Formel 1: Leclerc mit Kampfansage

Formel 1 - Charles Leclerc

Formel 1: Ferrari-Neuzugang Leclerc

Wird er jüngster Ferrari-Sieger aller Zeiten?

Das Debüt eines neuen Ferrari-Fahrers ist immer etwas Besonderes. Das gilt noch mehr für Charles Leclerc. Er könnte Rekorde brechen.
Ein Wechsel zu Ferrari ist mehr als nur ein Teamwechsel. Wer hierher kommt, wird automatisch Teil der Ferrari- und der Formel-1-Historie. Doch selten wurde das Ferrari-Debüt eines Fahrers mit so viel Spannung erwartet wie das von Charles Leclerc 2019. Viele wollen wissen, ob das monegassische Wunderkind wirklich in der Lage sein wird, Sebastian Vettel bei Ferrari zu fordern.
Leclerc wird beim Saisonauftakt in Australien 21 Jahre und 152 Tage alt sein – und damit der zweitjüngste Ferrari-Pilot nach Ricardo Rodriguez (er war in Italien 1961 noch zwei Jahre jünger). Leclerc könnte aber auch der jüngste Ferrari-Sieger aller Zeiten werden – ein Rekord, den noch immer Jacky Ickx hält, der beim Triumph in Frankreich 1968 erst 23 Jahre alt war.
Diese Zahlen zeigen schon: Die Verpflichtung von Leclerc ist außergewöhnlich. Selten vertraut Ferrari eine der Roten Göttinnen einem so jungen Fahrer an. Aber warum ausgerechnet Leclerc?

Jacky Ickx ist bisher der jüngste Ferrari-Sieger

Zuerst gibt es da den sportlichen Faktor. Der Monegasse ist einfach stark, schlug bei Sauber den viel erfahreneren Marcus Ericsson nach Punkten mit 39:9 Punkten. Dazu kommt: Nur er und Weltmeister Hamilton blieben ohne Strafpunkt. Leclerc macht also kaum Fehler – und wenn, dann im Training. Obwohl die Saison 2018 – das sei an dieser Stelle nochmal erwähnt – erst die erste in der F1-Karriere von Leclerc war.
Leclerc marschierte durch die Nachwuchsserien: 2014 Vizemeister in der Formel Renault, 2015 Vierter in der Formel 3, 2016 Meister in der GP3, 2017 Champion in der Formel 2.
Der politische Faktor ist auch klar: Leclerc ist der erste Rohdiamant des noch jungen Ferrari-Juniorprogramms, das nun in den Werksrennstall befördert wird. Massimo Rivola leitete das Nachwuchsprojekt jahrelang. Er weiß: „Leclerc kommt nicht zu Ferrari, um dort den Butler zu spielen. Er ist ein frühreifes Kerlchen, das mit Druck absolut umgehen kann.“
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Heißt: Mental ist er längst älter als seine 21 Jahre, die sein Pass anzeigt. Das liegt vielleicht auch am Hintergrund. Vor zwei Jahren starb im Sommer völlig unerwartet sein Vater Herve Leclerc, selbst früher einmal Formel-3-Rennfahrer. Leclerc musste sich fortan alleine durchschlagen – schon am Wochenende nach dem Tod des Vaters gewann er in Baku sensationell das Formel-2-Rennen.
Leclerc zu verpflichten hat auch einen menschlichen Faktor. Es ist nicht das erste Mal, dass Leclerc mit dem Tod konfrontiert wurde. Einer seiner Förderer war Jules Bianchi. Der sollte eigentlich eines Tages für Ferrari fahren, verunglückte dann aber beim Japan-GP 2014 schwer, ein Jahr später starb er an den Folgen der Unfallverletzungen.
Leclerc weiß, dass die Saison 2019 eine Chance, aber auch ein Risiko ist. „Ich weiß, dass ganz Italien auf mich schaut. Aber: Ich spüre den Druck nicht, ich spüre die Unterstützung. In Italien zu gewinnen, wäre mein Traum.“ Dann wäre er auch jüngster Ferrari-Sieger...
In der Bildergalerie zeigen wir Ihnen die bisherigen Karriereschritte von Charles Leclerc.
Die jüngsten Ferrari-Sieger
Jacky Ickx (Frankreich 1968): 23 Jahre, 188 Tage
Mike Hawthorn (Frankreich 1953): 24 Jahre, 86 Tage
Peter Collins (Belgien 1956): 24 Jahre, 208 Tage
Niki Lauda (Spanien 1974): 25 Jahre, 65 Tage
Felipe Massa (Türkei 2006): 25 Jahre, 124 Tage
Giancarlo Baghetti (Frankreich 1961): 26 Jahre, 189 Tage
Michele Alboreto (Belgien 1984): 27 Jahre, 128 Tage
Tony Brooks (Frankreich 1959): 27 Jahre, 130 Tage
Michael Schumacher (Spanien 1996): 27 Jahre, 151 Tage
Kimi Räikkönen (Australien 2007): 27 Jahre, 152 Tage

Formel 1 - Charles Leclerc

 

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture Alliance

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