Formel 1

Formel 1: Bilder vom Brasilien GP

Formel 1: Mercedes modifiziert Löcher

Kein Ende im Felgenstreit in Sicht

Mercedes' Räder sorgen weiter für Wirbel. Nach Sao Paulo haben die Silberpfeile die nächste Version gebracht, im Rennen eingesetzt wird sie wohl nicht.
Dieser Felgenstreit zieht sich wie Kaugummi. Seit Wochen gibt es Diskussionen um Mercedes' innovative Räder zwischen dem Team, der FIA und der Konkurrenz. Ein Ende ist weiter nicht in Sicht: Weil sich keiner traut. Mercedes verzichtet weiter auf einen Renneinsatz, Ferrari auf einen offiziellen Protest und vor allem die FIA auf eine endgültige Klarstellung.
In Brasilien sind die Silberpfeile im Training erneut mit ihren durchlöcherten Distanzscheiben gefahren, diesmal sogar einer leicht modifizierten Version. Zum Rennen werden diese jedoch wohl wieder ausgebaut - so wie schon in Austin und Mexiko.
Hintergrund: Vor dem USA GP meldete Ferrari Bedenken bei der FIA über die Legalität der Mercedes-Lösung an. Begründung: Es könne sich dabei um ein bewegliches aerodynamisches Teil handeln. Zwar erhielten die Silberpfeile grünes Licht für einen Einsatz der Teile in Austin, verzichteten aber aus Angst vor Protest dennoch darauf. Ein ähnliches Bild die Woche drauf in Mexiko. Diesmal bat Mercedes bei der FIA offiziell um Klarstellung, die Techniker des Weltverbands vermieden aber erneut ein klares Ja, gaben abermals nur eine vorläufige Einsatzerlaubnis. Im Fall eines Protests müssten die Stewards entscheiden. Deshalb verzichtete Mercedes erneut.

Weiter Zentrum der Diskussionen: Mercedes' Räder

In beiden Rennen hatten die Stuttgarter indes mit Reifenproblemen zu kämpfen - allerdings unterschiedlicher Natur: War in Austin der Verschleiß zu hoch, so stand in Mexiko das Graining (Körnen; d. Red.) der Reifen im Fokus. Heißt übersetzt: Einmal waren die Reifen zu warm, einmal zu kalt. Die durchlöcherte Distanzscheibe dient, genauso wie die Löcher in den Felgen selbst, eigentlich der Abführung von Hitze, also der Kühlung. Damit will Mercedes die Reifen besser managen.
Sollte das Team in Brasilien doch mit den Distanzscheiben im Rennen fahren wollen, müsste erst wieder eine neue Prüfung durchgeführt werden. Beim bisher ausgesprochenen grünen Licht, wurde seitens der FIA explizit darauf hingewiesen, dass jede Änderung - etwa der Größe der Löcher - eine neue Einstufung des Teils zur Folge hätte. Genau das hat Mercedes in Sao Paulo gemacht. Zwar waren im Freitagstraining weniger Löcher in der Distanzscheibe, dafür ist deren Durchmesser größer.
Deutlich zu sehen war am Freitag in Brasilien der positive Effekt, den die innovative Lösung auf Mercedes' Reifenperformance hat. Mit den Distanzscheiben gingen die Silberpfeile schonend mit den Gummis um. Mercedes hatte den geringsten Abbau zu verzeichnen. Gut möglich, dass Mercedes die Trainingsfahrten nutzt, um das Teil für kommende Saison zu optimieren - dieses Jahr aber auf den Renneinsatz verzichten wird. Und dann hofft, dass die FIA im Winter endlich grundlegend Stellung bezieht.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Paolo Filisetti / Picture-Alliance

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