Formel 1: Bilder vom Japan GP

Formel 1: Vettel uneinsichtig

„Sonst kann ich gleich zu Hause bleiben“

Sebastian Vettel gerät in Suzuka mit Max Verstappen aneinander, wird nach Kollision nur Sechster. So sehen die Kontrahenten die Aktion.
Diese Kollision dürfte der WM-K.O. für Sebastian Vettel gewesen sein... 
Tatort Spoon-Kurve. Vettel kommt mit Geschwindigkeitsüberschuss an, sieht eine Lücke, zieht rein. Doch Verstappen macht die Tür zu. Vettel dreht sich und muss von hinten durchs Feld pflügen. Später rechtfertigt er sich am Boxenfunk: „Wenn ich die Lücke nicht nutze, kann ich auch zuhause bleiben.“
Auch nach dem Rennen ist sich der Ferrari-Star keiner Schuld bewusst: „Ich habe gepusht, um vorbeizukommen - aber nicht verzweifelt und um jeden Preis“, schildert er die Aktion aus seiner Sicht. „Aus dem Auto heraus war die Lücke da. Max' Batteriereserve ging runter, meine rauf, weil ich sie aufgespart hatte. Ich hatte mehr Speed, hätte die Kurve gekriegt, war neben ihm und dann hat er nicht genug Platz gelassen. Deshalb haben wir uns berührt.“

Falsche Richtung: Vettel dreht sich nach dem Crash

Das Problem: Verstappen hat zu diesem Zeitpunkt bereits eine Fünf-Sekunden-Strafe. Ein riskanter Angriff des Ferrari-Stars ist deshalb unnötig. Vettel gibt zu: „Ich wusste das. Aber wie lange kann man warten? Ich hatte auch das Gefühl, dass wir schneller sind. Ich hatte die Innenseite. Er hat dagegengehalten, als er es nicht mehr hätte tun sollen.“ 
Der Deutsche gibt sich uneinsichtig, attackiert Verstappen jetzt auch verbal: „Es ist immer dasselbe Muster bei ihm. Schaut Euch das Manöver gegen Kimi an. Wenn der da nicht nachgibt, kollidieren die zwei.“
Klar: Verstappen sieht die Sache anders: „Die ganze Aktion war total unnötig“, sagt der Holländer, der am Ende immerhin Dritter wird. „In der Kurve kannst du nicht überholen. Ich habe Seb sogar Platz gelassen, aber er hatte Untersteuern und ist in mich reingerutscht.“ 
Verstappen weiter: „Für mich ist es vergleichbar mit unserer Kollision in China dieses Jahr, wo ich den Fehler gemacht habe. Denn Seb war viel schneller, hätte mich die nächste Runde locker überholen können. Da sieht man, dass selbst die erfahrensten Fahrer solche Fehler machen.“

Vettels WM-Chancen sind nach Japan so gut wie weg

Die Stewards werten die Kollision als Rennunfall, verhängen keine Strafen. "Seb hat innen ein Manöver versucht, das man machen kann“, erklärt Rennleiter Charlie Whiting. „Er war halb daneben, Max hat eingelenkt. Das sehen wir ganz oft. Die Kommissare geben dann keine Strafen, wenn sie sich nicht sicher sind, dass ein Fahrer die Hauptschuld trägt.“
„Wir waren beide schon genug bestraft mit dem Schaden“, glaubt auch Verstappen, weist aber auch darauf hin: „Ich habe in China zehn Strafsekunden für den Crash gekriegt.“ Red-Bull-Teamchef Christian Horner widerspricht seinem Fahrer, sagt: „Die Stewards haben richtig entschieden, für mich war es auch ein Rennunfall.“
Horner gibt allerdings auch zu bedenken: „Seb war sehr spät dran mit dem Angriff, das war ziemlich optimistisch. Vor allem weil man bei Max weiß, dass er nie einen Zentimeter nachgibt. Gegen einen anderen Fahrer hätte Seb vielleicht einen anderen Maßstab anlegen können.“
In die gleiche Kerbe schlägt RTL-Experte Christian Danner: „Dass Verstappen so fährt, weiß ich vorher und darf's da auch nicht versuchen“, kritisiert er. „Da war bei Sebastian ein bisschen der Wunsch Vater des Gedanken.“

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.