Die Reichweite von Elektroautos reicht noch immer nicht an die von Dieseln und Benzinern heran, auch wenn die Lücke immer kleiner wird. Die Elektromobile sind trotz Umweltbonus meist teurer als Verbrenner, und das Aufladen der Akkus ist immer noch umständlicher als das Tanken.

Die zurzeit besten E-Autos

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
Audi Q4 e-tron
BMW iX
Hyundai Ioniq 5
Kia Niro EV
Kia EV6
Mazda MX-30
Opel Corsa-e
Skoda Enyaq iV
Tesla Model 3
Toyota bZ4X
Fakten, die den Verkauf von E-Autos und Plug-in-Hybriden in Deutschland weiterhin hemmen – auch wenn sich der Bestand von rein batteriebetriebenen Fahrzeugen (BEV) zur Jahresmitte 2022 auf rund 756.000 Stück vergrößert hat.
Und die Entwicklung von E-Autos macht Fortschritte. Durch ihre Vorteile lassen sich immer mehr Kunden für ein E-Mobil begeistern (zur E-Auto-Kaufberatung und zum Kostenvergleich). Die Gründe: Fahrspaß durch kräftige Beschleunigung aus dem Stand heraus, weniger Lärm, Prämien, Steuervorteile und weitere Privilegien sowie ein grünes Gewissen.
Der deutsche Strommix 2021
Grüner Trend gestoppt? Der Anteil von erneuerbaren Energien am deutschen Strommix ist 2021 zurückgegangen.

Und das, obwohl die Umweltbilanz von E-Autos differenziert betrachtet werden kann – denn der Anteil von erneuerbaren Energien am deutschen Strommix ist 2021 erstmals seit zehn Jahren wieder zurückgegangen (siehe Grafik). Für Kaufinteressenten hilft diese Plus-Minus-Bilanz von Elektroautos bei der Entscheidung:

Vor- und Nachteile von Elektroautos

(+) Umweltfreundlichkeit
(+) Geringere Treibstoffkosten
(+) Keine Fahrverbote
(+) Privilegien
(+) Steuervorteile
(+) Laufende Kosten
(+) Modernität
(+) Gutes Öko-Gewissen
(+) Weniger Lärm
(+) Zuverdienstmöglichkeit (
THG-Quote)
(-) Hoher Anschaffungspreis
(-) Noch nicht optimale Ladeinfrastruktur
(-) Beschränkte Reichweite
(-) Temperaturabhängige Akkus
(-) Verkehrsgefahr durch fehlende Geräusche
(-) Lange Lieferzeiten

Wie umweltfreundlich sind E-Autos?

Tatsächlich sind Elektroautos nicht komplett "grün", nur weil sie auf fossilen Treibstoff verzichten. Das liegt am Energieaufwand bei der Produktion, vor allem für die Batterie. Und an der Herkunft des Stroms, den sie im Betrieb verbrauchen. Dennoch können E-Auto-Fahrer für sich beanspruchen, die CO2-Bilanz des Straßenverkehrs zu verbessern – in Zeiten des Klimawandels ein gutes Gefühl.
Der aktuelle Strommix in Deutschland, der zu rund 30 Prozent aus Kohleverstromung besteht, ist ihnen nicht anzulasten. Wenn mehr Strom aus regenerierbaren Quellen zur Verfügung steht, verbessert das die Umweltbilanz von E-Autos dramatisch. Doch schon jetzt attestieren viele Studien den E-Autos über ihre gesamte Lebensdauer einen CO2-Vorteil von bis zu 70 Prozent gegenüber einem Benziner.

E-Autos verursachen weniger Verkehrslärm

Rund 75 Prozent der Deutschen fühlten sich laut vom Umweltbundesamt von Verkehrslärm am Wohnort beeinträchtigt. Elektroautos können durch den fehlenden Motorsound für mehr Gesundheit sorgen – auch wenn sie natürlich wie Verbrenner Rollgeräusche beim Fahren erzeugen. Die wirken sich jedoch merklich erst ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h aus, daher sind E-Autos mindestens beim Anfahren und in verkehrsberuhigten Zonen wie z. B. Wohngebieten deutlich im Vorteil gegenüber Verbrennern. Dies gilt nicht nur für Pkw, sondern auch und besonders für Motorräder, Busse oder Müllfahrzeuge.

