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Formel 1: Hamilton-Sieg zum Jubiläum

Stallorder-Stunk bei Ferrari

Lewis Hamilton gewinnt das 1000. Rennen der Formel 1 vor Valtteri Bottas und übernimmt die WM-Führung. Sebastian Vettel als Dritter am Podium.
Lewis Hamiltons Silberpfeil glänzt beim 1000. Grand Prix der Formel 1. Nach der Niederlage im Qualifying schlägt der Weltmeister im Rennen zurück und holt vor seinem Teamkollegen und Pole-Mann Valtteri Bottas seinen 75. Sieg.
Sebastian Vettel (Ferrari) kommt auf Rang drei ins Ziel – nach Stallorder für den Deutschen und heftigen Diskussionen am Boxenfunk seines Teamkollegen Charles Leclerc.
Der Monegasse muss Vettel in der Anfangsphase vorbeilassen und reagiert genervt. Am Ende wird er hinter Max Verstappen nur Fünfter. Vettel dagegen hat keine Chance auf den Sieg, auch der Punkt für die schnellste Rennrunde wird ihm im letzten Umlauf noch von Pierre Gasly (Red Bull) geklaut.
„Ich hatte das Gefühl, ich bin schneller, es war aber schwierig den Rhythmus zu finden“, sagt Vettel. „Wenn man das ganze Rennen sieht, war es – glaube ich – fair. Wir haben jetzt Hausaufgaben zu machen. Das war ein gutes Ergebnis, aber kein großartiges. Mercedes war heute zu schnell für uns.“
Nico Hülkenberg muss seinen Renault mit Technikdefekt (MGU-K) in der Garage abstellen.
Aber wie kam es zum Stallorder-Stunk bei den Roten? Das Rennen in der Chronologie:
Doppelter Platzwechsel schon am Start: Polesetter Bottas kommt schlecht weg, deshalb schlüpft Hamilton durch. Auch Vettel versucht den Finnen zu attackieren, landet dadurch aber soweit auf der Außenbahn, dass Leclerc an ihm vorbeifahren kann. Reihenfolge nach dem Start also: Hamilton, Bottas, Leclerc, Vettel. Sieger Hamilton sagt später: „Der Start hat heute den Unterschied gemacht.“
Hamilton und Bottas setzen sich ab. Leclerc hält Vettel auf, der Deutsche kommt aber nie nah genug ran, um seinen Teamkollegen zu überholen.

Dritter Mercedes-Doppelsieg im dritten Rennen 2019

In Runde neun gibt's die erste Ansage an Leclerc: „Du musst schneller fahren, sonst lassen wir Sebastian vor.“ Runde elf: Ferrari macht die Drohung wahr, exerziert Stallorder. Leclerc bekommt die Aufforderung: „Lass Sebastian vorbei!“ Der Monegasse will sich noch weigern: „Aber ich setze mich doch ab!“ Dann gibt er doch nach, der Deutsche übernimmt Rang drei.
Später verrät Vettel: "Ich habe mich im Auto schneller gefühlt und gefragt, ob ich schneller kann. Mir wurde ja gesagt." 
Der Heppenheimer hat aber schon fast acht Sekunden Rückstand auf Hamilton und fünf auf Bottas. Leclerc bekommt auf die Frage "Warum?" noch mal den Hinweis: „Wir machen unseren Job, bleib fokussiert!“
Vettel allerdings kann sich nicht entscheidend absetzen, auch weil er sich mit längst abgefahrenen Reifen mehrfach verbremst. In Runde 14 fragt Leclerc deshalb leicht ironisch nach: „Und jetzt?“ In Runde 16 legt er nach: „Ich verliere viel Zeit. Ich weiß nicht, ob Ihr das wissen wollt. Ich wollte es Euch nur mitteilen.“ Antwort: „Wir diskutieren darüber.“
Ferraris zwei Probleme: Stallorder und Schönwetterauto
In Runde 18 bekommt Vettel die Ansage: „Du musst mehr pushen.“ In Runde 20 löst Ferrari das Spielchen auf und holt Vettel an die Box. Gerade noch rechtzeitig, um Max Verstappen hinter sich zu halten, der auf Platz fünf einen Umlauf früher frische Reifen aufgezogen hat und einen Undercut versucht.
Dann das Duell: Verstappen sticht am Ende der Geraden rein in die Vettel-Lücke, verbremst sich aber dabei. Vettel nutzt den fehlenden Schwung des Red Bull und kontert, drückt den Holländer dabei leicht auf die Wiese. Starke Aktion am Limit des Erlaubten, eine Strafe gibt's dafür nicht.
Leclerc bleibt indes auf einer anderen Strategie draußen. So hat Ferrari die Kampfhähne erstmal getrennt. Erst in Runde 24 wird er zum Service beordert und fällt dadurch auf Platz fünf zurück. Jetzt ist klar: Ferrari hat Leclercs Rennen für Vettel geopfert. Ein klares Statement für den Deutschen. Was sich nicht abschließend klären lässt: Hätte sich auch Leclerc gegen Verstappen verteidigen können?
Hamilton und Bottas kommen in Runde 24 und 23 zum Reifenwechsel. Weil Bottas einen Umlauf früher neue Schlappen aufziehen darf, taucht er plötzlich wieder formatfüllend in Hamiltons Rückspiegel auf. Vettel hat auf Rang drei sieben Sekunden Rückstand auf den Finnen. Leclerc liegt indes schon neun Sekunden hinter Verstappen.
Der WM-Stand im Überblick: Hamilton neuer WM-Leader
Das Rennen plätschert vor sich hin. Erst in Runde 36 wird's wieder spannend. Vettel kontert auf den zweiten Verstappen-Boxenstopp und zieht (weichere) gelbe (statt harte weiße) Pneus auf. Einen Umlauf später kommt Mercedes zum Doppelstopp. Nacheinander werden Hamilton und Bottas abgefertigt. Vettel hat seinen Rückstand durch den früheren Boxenbesuch auf fünf Sekunden verkürzt. Leclerc hält kurzfristig Bottas auf, dadurch kann Hamilton an der Spitze wieder enteilen.
Aber: Auch Vettel läuft jetzt auf seinen Teamkollegen auf, der mit den harten Pirellis länger fahren kann. In Runde 43 zieht der Deutsche dank DRS und frischerer Gummis regulär vorbei. Dann kommt auch Leclerc zum Service, fällt aber wieder hinter Verstappen zurück.
Hamilton zieht an der Spitze indes allein seine Kreise. Weder Bottas noch Vettel können den Briten gefährden. Und auch die Abstände zwischen Bottas, Vettel, Verstappen und Leclerc sind zu groß für spannende Duelle. Hamilton holt seinen 75. Sieg. Spannend wird's zum Schluss nur im virtuellen Duell um die schnellste Rennrunde.
Pierre Gasly zieht zwei Runden vor Schluss noch mal frische Gummis auf – und fährt tatsächlich schneller als Sebastian Vettel, der den Zusatzpunkt auf den letzten Metern doch noch verliert.

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Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance / F1 TV

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