Audi R8 e-tron

Elektroauto Vor- und Nachteile

Was für und gegen E-Autos spricht

Elektroautos sind nicht jedermanns Sache. Dabei sprechen genügend Alltags-Argumente für Elektromobilität. Hier sind die Vor- und Nachteile von E-Autos und Plug-in-Hybriden!
Die Reichweite von Elektroautos reicht nicht an die vollgetankter Diesel und Benziner heran. Sie sind noch immer teurer als Verbrenner, und das Aufladen ist auch nicht immer leicht. Fakten, die den Verkauf von E-Autos und Plug-in-Hybridfahrzeugen in Deutschland noch immer hemmen!Doch die E-Autos machen immer mehr Fortschritte (hier ein großer Faktencheck zur Elektromobilität).
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Und schon jetzt haben Elektroautos einige Vorteile, die sich herumsprechen und die immer mehr Kunden für ein E-Mobil begeistern: Fahrspaß durch kräftige Beschleunigung aus dem Stand heraus, garantiert freie Fahrt in allen Innenstädten und ein grünes Gewissen – obgleich die Umweltbilanz von E-Autos differenziert betrachtet werden sollte. Grund genug, einen Blick auf die Plus-Minus-Bilanz von Elektroautos zu werfen und die vielen Argumente sorgsam abzuwägen.

Vorteile fürs Elektroauto

Grünes Gewissen: Sind E-Autos wirklich umweltfreundlich?

Tatsächlich sind Elektroautos lange nicht so "grün", wie es auf den ersten Blick scheint. Dennoch können Fahrer für sich beanspruchen, durch ihre Nutzung die CO2-Bilanz des Straßenverkehrs zu verbessern – in Zeiten des Klimawandels ein gutes Gefühl. Denn ihnen ist der aktuelle Strommix in Deutschland nicht anzulasten, wonach knapp 30 Prozent aus Kohleverstromung entsteht. Wenn Strom aus regenerierbaren Quellen zur Verfügung steht, verbessert das die Umweltbilanz von E-Autos dramatisch. Neben der Emissionsfreiheit im Betrieb sind Elektroautos zudem durch ihre Geräuscharmut umweltfreundlicher als lärmende Verbrenner – Anwohner von Hauptverkehrsstraßen können dies bestätigen.

Fahrverbote: Wie groß ist die Gefahr?

Noch sind Fahrverbote in Deutschland relativ rar, zudem betreffen sie vor allem ältere Diesel. Doch das kann sich ändern. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Klagen in mehr als 30 Städten und Kommunen eingereicht, damit der Immissionsgrenzwert für Stickstoffdioxid (NO2, 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel) eingehalten wird. In Hamburg, Berlin, Stuttgart und Darmstadt wurden bislang Bußgeldbescheide in Höhe von 1,6 Millionen Euro (noch nicht alle rechtskräftig) verhängt, auch in vielen Metropolen im Ausland gibt es Beschränkungen. Besitzer von Elektroautos sind da fein raus.

Privilegien: Gibt es freie Fahrt und freies Parken?

Elektroautos und Plug-in-Hybride (ab 40 km Reichweite) mit E-Kennzeichen genießen dank des Elektromobilitätsgesetzes (EmoG) von 2015 in einigen Städten Privilegien. So dürfen sie in öffentlichen Zonen gratis parken, teilweise gibt's den Strom gratis. Allerdings hapert es noch vielerorts mit der Umsetzung des EmoG, die erlaubte Nutzung von Sonderspuren ist quasi noch nicht existent. Da ist das Ausland schon weiter. Würden Bus- und Taxispuren für Elektroautos freigegeben, könnte dies Pendlern mit E-Autos den täglichen Stau ersparen – vorausgesetzt, es werden nicht zu viele.

Steuervorteile: Was kostet ein E-Auto an Steuern?

Elektroautos (keine Plug-in-Hybride), die bis Jahresende 2020 erworben werden, sind zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit, auch nach einem Halterwechsel. Zudem wurde die Steuer für die private Nutzung von Elektromobilen als Dienstwagen erneut halbiert, auf 0,25 Prozent. Das heißt: Geschäftlich genutzte Elektroautos unter 40.000 Euro (seit dem 1.1. 2019 erworben) müssen nur noch 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden, bei Plug-in-Hybriden (mind. 40 km Reichweite, max. 50 g CO2/km) sind es 0,5 Prozent. Auch die Besteuerung für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz wurde günstiger.

Laufende Kosten: Was kostet ein E-Auto an Versicherung?

Keine Kupplung, keine Einspritzpumpe, keine Abgasanlage: Auf diese und andere Verschleißteile kann das Elektroauto verzichten – und wird damit im Unterhalt günstiger. Auch andere Betriebskosten und vor allem die Energiekosten sind bei elektrisch angetriebenen Fahrzeugen teils so niedrig, dass der Gesamtvergleich sogar für das E-Auto und gegen den Verbrenner sprechen kann. Bei den Kosten für die Versicherung unterscheiden sich Elektroautos und Benziner/Diesel nicht grundlegend, nur wenige Versicherer belohnen bei ihren Tarifen emissionsarme Fahrzeuge (mehr Infos hier). Wegen der höheren Anschaffungskosten ist bei E-Autos ein Vollkasko-Vertrag empfehlenswert, der mit dem Akku auch die teuerste Komponente des Wagens einschließt. Einen ausführlichen Kostenvergleich pflegt der ADAC.