Weniger Treibstoffkosten bei E-Autos?

Die durch den Ukraine-Krieg, aber auch durch andere Faktoren stark gestiegenen Spritpreise haben einen weiteren Vorteil von E-Autos befeuert: geringere Treibstoffkosten (Strom gegenüber Benzin, Diesel etc.). Allerdings ist auch Strom teurer geworden (Durchschnittspreis für Haushaltsstrom im Oktober 2022: 0,54 Euro/kWh), sodass sich dieser Vorteil deutlich reduziert hat.
Schnellladesäule in Hannover
Sehr schnelles Laden ist praktisch, meist aber auch sehr teuer.

Beim HPC-Schnellladen (HPC = High Power Charging) sind Elektroautos inzwischen bereits teurer als Verbrenner; die Stromkosten für 100 Kilometer können im Fall des VW ID.3 Pro S beim Laden am Tesla Supercharger schon mal sieben Euro höher liegen.

So viel kostet der Strom für 100 km im E-Auto

1. Dacia Spring: 7,61 Euro/100 km

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Der Dacia Spring gehört zu den eher genügsamen wie sparsamen E-Autos. Nach 20 Sekunden erreicht er Tempo 100, sein Maximaltempo ist bei 125 km/h erreicht. Der Akku hat eine Kapazität von 27,4 kWh, das ist auch eher übersichtlich. Aber die Größe korrespondiert mit dem Energieverbrauch: AUTO BILD hat einen Alltagskonsum von 15,8 Kilowattstunden auf 100 km gemessen. Das ergibt bei einem Strompreis von rund 48,2 Cent (Verivox-Durchschnittspreis im Dezember 2022) reine Fahrtkosten von 7,61 Euro.

2. Renault Twingo Electric: 7,90 Euro/100 km

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Noch ein günstiger Kleinwagen mit Elektroantrieb: Der Renault Twingo Electric hat mit 22 kWh einen noch deutlich kleineren Akku. Die Elektroversion ist wie das Verbrenner-Vorbild mit Heckantrieb ausgerüstet. Der E-Motor ermöglicht immerhin Tempo 138 km/h. Der Laderaum fasst 219 Liter, bei umgelegter Rückbank sind es 980 Liter. Für das Auto spricht sein Kaufpreis (ab 21.790 Euro, abzüglich Förderprämie) sowie der Verbrauch: AUTO BILD ermittelte auf der Testrunde 16,4 Kilowattstunden auf 100 km. Bei einem Strompreis von 48,2 Cent ergibt das Kosten in Höhe von 7,90 Euro.

3. Hyundai Kona Elektro: 9,06 Euro/100 km

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Eine Nummer größer ist das Kompakt-SUV Hyundai Kona Elektro: Mit 4,16 Meter Länge hat der Kona beinahe ID.3-Format. Den Koreaner gibt es in zwei Versionen, die kleine mit 136 PS und 39,2-kWh-Akku und die große mit 204 PS sowie 64-kWh-Energiespeicher. AUTO BILD prüft den großen Elektro-Kona (ab 34.400 Euro) im Dauertest und hat auch den Alltagsverbrauch errechnet: Demnach verbrät der Kona Elektro im Schnitt 18,8 kW Strom. Somit kosten 100 km aktuell rund 9,06 Euro.

3. Fiat 500 Elektro: 9,06 Euro/100 km

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Der Urvater des Cinquecento ist eine Legende: 1957 war der winzige Fiat für viele Italiener das erste Auto. In 18 Jahren wurden fast vier Millionen Stück gebaut. Die fünfte Generation (gestartet 2020) fährt als Fiat 500 Elektro nun rein elektrisch: 3,63 Meter lang und entweder 95 PS oder 118 PS stark. Der große 500 hat eine 37 kWh große Batterie, die vom kleinen speichert bis zu 21,3 kWh Energie. Im Alltag kommt der große, der bis 150 km/h schnell fährt, auf einen Verbrauch von 18,8 kWh. Damit fallen – ebenso wie beim Kona – Stromkosten in Höhe von 9,06 Euro je 100 km an. In der Hitliste der E-Autos mit den niedrigsten Fahrtkosten teilen sie sich also den dritten Platz.

