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Formel E: Alle Fahrer Autos und Teams 2019

Formel E: Die neue Ära

Die wichtigsten Antworten nach dem ersten Rennen

Die Formel E ist in die neue Saison gestartet – und hat damit ein neues Kapitel Rennsportgeschichteaufgeschlagen. Die wichtigsten Fragen und Antworten nach dem ersten Saisonrennen.
1. Wieso war BMW so gut?
Erster Werkseinsatz, gleich ein Sieg. BMW ist der neunte Rennstall, der in der Formel E ein Rennen gewinnen konnte. Bereits bei den Testfahrten waren die Münchner extrem schnell. Was macht BMW so gut? Die Bayern haben schon im Vorjahr mit dem US-Team Andretti, das nach wie vor die BMW-Einsätze an der Strecke leitet, zusammengearbeitet – sind also nicht ganz neu in der Formel E. Aber erstmals wurde der Elektro-Motor komplett von BMW entwickelt. Und da kann BMW auf bereits entwickelte Technologie aus Straßenmodellen zurückgreifen
Rennsieger Antônio Felix da Costa bremst aber die Euphorie: „Die Techeetahs waren deutlich schneller. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen.“ Denn klar ist auch: BMW war vor allem auf eine Runde schnell, startete daher das Rennen von der Poleposition aus. Doch BMW profitierte dabei auch von einem völlig chaotischen Qualifying, das wegen Regenfällen und ausgefallenen Trainings völlig atypisch verlief und für eine durchwürfelte Startaufstellung sorgte. Viele Mitfavoriten mussten von weit hinten starten und konnten ins Renngeschehen nicht mehr eingreifen, zum Beispiel Audi. Im Rennen bestätigte sich der Eindruck vieler BMW-Konkurrenten, dass die Bayern im Bereich Energiemanagement noch Nachholbedarf haben – vor allem auf DS Techeetah.
2. Wer sind jetzt die Favoriten?
Regen, ausgefallene Trainings, neues Rennformat – der Auftakt in Riad sollte noch nicht überbewertet werden. Aber es war ein erster Indikator. Den besten Eindruck machte eindeutig DS Techeetah um Meister Jean-Eric Vergne und den Deutschen André Lotterer. Nur eine Durchfahrtsstrafe wegen eines technischen Vergehens verhinderte einen Doppelsieg. „Eigentlich war es ein super Rennen, aber es ist etwas frustrierend, weil wir locker Erster und Zweiter geworden wären“, bilanziert Lotterer. Das Techeetah-Team beeindruckte schon im Vorjahr, noch als Kundenteam von Renault. Jetzt ist die Marke DS aus dem PSA-Konzern als Werkspartner eingestiegen. Vergne: „Wir müssen die größeren Ressourcen nutzen, aber gleichzeitig nicht die Vorteile eines kleinen Teams verlieren, dann sind wir gut aufgestellt.“

Der erste Saisonsieger: Antonio Felix da Costa

3. Was war mit Audi los?

Schon vor der Saison mahnte Lucas di Grassi, dass Audi Sport Abt Schaeffler die Dominanz aus dem Vorjahr verloren hat. Trotzdem: Die Plätze acht und neun für Daniel Abt und Lucas di Grassi waren nicht das, was sich Audi erhofft hatte. Daniel Abt zeigte sich nach dem Rennen frustriert: „Wir müssen verstehen, warum wir nicht weiter vorn im Feld sind.“ Teamchef Allan McNish sieht es positiver: „Von den Startplätzen elf und 18 aus mussten wir uns zurückkämpfen. Beide Autos in die Punkte zu bekommen, war wie ein Sieg für uns. Auch wenn wir natürlich für den Gesamtsieg hierher gereist sind. Wir werden in Marrakesch zurückschlagen.“ Erst in Marokko wird sich also herausstellen, ob sich Audi nur wegen der Umstände in Riad (Regen, Trainingsausfall) schwertat, oder ob andere Teams die Ingolstädter überholt haben.

4. Welche Chancen haben die deutschen Fahrer?

André Lotterer war der schnellste Mann des Rennens, drehte die schnellste Rennrunde, wurde aber per Funk davon abgehalten, Teamkollege Jean-Eric Vergne anzugreifen. Gegen den amtierenden Champion hat es Lotterer nicht leicht. Noch hat er auch nie ein Formel-E-Rennen gewonnen. Aber bleibt DS Techeetah so stark, dann ist Lotterer alles zuzutrauen. Daniel Abt und Audi Sport Abt Schaeffler müssen sich nach einem schwierigen Auftakt neu sortieren. Maximilian Günther ist mit dem Dragon-Team erwartungsgemäß kein Frontrunner. Ab Marrakesch steigt aber auch noch Pascal Wehrlein ein. Sein Mahindra-Team kam dank Jérôme D’Ambrosio immerhin auf Rang drei, fiel mit Felix Rosenqvist aber auch durch ein technisches Problemaus. Es scheint sich also gegenüber dem Vorjahr nichts geändert zu haben: Mahindra ist für Überraschungen gut, kämpft aber mit Zuverlässigkeitsproblemen. Achtungserfolge sind Wehrlein damit absolut zuzutrauen.
5. Wie lief der Einstand von HWA und Felipe Massa?
Massa kämpfte sich von weit hinten mit beherzten, harten, aber fairen Manövern bis in die Punkteplätze vor – musste dann ebenfalls wegen eines technischen Vergehens eine Durchfahrtsstrafe antreten, wurde daher am Ende nur 14. Es war trotzdem ein ordentliches Debüt des Ex-Schumi-Teamkollegen. Schlechter lief es für HWA: keine Punkte, viele Probleme, Schlussrang im Klassement. Aber für die Schwaben ist es ja auch nur ein Lehrjahr in Vorbereitung auf Mercedes-Einstieg zur kommenden Saison.
6. Wie funktioniert der Attacke-Modus?
Mit dem Attacke-Modus setzt die Formel E einmal mehr auf ein völlig revolutionäres Rennkonzept. Weil die Details (wie lange und wie oft der Modus aktiviert werden darf) immer erst kurz vor dem Rennstart bekannt gegeben werden, ist er für die Teams auch schwer zu simulieren. Deswegen haben die Führungsfahrer sehr lange gewartet, bis sie den Attacke-Modus erstmal aktivierten. Der bringt ein Plus von 34 PS, durfte in Riad mindestens zwei und maximal fünf Mal benutzt werden. Jean-Eric Vergne überholte im Attacke-Modus Antônio Felix da Costa – es wäre die Rennentscheidung gewesen, hätte Vergne nicht eine Durchfahrtsstrafe kassiert. Alles in allem funktioniert der Modus also, er steigert nämlich die Zahl der Überholmanöver.

Formel E: Alle Fahrer Autos und Teams 2019

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance / Wolff

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