Formel 1: Bilder vom Abu Dhabi GP

Formel 1: Mercedes-Sieg beim Finale

Hamilton und Vettel feiern Alonso

Lewis Hamilton gewinnt auch das letzte Rennen der Saison. Sebastian Vettel und Max Verstappen auf dem Podium. Fernando Alonso Fahrer des Tages.
Lewis Hamilton feiert beim F1-Finale in Abu Dhabi seinen elften Saisonsieg vor Sebastian Vettel und Max Verstappen. Doch alle Augen, selbst die des Siegers, sind mit Fallen der Zielflagge nur auf einem Mann: Fernando Alonso. Platz elf im lahmen McLaren ist am Ende Nebensache beim F1-Abschied des spanischen Doppelweltmeisters - gemeinsam mit Hamilton und Vettel zelebriert Alonso mit Donuts auf der Auslaufrunde.
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Mann des Tages: Fernando Alonso feiert F1-Abschied

"Glückwünsch an Fernando zu einer tollen Karriere. Wir werden ihn vermissen", sagt Ex-Rivale Vettel nach dem Aussteigen auf der Start-Ziel-Geraden und umarmt den Spanier. Rennsieger Lewis Hamilton fügt hinzu: "Er ist eine wahre Legende und es war eine Ehre, gegen ihn Rennen zu fahren. Ich habe ihn schon bewundert, bevor ich in der Formel 1 war. Normalerweise vermisst man keinen anderen Fahrer, aber in seinem Fall wird es anders sein. Er wird mir und der Formel 1 fehlen."
Alonso, Ricciardo, Räikkönen: Ein Rennen, viele Abschiede
Alonso selbst bedankt sich für die warmen Worte: "Es war ein Privileg und eine Freude, gegen diese Champions zu racen. Danke an die Formel 1. Ich werde immer ein Fan des Sports bleiben." Die Fans wählen Alonso zum Abschied nochmal zum Fahrer des Tages.
Den Verlust des Publikumspreises kann Rennsieger Hamilton, an einem sonst perfekten Tag für ihn, sicher verschmerzen. Schon auf den ersten Metern des Rennens setzt er seine Pole souverän in die Führung um, die Top-5 halten am Start ihre Positionen. Nach wenigen Kurven dann der Schocker: Nico Hülkenberg kollidiert mit Romain Grosjean und überschlägt sich. Der Deutsche bleibt unverletzt, die Bergung des umgedrehten Renault dauert aber, das Safety-Car kommt raus.

Schrecksekunde: Nico Hülkenberg überschlägt sich

In Runde fünf wird das Rennen wieder freigegeben, schon einen Umlauf später endet das Kapitel Ferrari für Kimi Räikkönen. Erst wird der Finne von Nachfolger Charles Leclerc passiert, dann rollt er mit einem technischen Defekt auf der Start-Ziel-Geraden aus. "Ich habe keine Power mehr", funkt Räikkönen. Hamilton nutzt die dadurch ausgelöste virtuelle Safety-Car-Phase für einen frühen Boxenstopp, wechselt von Ultra- auf Supersofts. Als Fünfter kommt Hamilton wieder auf die Strecke, nur neun Sekunden hinter dem Führenden, Teamkollege Valtteri Bottas.
Irre Hamilton-Show mit Will Smith: Striptease auf dem Podium
In Runde 16 stoppt Sebastian Vettel als Zweiter. Hinten rechts klemmt's aber - Vettel kommt deshalb direkt hinter Esteban Ocon raus. Den Franzosen überholt er zwar schnell, verliert aber wertvolle Zeit. Vettels Undercut-Versuch gegen Bottas klappt so nicht, zumal der Finne eine Runde später selbst stoppt und locker vorm Ferrari bleibt. In Runde 18 wechselt auch Max Verstappen seine Reifen.
Red-Bull-Teamkollege Daniel Ricciardo setzt indes auf andere Strategie, dehnt seinen ersten Stint aus und übernimmt so die Führung. Dann spielt beim Wüstenfinale auch noch das Wetter verrückt! Kurzzeitig regnet es auf der Gegengeraden - der Effekt der Tropfen verpufft jedoch bei den heißen Temperaturen.