5. Audi Q4 e-tron: 10,17 Euro/100 km

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Zwei Nummern größer: Der Audi Q4 e-tron ist – zusammen mit seinen Halbbrüdern VW ID.4 und Skoda Enyaq – ein Kompakt-SUV, das auf der Elektro-Plattform des Volkswagen-Konzerns aufbaut. Mit 4,58 Meter Länge ist er ziemlich geräumig, aber das Format hat natürlich seinen Preis: Bereits leer wiegt der Q4 um die zwei Tonnen. Davon ist rund ein Viertel bereits für den Akku reserviert. Die Leistungs-Bandbreite spannt sich zwischen 170 und 299 PS. AUTO BILD testete die Topversion 50 e-tron quattro (ab 55.600 Euro), die bis zu 180 km/h schnell fährt. Dabei wurde ein Durchschnittsverbrauch von 21,1 kWh ermittelt. Ergibt Energiekosten von 10,17 Euro auf 100 km.

6. VW ID.3 Pro S: 10,27 Euro/100 km

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Der kompakte VW ID.3 ist zwei Zentimeter kürzer als der Golf und stellt auch in anderer Hinsicht einen würdigen Nachfolger des Bestsellers dar: Im Kofferraum hat er mit 385 Liter sogar noch fünf Liter mehr Platz als der Golf, bei umgeklappter Rückbank sind es 1267 Liter – dann sogar 30 Liter mehr als im Golf. Die Ausführung Pro S kostet ab 42.460 Euro und hat 204 PS, das Tempo ist bei 160 km/h gedeckelt. Er beschleunigt in 7,9 Sekunden von 0 auf 100. Im Alltag verbraucht der Pro S rund 21,3 Kilowattstunden. Das ergibt Kosten von 10,27 Euro auf 100 km.

7. Skoda Enyaq iV 80: 10,56 Euro/100 km

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Kein Wunder, dass der Skoda Enyaq ähnlich viel Strom verbraucht wie der Q4: Das Kompakt-SUV ist ebenfalls ein Ableger des Elektro-Baukastens. Er ist mit 4,64 Meter Länge deutlich größer, und das merkt man auch im Kofferraum: 585 Liter passen auf Anhieb rein, bei umgeklappter Rückbank sogar 1710 Liter. Inzwischen bietet die tschechische VW-Tochter fünf Versionen an, vom günstigsten iV 50 mit 148 PS (ab 33.800 Euro) bis zum sportlichen RS mit 299 PS (so wie der Q4). AUTO BILD hat das 204 PS starke Modell iV 80 (ab 43.950 Euro) mit dem größten Akku (77 kWh) getestet; dabei kam ein Verbrauch von 21,9 kWh heraus. Ergibt pro 100 km Stromkosten von 10,56 Euro.

7. VW ID.4 Pro: 10,56 Euro/100 km

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Der Dritte im Bunde: Das elektrische Kompakt-SUV VW ID.4 ist eng verwandt mit dem Skoda Enyaq und dem Audi Q4 e-tron, daher ist der Durchschnittsverbrauch auch identisch. Die mittlere Version "Pro" hat 174 PS und Heckantrieb. Die Energie für bis zu 160 km/h liefert der große Akku mit 77 kWh Speicherkapazität. Den Pro gibt es ab 44.915 Euro. Im Test wurde ein durchschnittlicher Verbrauchswert von 21,9 kWh ermittelt, das führt ebenfalls zu Energiekosten von 10,56 Euro auf 100 km.

7. Opel Mokka-e: 10,56 Euro/100 km

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Auch der Opel Mokka-e kommt im Alltag auf einen Verbrauch von 21,9 kWh. Damit ist das kleine Elektro-SUV etwas weniger effizient, denn im Vergleich zu VW ID.4 und Skoda Enyaq bietet der Opel gut einen halben Meter weniger Platz an Bord. Es kommt auf ein Leergewicht von rund 1,6 Tonnen, davon fallen rund 300 Kilo auf den Lithium-Ionen-Akku mit 50 kWh. Der Mokka-e beschleunigt in neun Sekunden von 0 auf 100 km/h; Schluss ist bei Tempo 150. Kaufpreis: 34.110 Euro. Die reinen Stromkosten für 100 km Fahrt mit dem Mokka-e liegen ebenfalls bei 10,56 Euro.

