Formel 1: Bilder vom Brasilien GP

Formel 1: Kommentar zu Verstappen

Wollen wir Männer oder Memmen?

Max Verstappen wurde nach seiner Rangelei mit Esteban Ocon bestraft. Ist das richtig? Das sagt ABMS-Redaktionsleiterin Bianca Garloff.
Die Formel 1 produziert Schlagzeilen. Endlich mal wieder. Eine zuletzt dahinplätschernde Saison wurde in Brasilien noch mal spannend. Weil der Überrundete Esteban Ocon den Führenden Max Verstappen aus dem Rennen um den Sieg nahm.
Nur kurz zum Vorfall selbst. In meinen Augen geht so etwas gar nicht. Natürlich sind Entrundungen erlaubt, aber doch nicht so. Doch nicht dann, wenn der Führende offenbar gar nicht so viel langsamer ist, dass die Entrundung zum Duell auf Biegen und Brechen wird. Man muss kein Freund von blauen Flaggen sein, aber dass ein Nachzügler sich so in den Kampf um einen prestigeträchtigen Sieg einmischt, ist für mich ein No-Go. Ich stimme da Mark Webber zu, der Ocons Aktion als Manöver „ohne Gehirn“ bezeichnet.

Schumacher war in Spa 1998 mächtig sauer auf Coulthard

Und wenn der Mercedes-Junior – auf dem Video ist das gut zu erkennen – Verstappen danach auch noch blöd angrinst, kann ich dessen Reaktion durchaus nachvollziehen. Sind Sie bei so etwas noch nie ausgeflippt? Das Fass, das die FIA danach geöffnet hat, verstehe ich indes nicht.
Verstappen muss nun also zwei Tage zur Sozialarbeit beim Weltverband antreten. Weil er Emotionen gezeigt und Ocon geschubst hat. Och Göttchen! Was wollen wir denn eigentlich? Gladiatoren der Rennbahn, die ihre Leidenschaft auf und neben der Strecke leben? Oder kleine Jungs, denen bei jedem Fehlverhalten vom Lehrer die Ohren langgezogen werden?
Das sagt Verstappen zum Ocon-Crash: Hier nachlesen
Früher wurde über so was doch auch nicht diskutiert. Als Michael Schumacher 1998 in Spa nach seinem Auffahrunfall im Regen beispielsweise in voller Montur zu David Coulthard in die Box gepirscht ist und ihm Prügel angedroht hat. Oder als Nelson Piquet Eliseo Salazar in Hockenheim 1982 nach einem Unfall beim Überrunden an den Kragen wollte (siehe Foto oben) und – mehr als Verstappen in Brasilien – handgreiflich wurde. Die Szene ist bis heute weltberühmt und wird immer wieder dann herausgekramt, wenn es darum geht, dass wir Männer in Formel-1-Autos brauchen und keine Memmen.
Überhaupt: Die Amerikaner von Liberty Media müssen sich doch kaputt lachen. In jedem zweiten Eishockey- oder Football-Game sind Prügeleien an der Tagesordnung. Solange dabei niemand verletzt wird, sagt auch keiner was. 
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich will jetzt nicht dazu aufrufen, dass die Fahrer ihre beinharten Duelle auf der Strecke auch permanent daneben fortsetzen. Aber ein bisschen Emotion muss doch erlaubt sein. Zumindest, wenn dabei niemandem etwas passiert.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance / F1

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