Formel E: Alle Fahrer Autos und Teams 2019

Formel E: Audi, BMW, HWA

Deutsche Hersteller sind Favoriten

Die Deutschen erobern die Formel E: Neben Audi sind diese Saison (Start am 15.12. um 13 Uhr auf Eurosport) auch BMW und das Mercedes-Einsatzteam HWA dabei. ZF und Audi bauen Motoren.
Es hat 38 Rennen gedauert, bis mit Daniel Abt (26) überhaupt ein deutscher Fahrer in der Formel E siegen konnte. Aber jetzt erobern die Deutschen die Elek­tro-Serie im Sturm – allen voran die Hersteller. Audi ist als Namensgeber des Abt-Teams schon seit dem ersten Formel-E-Rennen 2014 in Peking dabei. Seit der vergangenen Saison sind die Ingolstädter auch Werksteam. BMW stellt von Anfang an das Safetycar, war zuletzt Partner des US-Teams Andretti, steigt aber nun mit dem Wegfall des Autowechsels auch werksseitig bei Andretti ein.

Mercedes bereitet sich mit HWA auf den Einstieg vor

Und damit nicht genug: In der Ende 2019 beginnenden sechsten Saison kommen dann auch Porsche und Mercedes in die Formel E. Mercedes schickt in diesem Jahr schon mal das ehemalige DTM-Einsatzteam HWA als Kundenteam vor. Mit an Bord: Nico Rosbergs Ex-Renningenieur Tony Ross, entsendet vom Formel-1-Team, um den Einstieg 2019/20 vorzubereiten. Die Motoren bezieht HWA vom monegassischen Hersteller Venturi. Der war 1992 sogar mal in der Formel 1. Doch auch Venturi baut den Antrieb nicht selbst, sondern hat als Partner den deutschen Hersteller ZF.
Alle Termine hier: Rennkalender im Überblick
Anders als zum Beispiel das Meisterteam Techeetah, das im Vorjahr mit Kundenmotoren von Renault ausgerückt ist, ist HWA mehr als nur ein Kunde. Das wird in mehreren Bereichen deutlich: Eigentlich bekommen die Kundenteams keine Privattests. Dafür aber die Hersteller, die andere Rennställe mit Triebwerken versorgen, drei zusätzliche Testtage. Die hat Venturi HWA zur Verfügung gestellt. Dazu kommt: Bei Venturi ist Susie Wolff (35) als Teamchefin im Amt, die Ehefrau von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff (46), der jetzt das HWA-Team als Vorbote für das Mercedes-Projekt vorschickt.

Edoardo Mortara kennen die Fans noch aus der DTM

HWA hat bereits letztes Jahr Venturi über die Schulter geschaut und Einfluss auf die Entwicklung des neuen E-Motors genommen. Teamchef Ulrich Fritz (41) bestätigt gegenüber ABMS: „Natürlich haben auch wir unseren Input gegebenen, genauso wie Venturi und ZF. Wer genau wie viel Einfluss hat, das würde jetzt zu tief gehen.“ Und schließlich fährt bei Venturi auch ein Pilot aus dem Mercedes-HWA-DTM-Projekt: Edoardo Mortara (31).
Allein: Zu den Favoriten gehört HWA in der Saison 2018/2019 noch nicht. Bei den gemeinsamen Testtagen aller Teams in Valencia kam HWA-Pilot Stoffel Vandoorne (26) als schnellster Fahrer mit Venturi-ZF-Antrieb auf Rang 15 des Klassements. DTM-Meister und Formel-E-Neueinsteiger Gary Paffett (37) landete auf Platz 18, HWA-Testfahrer Daniel Juncadella (27) auf Rang 23. Fritz: „Es war eine lehrreiche Testwoche, vor uns liegt noch viel Arbeit.“

BMW mischt in den neuen Saison endlich mit

Viel besser läuft es für Audi und BMW. Vor allem BMW verblüffte: Antonio Felix da Costa (27) fuhr die Bestzeit, Alexander Sims (30) war Dritter. Letzterer überzeugte bei den Rennsimulationen. „Nach der Testwoche kam Antonio zu mir und sagte, dass nur ein Auto schneller ist als seins – und zwar das von Alexander“, scherzt Teamchef Roger Griffiths.
Dass BMW so schnell ist, überrascht deshalb, weil die Jungfernfahrt des neuen Fahrzeugs noch vorzeitig abgebrochen werden musste – schon am Prüfstand haben sich Probleme gezeigt. Die sind jetzt aber aussortiert. In der Valencia-Testwoche hatte BMW als eines von nur wenigen Teams überhaupt keine technischen Defekte zu beklagen. Der Speed stimmt. Ein Fragezeichen steht noch hinter der Effizienz über eine Renndistanz. Dass das Einsatzteam Andretti letzte Saison noch Letzter war, stört BMW nicht. Motorsportchef Jens Marquardt (61): „Wir haben gar nicht genau analysiert, was letztes Jahr das Problem am Andretti-Motor war. Wir haben von Grund auf einen neuen gebaut.“

Audi gehört einmal mehr zu den Titelfavoriten

Richtig stark präsentierte sich auch wieder der amtierende Teammeister Audi Sport Abt Schaeffler. Allerdings warnt Ex-Champion Lucas di Grassi (34): „Letztes Jahr hatten wir noch einen gewissen Vorsprung, vor allem in der zweiten Saisonhälfte, nachdem wir die Inverter-Pro­bleme aussortiert haben. Dieses Jahr fühlt sich das Auto auch gut an, ich glaube, wir sind konkurrenzfähig. Aber wir werden keinen großen Vorsprung mehr haben. Ich denke, alle anderen Teams sind aus den Pötten gekommen.“
Der Wegfall des Fahrzeugwechsels erfordert stärkere Batterien. Das Gesamtgewicht des Autos wird um zwölf Kilogramm auf 900 Kilo angehoben. Audi wird das Mindestlimit erreichen, hat beim Motor nämlich um zehn Prozent abgespeckt. Neben di Grassi ist wieder Daniel Abt (26) am Start – der erste deutsche Rennsieger in der Formel E. Jetzt will er auch erster deutscher Champion werden: „Die Testfahrten sind immer schwierig einzuschätzen, aber unabhängig davon will ich natürlich schon um den Fahrertitel kämpfen – das sollte jetzt immer unser Ziel sein.“

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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