Freie Fahrt und freies Parken

Elektroautos und Plug-in-Hybride (weniger als 50 g/km CO2 oder mindestens 40 km Reichweite) mit E-Kennzeichen genießen dank des Elektromobilitätsgesetzes (EmoG) aus dem Jahr 2015 in einigen Städten Privilegien. So dürfen sie in öffentlichen Zonen gratis parken, teilweise gibt's Strom gratis.
Piktogramm auf Parkplatz für Elektrofahrzeuge
Die Parkplatzsituation für E-Auto-Besitzer ist auch in Innenstädten oft entspannter.

Allerdings kann es angesichts des wachsenden Bestands an E-Autos und wegen rechtlicher Unklarheiten zu Konfliktsituationen an öffentlichen Ladesäulen kommen. Zudem hapert es noch vielerorts mit der Umsetzung des EmoG, die erlaubte Nutzung von Sonderspuren ist quasi noch nicht existent. Würden Bus- und Taxispuren für Elektroautos freigegeben, könnte dies Pendlern mit E-Autos den täglichen Stau ersparen – vorausgesetzt, es werden nicht zu viele.

Mehrfache Steuervorteile für E-Autos

Batterieelektrische Autos (keine Plug-in-Hybride), die bis Jahresende 2025 erworben werden, sind zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit – auch nach einem Halterwechsel. Zudem wurde die Steuer für die private Nutzung von Elektromobilen als Dienstwagen erneut halbiert, auf 0,25 Prozent. Das heißt: Bei geschäftlich genutzten Elektroautos bis 60.000 Euro (seit dem 1. Januar 2020) müssen nur noch 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden, bei Plug-in-Hybriden (mind. 40 km Reichweite, max. 50 g CO2/km) sind es 0,5 Prozent. Auch die Besteuerung von Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz wurde günstiger.

Weniger laufende Kosten

Keine Kupplung, kein Kraftstoffsystem, keine Abgasanlage: Auf diese und andere Verschleißteile kann das Elektroauto verzichten – damit wird es im Unterhalt günstiger. Auch andere Betriebskosten und vor allem die Energiekosten sind bei elektrisch angetriebenen Fahrzeugen teils so niedrig, dass der Gesamtvergleich für das E-Auto und gegen den Verbrenner spricht.
Bei den Kosten für die Versicherung unterscheiden sich Elektroautos und Benziner/Diesel nicht grundlegend. Oft landen die Stromer aufgrund der mutmaßlich reichweitenschonenden und damit langsameren Fahrweise ihrer Besitzer in einer günstigeren Typklasse. Zudem belohnen immer mehr Versicherer emissionsarme Fahrzeuge mit speziellen Tarifen. Wegen der höheren Anschaffungskosten ist bei E-Autos ein Vollkasko-Vertrag empfehlenswert, der mit dem Akku auch die teuerste Komponente des Wagens einschließt. Einen ausführlichen Kostenvergleich pflegt der ADAC.

Mit Fahrspaß in die Zukunft

Zwar müssen E-Autofahrer auf einen verbrennungsmotortypischen Motorsound verzichten. Aber wer einmal in einem E-Auto kräftig aufs Strompedal gedrückt hat, der kennt das Gefühl starker Beschleunigung.
Auch in puncto Ausstattung bleiben bei modernen Elektrofahrzeugen meist keine Wünsche offen, der Weg zum autonomen Fahren ist spürbar kürzer als bei einem alten Diesel. Und während noch vor wenigen Jahren das Angebot an E-Autos übersichtlich war, ist nun schon eine Vielzahl elektrischer Fahrzeuge der großen Autohersteller auf dem Markt, es werden immer mehr. Man ist als E-Autofahrer also auch ein bisschen Trendsetter – laut einer Studie soll Elektro bis 2030 den Verbrennungsmotor überholen.

Wie steht es um Fahrverbote?

