Mit einer App wollen ein paar Berliner Radler Rad- und Fußwege freikämpfen. Unter dem Projektnamen "Straßensheriffs" soll ein Programm entstehen, mit dem jeder Smartphone-Besitzer falsch geparkte Autos fotografieren und binnen Sekunden beim Ordnungsamt anzeigen kann. Standort und Zusatzinformationen soll das Telefon mit dem Bild verknüpfen.

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Ähnliche Initiativen gibt es schon: Im kanadischen Winnipeg wird Nutzern eine Beteiligung am Bußgeld in Aussicht gestellt. Die US-Heimatschutzbehörde lässt sich in Delaware alles Verdächtige per App melden. US-Autofahrer können sich gegenseitig bei Polizei und Versicherung anschwärzen. Die Stadt Zürich lässt sich per Smartphone über alles Mögliche informieren. Alle Ansätze sind umstritten.

Deutsche Ordnungsämter winken ab

Wohl auch deshalb haben die "Straßensheriffs" kurz nach Beginn ihres Projekts rhetorisch schon wieder abgerüstet. Der Slogan "Eine App, ein Klick, eine Anzeige" wurde durch "Für clevere Städte" ersetzt, Formulierungen wie "Dahin rollen. Urban sein. Und frei. Wenn nur die Autos nicht wären" oder "Damit die Wut ein Ventil bekommt" entschärft. Stattdessen träumen sie nun von Textnachrichten an Autofahrer. Berlins Ordnungsämter, die dafür deren Namen herausgeben sollen, winken allerdings schon ab. Bis Anfang November 2013 wollen die Projektgründer über eine Internet-Plattform mindestens 33.000 Euro von Sympathisanten einwerben.

Zum Crowdfunding-Projekt Straßensheriffs

Fazit

Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit. Dabei sind mir im Weg: Autos. Ampeln. Fußgänger. Gebüsch. Regen. Schlaglöcher. Ich könnte jeden Tag irgendwem irgendwas melden. Nur ist das genau wie die Rechthaberei dauerhupender Autofahrer kleinbürgerlich und sinnlos. Wer jeden Unkonzentrierten oder Rücksichtslosen erziehen will, verkämpft sich und nervt. Wer schlau ist, fährt einfach eine Kurve.