Lewis Hamilton lässt einmal mehr nichts anbrennen

Auf alten Reifen verliert Ricciardo nun immer mehr Zeit, hinter ihm schiebt sich das Verfolgerfeld langsam zusammen. In Runde 34 hat Red Bull ein Einsehen, holt den Aussie an die Box und zieht ihm Supersofts auf. Mit 21 verbleibenden Runden und acht Sekunden Rückstand auf den Viertplatzierten Verstappen beginnt er seine Aufholjagd.
Dann kommt Bewegung in den Kampf ums Podium: In Runde 35 verbremst sich Bottas in Kurve fünf, Vettel nutzt den Patzer und zieht vorbei auf Rang zwei. Die Probleme beim Mercedes-Piloten werden indes größer, weitere Verbremser folgen und auch Verstappen und Ricciardo können sich an Bottas vorbeipressen. Danach passiert aber nicht mehr viel. Hamilton verwaltet ganz vorne seinen Vorsprung vor Vettel bis ins Ziel, Ricciardo kann in seinem letzten GP für Red Bull Teamkollege Verstappen nicht mehr abfangen und wird Vierter.

So lief das Qualifying:

Lewis Hamilton ist dieses Jahr einfach eine Macht! Auch beim letzten Zeittraining der Saison 2018 in Abu Dhabi markiert der Mercedes-Star und amtierende Weltmeister die schnellste Runde und holte sich damit seine elfte Pole-Position des Jahres, schon die 83. seiner Karriere. Insgesamt ist es die 52. Hamilton-Pole in den letzten 100 Hybrid-GP.
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"Die Runde war perfekt", bewertet Ex-Weltmeister Nico Rosberg bei RTL. "Dann haben die anderen keine Chance." Hamilton lobt seinen Silberpfeil: "Das ist das Auto, dem ich von allen wohl am nächsten stand. Manchmal war es schwierig, aber insgesamt war es Wahnsinn."
Teamkollege Valtteri Bottas komplettiert als Zweiter eine rein-silberne erste Startreihe. Die nächste Mega-Statistik: Bei den letzten fünf Grand Prix in Abu Dhabi standen jeweils zwei Mercedes in der ersten Reihe! Silberpfeil-Teamchef Toto Wolff strahlt: "Ein toller Samstag. Dieses Wochenende geht es für uns nur um die Freude am Racing, der ganze negative Druck ist weg." Nicht aber die Spannung: "Verblüffend, dass Lewis dieses Energielevel halten kann. Das konnte man auch schon zuletzt in Brasilien sehen. Obwohl die Fahrer-WM schon durch war, hat er alles für die Kontrukeurs-WM rausgeholt", lobt Wolff.

Die Top-3 im Quali: Bottas, Hamilton und Vettel

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel muss sich der Übermacht der Silberpfeile am Samstag erneut beugen. Trotz eines schnellsten ersten Sektors hat der Heppenheimer am Ende drei Zehntelsekunden Rückstand. Trotdzem sagt Vettel, neben dem Teamkollege Kimi Räikkönen in sein letztes Rennen für Ferrari geht: "Für morgen bin ich zuversichtlich, das wird ein langes Rennen."
Auch Wolff glaubt nicht an einen Durchmarsch der Silberpfeile: "Morgen ist es ein ganz anderes Spiel. Wenn wir die Positionen am Start halten können, sind wir in einer guten Ausgangslage. Aber das Rennen ist dann noch lange nicht gegessen."
Auch, weil von hinten nicht nur Ferrari sondern Red Bull droht. Die Bullen waren am Freitag beim Reifenverschleiß mit Abstand am besten, sind im Rennen zudem mit anderer Strategie unterwegs und starten am Sonntag mit Hyper- statt Ultrasoft-Reifen. Daniel Ricciardo fährt in seinem letzten Rennen für das Team von Rang fünf aus los, direkt vor Stallkollege vor Max Verstappen.
Der deutsche Renault-Pilot Nico Hülkenberg schafft es zum Saisonabschluss in die Top-10, startet als Zehnter. McLaren-Star Fernando Alonso beendet sein letztes Formel-1-Qualifying auf Rang 15. Eine Platzierung, die ihn in seiner Entscheidung, der Königsklasse den Rücken zu kehren, nur bestätigen wird.