Fahrverbote aus Umweltschutzgründen sind in Deutschland relativ rar, sie betreffen vorrangig ältere Diesel – und die Gefahr weiterer Einschränkungen ist zuletzt eher gesunken. Doch das kann sich auch wieder ändern. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Klagen in zig Städten und Kommunen eingereicht, damit der Immissionsgrenzwert für Stickstoffdioxid (NO2, 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel) eingehalten wird.
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Wie auch immer es weitergeht: Besitzer von Elektroautos sind hier fein raus. Etwas anders sieht es bei Einfahrtsbeschränkungen in Umweltzonen aus. Eine OECD-Studie ergab, dass Feinstaub stärker als gedacht durch Reifen-, Bremsen- und Fahrbahnabrieb entsteht. Und zumindest bei Reifen und Fahrbahn sind E-Autos wegen ihres höheren Gewichts aufgrund der schweren Batterie im Nachteil, sie könnten also theoretisch auch betroffen sein.

Ein gutes Gefühl beim Fahren

Auch die emotionale Komponente spielt eine Rolle beim Autokauf. Während sich viele andere Kunden an Optik, Sound oder Image ihres neuen Lieblings erfreuen, können E-Autofahrer quasi guten Gewissens ein gutes Gewissen haben. Denn auch wenn immer wieder Wasserstoff oder E-Fuels als alternative Antriebe gewünscht werden: Nach Ansicht der meisten Experten sind nur E-Autos geeignet, um den Weg in die Dekarbonisierung und damit zum Stoppen oder Verlangsamen des Klimawandels zu finden. Außerdem geben einem moderne Systeme wie die Rekuperation nicht nur das Gefühl, sondern die Gewissheit, weniger Energie zu verschwenden.

Zuverdienstmöglichkeit durch die THG-Quote

Zusätzlich zum guten Gewissen können Menschen sogar über die THG-Quote mit der Umweltfreundlichkeit ihrer Elektroautos etwas hinzuverdienen. Und zwar indem sie ihre CO2-Einsparungen als Emissionszertifikat (wie einen Schuldschein oder eine Aktie) verkaufen. Dies gilt für private E-Auto-Eigentümer wie für Leasingnehmer. Schon heute sind bis zu 400 Euro pro Jahr Verdienst drin, der dem E-Auto-Besitzer bequem aufs Konto überwiesen wird. Was genau dahintersteckt und wie das Prozedere funktioniert, lesen Sie hier.

Höhere Anschaffungskosten trotz Kaufprämie bei E-Autos

Auch wenn sich die Preise für Elektroautos und Plug-in-Hybride denen für vergleichbare Diesel oder Benziner immer mehr annähern: Noch ist der Unterschied spürbar. Das liegt vor allem an der teureren Antriebstechnik, speziell der Batterie. Daher arbeitet die Industrie daran, die Akkus günstiger herzustellen. Als Meilenstein gilt ein Wert von 100 Euro pro gespeicherter Kilowattstunde, den VW mit einer Einheitsbatterie noch unterbieten will.
Elektrokaufprämie Montage
Der Kauf von Elektroautos wird von Staat und Herstellern bezuschusst, ab 2023 allerdings mit weniger Geld.

Eine deutliche Preisermäßigung gibt es von staatlicher Seite durch die Elektro-Kaufprämie. Noch bis Ende 2022 gibt es bis zu 9000 Euro Zuschuss beim Kauf eines E-Fahrzeugs, die zu zahlende Mehrwertsteuer sinkt um 570 Euro. 2023 sinkt der Umweltbonus auf maximal 6750 Euro, auch die Steuerersparnis reduziert sich. Gleichzeitig schrumpt allerdings der Restwert bei einem möglichen Weiterverkauf als Gebrauchtwagen, da das Preisniveau für E-Autos insgesamt vom Umweltbonus gedrückt wird.

Probleme beim Laden und Bezahlen

Mehr als 70 Prozent aller Ladevorgänge finden zu Hause oder am Arbeitsplatz statt. Doch nicht alle Autobesitzer finden dort die nötige Infrastruktur wie beispielsweise eine Wallbox vor. Immerhin gibt es für die privaten Ladesäulen vom Staat 900 Euro Förderung, allerdings mittlerweile nur noch bei gewerblich genutzten Ladesäulen.
Defekte Ladesäule Ladestation
Noch immer ist es in Deutschland manchmal schwierig, eine passende Lademöglichkeit für sein Elektroauto zu finden.

