Wie die Zeit vergeht – den Ford Kuga gibt es schon seit zwölf Jahren. Beim TÜV überzeugt das geräumige SUV in beiden Generationen. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!

Ford Kuga II

Bauzeit: 2013 bis heute
Motoren: 120 PS (EcoBoost/TDCi) bis 180 PS (TDCi 4x4)
Preis: ab 9700 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2012): 5 Sterne
Ford Kuga 2.0 TDCi
Der Kuga bietet bei umgeklappter Rücksitzlehne maximal 1405 Liter Stauraum.
Das ist er: Elegant unaufdringlich ohne den Aggro-Look, wie ihn viele SUV-Konkurrenten beherrschen. Unter den Kompakt-SUVs ist er zudem der beherzte Sportler. Die Fahrwerksentwickler von Ford haben sauber abgestimmt, da ist kein Einstellfahrwerk nötig. Das war nicht allzu schwer, die technische Plattform liefert der Ford Focus.
Hinweis
Ford Kuga im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt   
Das kann er: Schnell und sportlich um die Kurven gehen. Und die Passagiere werden dabei auch nicht unnötig durchgeschüttelt. Dank acht Zentimeter Außenlänge plus hat der Kuga nicht nur an Statur, sondern auch an Innenraum gewonnen. Er ist mit etwas mehr Platz, besonders im Fond, jetzt familientauglich. Außerdem kann sich die Familie über ein neues Geräuschniveau freuen. Motor- und Fahrgeräusche sind durch schallisolierende Dämmstoffe weitgehend ausgesperrt.
Das macht Ärger: Der Verriegelungsmechanismus der Gurthöheneinstellungen kann verkanten. Die Scheibenwischermotoren (vorn hat jeder Wischer seinen eigenen) neigen zum Ausfall. Viel unangenehmer, weil ohne Garantie oder Kulanz teuer, kann ein Bruch des Verteilergetriebes im Allradstrang kommen. Rückrufe ab 2018 betrafen die Kupplung (Bruch sowie Brandgefahr durch Überhitzung).

Ford Kuga I

Bauzeit: 2008 bis 2013
Motoren: 136 PS (TDCi) bis 200 PS (2.5)
Preis: ab 5700 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2008): 5 Sterne
Ford Kuga 2.0 TDCi 4x4
Der 1573 kg schwere Kuga hat serienmäßig ein Sechsgang-Getriebe und wahlweise Front- oder Allradantrieb.
Das ist er: Als Konkurrent des VW Tiguan an den Start gegangen. Schon 2008 gestaltete Ford mit dem Kuga den neuen SUV-Trend maßgeblich mit. Technisch gesehen ist er ein C-Max und Focus, in der Basisversion nur mit Frontantrieb; für 2000 Euro Aufpreis gab es Allrad. Der Zweiliter-TDCi mit 136 PS (ab 2011 mit 140 PS und Euro 5) war anfangs der einzige Motor. Ende 2011 kam dann noch ein Fünfzylinder-Benziner von Volvo dazu.
Hinweis
Ford Kuga im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt   
Das kann er: Komfortabel fahren, das Fahrwerk ist ein gelungener Kompromiss aus gutem Handling und nachgiebiger Federung. Dazu noch eine präzise Lenkung, da kommt BMW-Feeling auf. Vier Personen finden ausreichend Platz. Im 100.000-Kilometer-Marathon von AUTO BILD ALLRAD zeigte ein 2.0 TDCi 4×4 fast keine Probleme. Der Motor sorgte für Begeisterung. Am Ende wirkten die Sitze wie neu, Turbo und Elektronik arbeiteten erstklassig. Rost gab es keinen.
Das macht Ärger: Viele schadhafte Radlager und defekte Generatoren, die Dieseln nerven mit fehlerhaften Luftmassenmessern und verstopften Partikelfiltern. Spannungsspitzen zerstörten die Glühlampen des Abblendlichts, bis ein Software-Update den Spuk beendete.

TÜV-Report

Fahrwerk
Rost ist für den Kuga ein Fremdwort, alle Jahrgänge zeigen den Traumwert 0,0. Ansonsten unterscheiden sich die Generationen: Während Defekte an der Achsaufhängung bei allen unter dem Schnitt bleibt, fällt der Kuga I oft durch Verschleiß an Federn und Dämpfern auf. Auch seine Lenkanlage wird überdurchschnittlich oft moniert, beim jungen Kuga II ist diese völlig mängelfrei.
Licht
Die Einstellung des Abblendlichts bleibt im Durchschnittsrahmen. Rot sieht der Kuga bei durchgebrannten Leuchtmitteln vorn, hinten betrifft es verstärkt den Kuga I. (Mehr zum Ford Kuga: alle Generationen, News und Videos)
Bremsen
Ford, die tun was: An den Bremsen hat's gefruchtet. Bremsleitungen und -schläuche präsentieren sich mustergültig. Fuß- und Feststellbremse des Kuga arbeiten zuverlässig. Für den einzigen dunklen Fleck auf der weißen Weste sorgt ausgerechnet der jüngste Kuga II: Hier fallen die Bremsscheiben überdurchschnittlich oft durch.
Umwelt
Die Öko-Bilanz dürfte besser sein. Zwar macht der Auspuff unterdurchschnittlich Ärger, doch in puncto Ölverlust schneiden die ältesten Kuga I auffällig schlecht ab. Der jüngste markiert auch zu oft sein Revier. Solide: das Abschneiden bei der AU.

Fazit

Kölner können mehr als Karneval: Ford hat ein ordentliches, alltagstaugliches Kompakt-SUV gebaut, das auch dank seines sportlich-harmonischen Fahrwerks Spaß macht. Gebrauchtinteressenten sollten genauer auf die Bremsscheiben des Kuga II achten. Am Typ I nimmt man dagegen Federn und Dämpfer sowie möglichen Ölverlust in den Fokus.