So lief das Abschlusstraining:

Pünktlich zum Qualifying zeigt sich Weltmeister Lewis Hamilton in Abu Dhabi in Topform. Im Abschlusstraining zwei Stunden vor dem Kampf um die Startplätze (14.00 Uhr RTL und F1 TV) erzielt der Mercedes-Pilot mit einer Zeit von 1:37.176 Minuten die schnellste Runde. Erste Verfolger sind die Ferrari von Kimi Räikkönen (+0,288 Sekunden) und Sebastian Vettel (+0,411).

Nächster Defekt: Ricciardos Statistik wird nicht besser

Max Verstappen, im Red Bull am Freitag noch Schnellster im ersten Training, fehlt bereits eine halbe Sekunde auf die Spitze. Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil und Verstappen-Kollege Daniel Ricciardo runden die Top-6 ab. Für den Australier endet die Session mal wieder frustrierend. Drei Minuten vor dem Ende rollt er mit einem technischen Defekt auf der Strecke aus. Acht Ausfälle hat der vom Pech geplagte Aussie 2018 bereits auf dem Konto. Zum Vergleich: Das sind mehr als Lewis Hamilton hatte, wenn man die letzten fünf Jahre zusammenrechnet!
Renault-Pilot Nico Hülkenberg beendet das Training noch hinter Romain Grosjean als Achter. Um den Haas-Piloten gibt es in den Schlussminuten aber Ärger: Grosjean gerät auf seiner Auslaufrunde mit Landsmann Pierre Gasly (Toro Rosso) aneinander: Kontakt und abfallende Teile inklusive! Nach dem unnötigen Trainingscrash beschweren sich beide Franzosen wild am Funk - und müssen den Vorfall in weiterer Folge auch den Stewards erklären.

So lief der Freitag

Diese Negativmarke will er gerne vermeiden: Valtteri Bottas droht als erster Mercedes-Werksfahrer in der Turbo-Hybrid-Ära (seit 2014) ohne Saisonsieg zu bleiben! Die Teamorder von Russland und der späte Ausfall in Baku haben ihren Teil dazu beigetragen, helfen kann Bottas jetzt aber nur noch eine Wiederholung seines Vorjahressieges in Abu Dhabi. Zumindest am Freitag legt der Finne gut los: Tagesbestzeit im zweiten Training.
Allein: An der Spitze geht es denkbar eng zu, für das Qualifying ist Hochspannung angesagt. Nur 0,333 Sekunden trennen Spitzenreiter Bottas in der Abendsession vom Sechstplatzierten Sebastian Vettel. Sogar nur 44 Tausendstel Rückstand hat Max Verstappen, der sich direkt vor Teamkollege Daniel Ricciardo als Zweiter einsortiert. Red Bull läuft auf Yas Island wie die Feuerwehr.
"Das war sehr gut heute. Vom ersten Run an gab es wenig Grund zur Beschwerde. Vor allem der letzte Sektor und überhaupt die meisten Kurven auf dieser Strecke liegen unserem Auto. Ich bin sehr happy", sagt Verstappen. Sky-Experte Damon Hill urteilt: "Der Red Bull ist im Mittel- und Schlusssektor voll in seinem Element. Auf langsamen und mittelschnellen Strecken sind sie eine Macht."
Teamchef Christian Horner erklärt: "Der RB14 ist eines der besten Chassis, das wir je gebaut haben. Das sieht man hier vor allem in den winkeligen Ecken." Die Pole traut er seinen Fahrern aber trotzdem nicht zu: "Uns fehlt viel zu viel auf den Geraden, das müssen wir alles am Ende der Runde wieder reinholen." Was Horner aber Mut macht: "Bei uns funktionieren die Reifen sehr gut. Auf den Longruns war zu sehen, dass wir scheinbar nicht den Verschleiß haben, über den sich Mercedes und Ferrari beklagen. Das sieht für Sonntagabend natürlich gut aus."
Das belegen auch die Zahlen eindrucksvoll: Zwar dreht auf den Longruns mit Hypersoft-Reifen Weltmeister Lewis Hamilton (P4) - der im zweiten Training wieder mit seiner Stamm-Startnummer 44 fährt (s. Story weiter unten) - mit im Schnitt 1:43,3-er Zeiten die schnellsten Runden, hält diese Performance aber nur über drei Runden durch. Verstappen hingegen kann auch nach acht Runden auf der weichsten Mischung noch 1:43,9-er Zeiten abspulen. Zum Vergleich: Bottas kommt über fünf Runden nur auf 1:44,1-er Zeiten, Kimi Räikkönen über drei Runden nur auf 1:44,6-er und Sebastian Vettel über vier Runden sogar nur auf 1:45,1-er Zeiten.
Einen Lichtblick gibt es zum Abschluss des ersten Tages auch für Nico Hülkenberg. Im Renault sortiert sich der Emmericher immerhin auf dem achten Rang ein. Nur Haas-Pilot Romain Grosjean schiebt sich zwischen ihn und die sechs Top-Autos.
Schwierigkeiten haben fast alle Fahrer indes mit dem neuen Wurst-Kerb in Kurve 20. Zahlreiche Piloten kommen zu weit von der Ideallinie ab, rumpeln über den Schweller und beschädigen sich dabei den Unterboden. Auch Verstappen macht Bekanntschaft mit dem Randstein, lässt anschließend sein Auto an der Box checken. "Für das Rennen sollte der Kerb aber kein Problem sein", sagt er. "So weit raus will man im Rennen sowieso nicht kommen."

