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Formel E: Andere Hersteller im Formel E-Look

Formel E: Kommentar Attack-Modus

Der nächste Geniestreich der Formel E

Der Attacke-Modus der Formel E ist ein völlig neues strategisches Element im Rennsport. Das Rennen in Marokko hat gezeigt: Es funktioniert wunderbar.
Das nennt man wohl aus der Not eine Tugend machen. Mit den neuen Gen2-Autos war klar: Der Fahrerwechsel in der Formel E fällt nun weg. Plötzlich stand die Formel E ohne strategisches Element da.
Was tun?
Reifenwechsel? Kam nicht in Frage, weil ein Ziel der Serie Nachhaltigkeit ist. Alle 80 Kilometer die Reifen zu wechseln; das würde dem Konzept der Formel E völlig widersprechen. Pro Wochenende gibt es nur einen Satz frischer Pneus.
Nachtanken? Gibt es nicht, die Formel E fährt elektrisch. Schnellladestationen sind noch nicht so weit, als dass sie im Rennsport wirklich eingesetzt werden können, ohne den Rennrhythmus komplett zu zerstören.
Die Formel E stand vor einem scheinbar unlösbaren Problem. Zumindest wenn man nach Lösungen sucht, die den Motorsport traditionell spannend machen sollen. Genau das aber tut die Formel E nicht.

In Marokko durften 25 zusätzliche KW zwei mal für je vier Minuten verwendet werden.

Man kann von der Formel E und Elektroautos halten was man will. Man kann darüber meckern, dass der Sound fürchterlich ist. Darüber, dass die Autos zu langsam oder zu schwer sind. Aber eines ist klar: Vieles macht die Formel E richtig. Und vieles können sich auch gestandene und konventionelle Rennserien von ihr abschauen. Etwa den Zwang, Kundenmotoren für einen extrem niedrigen Preis anzubieten, wenn die Anfrage eines Kundenteams vorliegt.
Oder eben der Attacke-Modus. Wie oft und wie lang die Motoreinstellung verwendet werden darf, variiert von Rennen zu Rennen. Und wird von den Veranstaltern auch erst eine Stunde vor dem Rennstart bekannt gegeben – damit die Teams den Modus nicht simulieren können.
In Marokko durften die 25 zusätzlichen KW (34 PS) zwei Mal für je vier Minuten verwendet werden. Dafür muss man durch eine bestimmte Zone fahren, in der man etwas Zeit verliert.
Alles zum Rennen in Marrakesh lesen Sie hier.
Doch der Attacke-Modus sorgte für ein geniales Rennen. Maximilian Günther zündete den ersten Angriff schon recht früh im Rennen und überholte dabei fünf Gegner. Aber selbst im Attacke-Modus ist Überholen keine Garantie. Zwar bekommen die Fahrer mehr Leistung, aber nicht mehr Energie. Gerade die Teams, die Probleme haben, mit der Energie von 52 Kilowattstunden über die Runden zu kommen, können die zusätzliche Leistung unter bestimmten Voraussetzungen gar nicht abrufen. Daher kam es gegen Rennende kaum mehr zu Verschiebungen – obwohl manch einer mit der Angriffseinstellung unterwegs war.
Überhaupt: Das Rennen in Marokko war extrem spannend. Der Formel E gelang ein neuer Geniestreich. Trotzdem gibt es noch Verbesserungsvorschläge. Audi-Pilot Lucas di Grassi erklärt im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT: „Ich finde, man könnte es noch etwas feintunen. Auf einer Strecke wie Paris, die extrem eng ist und das Überholen sehr schwierig, könnte man doch auch 50 KW freigeben statt nur 25. Oder 40. Das lässt sich ja alles über die Motorelektronik steuern.“
Aber wie Di Grassi selbst sagt: Das ist dann wirklich nur noch Feintuning einer Regel, die bestens funktioniert.

Formel E: Alle Fahrer Autos und Teams 2019

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

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