Das Laden im öffentlichen Raum ist inzwischen an rund 70.000 Ladepunkten möglich (Tendenz stark steigend). Doch trotz Verbesserungen (z. B. Roaming-Angebote von Ladesäulenbetreibern) bleibt das Bezahlen oft problematisch – Preise können stark variieren und teils erheblich über den am privaten Stromanschluss zu entrichtenden Preis liegen.

Wo ist die Grenze bei der Reichweite?

Die sogenannte Reichweitenangst lässt zwar immer mehr nach, aber für eine längere Urlaubsfahrt in einem Rutsch reicht es bei Elektrofahrzeugen meist noch nicht. Immerhin: Mit einigen Fahrzeugen kommt man inzwischen rund 600 bis 700 Kilometer weit, dank der Supercharger oder anderer Stationen zum Schnellladen geht auch das Aufladen recht zügig.
Letztendlich hängt die erreichbare Strecke auch vom individuellen Verhalten wie dem Fahrstil oder der Nutzung von Stromfressern an Bord ab. Plug-in-Hybride mit einem zusätzlichen Verbrennungsmotor können Abhilfe schaffen. Sie beruhigen aber auch nur meist 50 Kilometer weit das grüne Gewissen; der Trend zum Plug-in könnte bald kippen, zumal ihre staatliche Förderung 2023 eingestellt wird.

Haben E-Auto-Batterien noch Schwächen?

Essenziell wichtig für E-Auto-Akkus ist Lithium. Der Rohstoff birgt jedoch Probleme beim Abbau (aufgewirbelter Staub als Gefahr für Tiere, kontaminiertes Wasser, Landraub), vor allem in Südamerika, beim Preis (noch zu hoch) und bei der Entsorgung (Brandgefahr, giftige Gase). Auch bei Kobalt ist der Nachweis sauberer Lieferketten schwierig. Immerhin wird an kobaltfreien Akkus gearbeitet, manche sollen gar nahezu ganz auf seltene und teure Rohstoffe verzichten.
Die Lebensdauer einer Lithium-Ionen-Batterie wird allgemein auf acht bis zehn Jahre taxiert, im Alter sinkt die Speicherkapazität auf 70 bis 80 Prozent. Es gibt aber auch Ausnahmen, etwa den 1-Million-Kilometer-Tesla (fuhr bis zu 476.000 Kilometer mit einem Akku). Viele Wissenschaftler und Ingenieure arbeiten an lange haltbaren Super-Akkus für 1000 und mehr Kilometer. Experten erwarten für spätestens 2025 den Durchbruch beim Preisniveau, auch am Recycling von E-Auto-Batterien wird fleißig geforscht und entwickelt.

Gefahr im Verkehr durch Geräuschlosigkeit

Bei einem Elektroauto sind die Geräusche bei geringem Tempo massiv reduziert, zu hören ist nur das Abrollen der Reifen auf dem Asphalt. Das birgt Gefahren für Fußgänger, speziell für blinde und sehbehinderte Menschen. Daher müssen E- und Hybridautos mit dem sogenannten Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS) ausgestattet sein (hier ein Beispiel). Heißt: Es müssen bis 20 km/h "motorenähnliche Geräusche" und beim Einlegen des Rückwärtsgangs ein akustisches Signal zu hören sein. Abgesehen davon gibt es natürlich Puristen, die bei einem leisen Stromer den satten Motorsound vermissen. Andere wiederum freuen sich über den reduzierten Lärm.

Lange Lieferzeiten bei E-Autos

Mehr noch als Benzin- und Dieselfahrzeuge leiden E-Autos unter teils extrem langen Lieferzeiten. Hauptgrund ist der anhaltende Chipmangel, der sich bei Bauteilen für Elektromobile noch schlimmer auswirkt. Alternativen sind Leasing oder ein E-Auto-Abo, wo man möglicherweise schneller an einen Neuwagen kommt.