Fahrspaß und Modernität: Sind E-Autos die Zukunft?

Zwar müssen E-Autofahrer auf einen satten oder samtweichen Motorsound verzichten. Aber wer einmal in einem E-Auto kräftig aufs Strompedal gedrückt hat, kennt das Gefühl unbegrenzter Freiheit beim geräuschlosen Davonsegeln. Auch in punkto Ausstattung bleiben bei modernen Elektrofahrzeugen meist keine Wünsche offen, der Weg zum autonomen Fahren ist spürbar kürzer als bei einem alten Diesel. Und während noch vor fünf Jahren das Angebot an Stromern recht übersichtlich war, werden die großen Autohersteller in den kommenden Jahren Hunderte Milliarden in alternative Antriebe und damit ihre Modellpalette investieren. Man ist als E-Autofahrer also auch ein bisschen Trendsetter – laut einer neuen Studie soll Elektro bis 2030 den Verbrennungsmotor überholen.

Elektroauto: die Nachteile

Anschaffungspreis: Werden Elektroautos billiger?

Auch wenn sich die Preise für Elektroautos und Plug-in-Hybridfahrzeuge denen für vergleichbare Diesel oder Benziner immer mehr annähern: Noch ist der Unterschied spürbar. Das liegt vor allem an der teureren Antriebstechnik, speziell der Batterie. Zudem zögerte die Politik lange mit der Umsetzung der erhöhten Elektro-Kaufprämie. Seit dem 19. Februar 2020 aber gibt es bis zu 6000 Euro Zuschuss beim Kauf eines E-Fahrzeugs.

Ladeinfrastruktur: Woran hapert es beim Laden?

Mehr als 70 Prozent aller Ladevorgänge finden zu Hause oder am Arbeitsplatz statt. Doch nur die wenigsten Autobesitzer finden dort die nötige Infrastruktur wie beispielsweise eine Wallbox vor. Das Laden im öffentlichen Raum ist inzwischen an knapp 28.000 Ladepunkten möglich (Tendenz stark steigend), doch trotz Verbesserungen wie Roaming-Angebote von Ladesäulenbetreibern bleibt das Bezahlen oft problematisch, Preise können stark variieren, sind liegen teils erheblich über den am privaten Stromanschluss zu entrichtenden Preis von 0,30 Euro/kW/h.

Reichweite: Wie weit kommt ein E-Auto?

Es hat sich bereits viel getan in Sachen Reichweite, aber für eine längere Urlaubsfahrt in einem Rutsch reicht es bei Elektrofahrzeugen meist nicht. Immerhin: Mit einem Tesla kommt man inzwischen rund 500 Kilometer weit, dank der Supercharger geht auch das Aufladen recht zügig. Auch andere moderne Modelle versprechen heutzutage Reichweiten von mehr als 400 Kilometern, der Trend wird sich fortsetzen. Letztendlich hängt die Strecke auch vom individuellen Verhalten wie dem Fahrstil oder der Nutzung von Stromfressern an Bord ab. Plug-in-Hybride mit einem zusätzlichen Verbrennungsmotor können da natürlich Abhilfe schaffen, sie beruhigen dafür aber auch nur meist 50 Kilometer weit das grüne Gewissen.

Akkus: Wo liegen die Schwächen der Batterie?

Essenziell wichtig für E-Auto-Akkus ist Lithium. Der Rohstoff birgt jedoch Probleme beim Abbau (aufgewirbelter Staub als Gefahr für Tiere, kontaminiertes Wasser, Landraub), v.a. in Südamerika, beim Preis (noch zu hoch) und bei der Entsorgung (Brandgefahr, giftige Gase). Die Lebensdauer einer Lithium-Ionen-Batterie wird allgemein auf acht bis zehn Jahre taxiert, dann sinkt die Speicherkapazität auf 70 bis 80 Prozent. Dabei gibt es Ausnahmen wie der 1-Million-Kilometer-Tesla (fuhr bis zu 476.000 Kilometer mit einem Akku). Viele Experten erwarten für spätestens 2025 den Durchbruch beim Preisniveau, auch am Recycling von E-Auto-Batterien wird fleißig geforscht und entwickelt.

Leise Gefahr: Welche Geräusche macht ein E-Auto?

Bei einem Elektroauto sind die Geräusche bei geringem Tempo massiv reduziert, zu hören ist nur das Abrollen der Reifen auf dem Asphalt. Das birgt Gefahren für Fußgänger, speziell für Blinde und Sehbehinderte. Daher müssen E-Autos und Hybride, die zertifiziert werden, seit Juli 2019 mit dem sogenannten Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS) ausgestattet sein (Beispiel). Heißt, es müssen bis 20 km/h "motorenähnliche Geräusche" und beim Einlegen des Rückwärtsganges ein akustisches Signal zu hören sein. Erst ab Juli 2021 gilt dies für alle neu zugelassenen E-Fahrzeuge. Bereits zugelassene E-Autos müssen nicht umgerüstet werden.
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