Formel 1: Bilder vom Russland GP

Formel 1: Red Bull startet von hinten

Renault-Chef bezeichnet Verstappen als „Kind“

Die Ehe zwischen Renault und Red Bull geht dem Ende entgegen, die Stimmung ist längst vergiftet. Zoff zwischen Cyril Abiteboul und Max Verstappen.
Im WM-Kampf kann Red Bull seinem ehemaligen Starpiloten Sebastian Vettel so nicht helfen... Max Verstappen und Daniel Ricciardo streichen schon im zweiten Qualifying-Abschnitt in Sotschi die Segel, verzichten auf einen Run - denn am Sonntag starten sie ohnehin am Ende des Feldes.

In Russland müssen die Bullen von hinten losfahren

Grund: Red Bull muss in Sotchi auf die B-Variante des Renault-Motors zurückgreifen. Damit füllt man in Russland den Antriebspool auf, um dann in Mexiko und Brasilien mit der älteren Variante der Antriebseinheit zu fahren. Warum das? Beide liegen mit 800 und mehr als 2000 Meter über dem Meeresspiegel und bieten damit andere Bedingungen als der Rest der Rennstrecken. Bedingungen, für die die B-Spec besser geeignet ist. Oder - wie Max Verstappen es ausdrückt - unter denen die C-Version nicht funktionieren würde.
Fest steht: Verstappen haben der Motorwechsel und die daraus folgende Stafe schon vor dem Qualifying auf die Palme gebracht. Im freien Training funkt er: „Der Motor hat auf der Geraden nicht genug Leistung.“
Renault-Sportchef Cyril Abiteboul will das nicht auf sich sitzen lassen, kontert: „Wir haben einen sehr fordernden Kunden mit Max. Und leise ist er auch nicht gerade... Als wir mit der neuen Spec Probleme im freien Training in Singapur hatten, hat Ricciardo Wege gefunden, damit umzugehen. Max sollte sich lieber auf sein Auto konzentrieren.“

Abiteboul (l.) ist nicht gut auf Verstappen zu sprechen

Dazu gehört aber eben auch der Motor. Findet zumindest das Mega-Talent aus Holland. Bei seinem Haus-Sender Ziggo Sport poltert er deshalb in Richtung des Franzosen: „Ich fordere viel vom Material, aber ich bin hier, um zu gewinnen. Mir reicht es nicht, Siebter zu werden wie ihnen.“ Verstappen weiter: „Der Mann ist einfach nur frustriert. Ich bin einfach nur ehrlich. Der Turbo hätte Mexiko und Brasilien nicht überlebt. Wenn wir den Motor da gefahren hätten, hätten wir es ganz sicher nicht ins Ziel geschafft.“
Renault liegt derzeit mit Nico Hülkenberg und Carlos Sainz auf Rang sieben der WM-Wertung. Seit Beginn der Hybrid-Ära gibt es immer wieder Ärger zwischen Renault und Kunde Red Bull. Zum Ende der Saison trennen sich die beiden Parteien. Red Bull greift dann auf die Honda-Motoren von Toro Rosso zurück.
Abiteboul zu RTL: „Wir haben mit Red Bull auch viele Erfolge gefeiert und sollten uns die Beziehung von einem Kind jetzt nicht verderben lassen.“
Honda rüstet unterdessen selbst mit einer C-Version auf. Für das wichtige Heimrennen der Japaner nächste Woche in Suzuka bekommen Pierre Gasly und Brendon Hartley einen neuen Antrieb, der 40 PS mehr haben soll als zuletzt - und damit an Renault vorbeiziehen dürfte.

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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