So lief das Auftakttraining:

Ohne den heiß diskutierten Zusammenstoß mit Esteban Ocon hätte Max Verstappen die beiden letzten Rennen gewonnen. Auch zum Auftakt ins Formel-1-Finale von Abu Dhabi zeigt sich der Red-Bull-Star in Topform: Klare Trainingsbestzeit in 1:38.491 Minuten, fast eine halbe Sekunde vor Verfolger Nummer 1 und Teamkollege Daniel Ricciardo.
Stichwort Nummer 1: Die sorgt am Freitagvormittag für hochgezogene Augenbrauen bei Fans und Fotografen, taucht überraschend auf Lewis Hamiltons Auto auf. Der Brite fährt seit 2014 - und damit seitdem die Fahrer ihre Startnummer auswählen dürfen - mit der 44, verzichtete nach seinen WM-Titeln in dieser Zeit immer auf das Recht des Weltmeisters, die 1 auf dem Auto zu tragen.
Zum Saisonabschluss in Abu Dhabi hat Hamilton seine Meinung nun offensichtlich geändert und von der FIA eine Extraerlaubnis erhalten, die 1 im ersten Training auf dem Auto zu tragen. Allerdings nur vorne auf der Fahrzeugnase. Auf der Motorabdeckung prangt weiter die 44 und sorgt für einen Zahlensalat.
Kurios auch: Möglich ist der Auftritt mit der 1 nur, weil Hamilton auch 2017 Weltmeister war. Der 2018-er Titel wird erst Wochen nach Saisonschluss offiziell anerkannt. Damit feiert Hamilton mit der spontanen Nummern-Aktion also eigentlich seine WM aus dem Vorjahr. Dem Briten dürfte es egal sein...
Auf der Strecke muss sich Hamilton am Freitag erst mal mit Rang vier begnügen, noch hinter Stallgefährte Valtteri Bottas. Eine Sekunde haben die Silberpfeile Rückstand auf die Bestzeit, setzen allerdings auf ihren schnellsten Runden auf andere Reifenmischungen: Supersoft (Bottas) und Ultrasoft (Hamilton) statt Hypersoft (beide Red Bulls).
Vizeweltmeister Sebastian Vettel belegt zum Auftakt in Abu Dhabi nur Rang acht. Ferrari konzentriert sich am Freitag allerdings kaum auf den aktuellen Trainingsbetrieb sondern mehr auf Evaluierungsfahrten mit modifizierten Teilen und Blick auf das 2019-er Aero-Konzept.
Der zweite Deutsche im Feld, Nico Hülkenberg, beendet die Session im Renault als Zwölfter. Einziger Aufreger in den ersten 90 Minuten des Wochenendes ist ein Dreher von Sauber-Pilot Marcus Ericsson. Der Schwede schlägt dabei zwar leicht mit der Nase an den Leitplanken an, kann aber weiterfahren.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance / F1 TV

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