Sergio Marchionne entpuppt sich als Mann der deutlichen Worte

Formel 1 2014

Ferrari-Boss flucht über Motoren: "Von Betrunkenen gemacht"

Sergio Marchionne lässt kein gutes Haar an den V6-Turboherzen und nennt das Formel-1-Regelwerk intransparent - Eine Modifikation 2016 sei nicht sicher
Luca di Montezemolo, die Teamchefs Stefano Domenicali und Marco Mattiacci - bei Ferrari waren in der jüngeren Vergangenheit viele Führungskräfte unterschiedlichen Charakters am Werk, doch eines einte sie in ihrer Meinung über die Formel 1: die Kritik am neuen Antriebsreglement. Keiner der drei wurde aber in der Öffentlichkeit so deutlich wie der neue Präsident Sergio Marchionne: "Sie müssen von Betrunkenen an der Bar verfasst worden sein", schimpft er über die Regeln der Königsklasse.
Klar, dass V6-Turbomotoren mit Hybridunterstützung Ferrari nicht in den Kram passen, wenn die Szenerie unter diesen Vorzeichen von Mercedes dominiert wird. Marchionne geht es allerdings um mehr: "Die Regeln sind ein echtes Labyrinth und wirklich schlecht konzipiert", erklärt der Italiener und fordert mehr Transparenz, um wieder die Herzen der Motorsport-Fans für die Formel 1 zu gewinnen: "Wir müssen die Regeln einfacher gestalten, sodass sogar normale Leute sie verstehen."
Bernie Ecclestone scheint willig, einen derartigen Prozess zu forcieren, doch Profiteur Mercedes tut sich damit naturgemäß schwer. Eine Modifikation zur Saison 2016, wie sie bereits angeklungen ist, betrachtet Marchionne nicht als wasserdicht: "Es ist nicht sicher, dass sich irgendetwas verändern wird", betont er. Ferrari muss deshalb auf das bis 2020 eingeplante aktuelle Aggregat setzen, soll aber zumindest bezüglich der Homologationsrichtlinie bereits ein Schlupfloch gefunden haben.
Fotoquelle: Ferrari

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