Markt für rein elektrische Pkw. Der US-Hersteller verdient Millionen mit dem Emissionshandel. So wie Tesla können es auch private Elektroauto-Eigentümer und -Leasingnehmer machen. Dabei ist zwar kein Vermögen drin, aber eine dreistellige Summe pro Jahr, die dem E-Auto-Besitzer bequem aufs Konto überwiesen wird. Das Beste daran: Man muss so gut wie nichts dafür tun.
Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
BMW iX
UVP ab 77.300 EUR, Ersparnis: bis zu 15.705 EUR
Kia EV6
UVP ab 44.990 EUR, Ersparnis: bis zu 14.519 EUR
Mercedes EQS
UVP ab 97.807 EUR, Ersparnis: bis zu 6152 EUR
Hyundai Ioniq 5
UVP ab 41.900 EUR, Ersparnis: bis zu 13.290 EUR
Audi Q4 e-tron
UVP ab 41.900 EUR, Ersparnis: bis zu 12.895 EUR
Skoda Enyaq iV
UVP ab 34.600 EUR, Ersparnis: bis zu 12.860 EUR
Mazda MX-30
UVP ab 34.490 EUR, Ersparnis: bis zu 12.756 EUR
Grundlage für diesen neuen Zuverdienst ist das "Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote", das 2022 in Kraft tritt. Es geht darin um die Vermeidung von Kohlenstoffdioxid (CO2): Wer mehr CO2 einspart, als er tatsächlich ausstößt, wird finanziell belohnt. Wer dagegen mehr CO2 ausstößt, muss Strafgebühren zahlen. Das betrifft vor allem die Industrie, etwa große Produzenten von fossilen Energieträgern wie Shell oder BP.

Verschmutzungsrechte sind handelbar

Nun kaufen sich viele Unternehmen, die sehr hohe Emissionen verursachen, dadurch frei, indem sie "Verschmutzungsrechte" von anderen Marktteilnehmern erwerben. Diese Verschmutzungsrechte heißen Emissionszertifikate. Noch vor Kurzem waren die Tesla-Einnahmen durch den Verkauf dieser Zertifikate hoch genug, um den Verlust des Kerngeschäfts zu kompensieren! Mit dem neuen Gesetz werden Privatpersonen den großen Unternehmen nun in Deutschland gleichgestellt. So kommt neben Förderprämie, Kfz-Steuerfreiheit, Sonderabschreibung und weiteren Boni noch eine weitere staatliche Subvention für E-Auto-Halter.
Elektroauto mit Stecker
Auch ältere Elektroautos können die Prämie beantragen.

Ab 1. Januar 2022 können Besitzer eines E-Autos, egal ob gekauft oder geleast, ihre Zertifikate auf dem freien Markt verkaufen. Allerdings bringt es nichts, direkt bei Shell & Co. anzurufen. Die Unternehmen verhandeln in der Regel nicht mit Einzelpersonen. Der Handel läuft stattdessen über Vermittler. Die kassieren zwar eine Provision, bündeln aber viele Zertifikate und können damit besser verhandeln. Hybride, Plug-in-Hybride, Erdgas- und Wasserstoffautos sind leider ausgeschlossen, aber Betreiber von Ladesäulen können ebenfalls ihre Zertifikate zu Geld machen.
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Wie Besitzer von Elektroautos eine Handelsplattform kontaktieren

Es ist herzlich wenig zu tun: Um die Zulassung beim Umweltbundesamt zu beantragen, müssen Elektroauto-Besitzer lediglich den Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1) scannen und bei einer der Plattformen hochladen, die THG-Quoten vermarkten. Außerdem müssen Sie natürlich Ihre Bankdaten angeben. Für jedes Fahrzeug kann kassiert werden. Wichtig: Wer ein gebrauchtes Elektroauto gekauft hat, erhält eine bereits für das Jahr gezahlte Prämie kein zweites Mal!

Diese Vermittler-Plattformen gibt es:

Diese Börsen für Emissionshandel gibt es

Wieviel verdient man bei emobia?

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Die Plattform emobia richtet sich ausdrücklich an private Elektroauto-Besitzer. Es gibt zwei Tarifmodelle: Der Flex-Tarif ist an die schwankende Treibhausgasminderungsquote angepasst, aktuell liegt er bei 355 Euro. Er kann aber auch nur 150 oder bis zu 580 Euro betragen. Der Fix-Tarif ist zwar niedriger, bleibt aber stabil: Damit werden dem Eigentümer jährlich 268 Euro ausgezahlt. In Wahrheit sind die Erlöse jeweils höher, aber emobia kassiert 20 Prozent als Provision (ähnlich ist die Praxis bei den Mitbewerbern). Es spielt keine Rolle, wie hoch die jährliche Laufleistung ist. Man scannt den Fahrzeugschein, lädt ihn hoch und gibt die Bankverbindung an. Nach spätestens zwei Wochen ist die Prüfung abgeschlossen.

Was macht Maingau-Energie anders?

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Der Energieversorger Maingau-Energie hat ebenfalls ein Angebot für den privaten Emissionshandel mit Elektroauto-Zertifikaten. Es gibt nur einen Tarif: Eine Pauschale in Höhe von 260 Euro, die jährlich fest ausgezahlt wird. Die Auszahlung erfolgt etwa drei Wochen nach Antragstellung, verspricht der Stromversorger. Wer Kunde bei Maingau-Energie ist, kann die Vermarktung ab sofort beantragen. Alle anderen müssen bis zum 1. Januar 2022 warten.

Welchen Haken hat das Angebot von Geld-fuer-eAuto.de?

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Die ZusammenStrom GmbH in Hamburg bietet unter dem Namen "Geld für eAuto" 300 Euro jährlich an, abhängig von der Fahrzeugklasse kann es auch mehr sein. Für Pkw mit Elektroantrieb ist das Angebot gedeckelt. Das ist das Risiko für Teilnehmer: Wenn der Markt sich weiter entwickelt, und damit ist aufgrund der gesetzlich verankerten Steigerung der THG-Quote zu rechnen, könnte der Erlös für den Anbieter steigen. Dann schöpft die Plattform den überschüssigen Gewinn ab. Eigentümer müssen das beobachten und rechtzeitig kündigen.

Welchen Zusatz-Rabatt bietet Mobilityhouse an?

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Das Unternehmen Mobilityhouse vermarktet unter anderem Wallboxen. Da liegt es nahe, für Wallbox-Käufer auch gleich noch die THG-Quote zu verkaufen. 250 Euro jährlich bietet die Plattform dafür. Mobilityhouse macht Besitzern von Elektroautos den Deal schmackhaft, indem das Unternehmen einen Rabatt in Höhe von 50 Euro für den Kauf einer Wallbox auslobt.

Wie rundet Fainergy sein Angebot ab?

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Tue Gutes und rede darüber: Fairnergy möchte sich von Mitbewerbern abheben, indem die Plattform einen Teil der Provision aus dem THG-Verkauf für gemeinnützige Zwecke einsetzt. Pro Elektrofahrzeug sechs Prozent der aktuellen Quote – das entspricht derzeit 26,64 Euro – will das Unternehmen aufwenden, um Solaranlagen für Privathäuser in Bangladesch zu bauen. User können den Spendenanteil aber auch beliebig erhöhen. Der Verdienst für den Kunden beträgt mindestens 275 Euro, verspricht Fairnergy.


Von

Roland Wildberg
Raphael Schuderer