Das mit Spannung erwartete zweite Modell von Hyundais Elektromarke, der Ioniq 6, verspätet sich offenbar. "The Korea Economic Daily" berichtet, dass die Limousine erst Mitte 2022 vorgestellt wird. Bislang hieß es, dass die Premiere Anfang des nächsten Jahres stattfinden soll. Der Bericht nennt auch Gründe für die Verzögerung: So scheint man bei Hyundai mit dem Design noch nicht zufrieden zu sein, weshalb die Scheinwerfer sowie die Schürzen vorn und hinten überarbeitet würden. 
Hinweis
Hyundai Ioniq 5 mit bis zu 13.290 Euro Rabatt bei carwow.de 
Zudem soll das Elektroauto noch ein Stück wachsen: Die Karosserie soll 20 Millimeter länger werden und damit bei knapp 4,90 Meter liegen. Der dritte und interessanteste Grund betrifft aber den Antrieb. Auf den letzten Metern hat man sich offenbar entschieden, die Elektro-Limousine mit einer größeren Batterie auszustatten, als beim SUV-Bruder Ioniq 5. Statt 72,6 kWh soll der Akku des Ioniq 6 demnach 77,4 kWh speichern und damit bis zu 500 Kilometer Reichweite ermöglichen. Ob es wie beim Ioniq 5 auch ein Einstiegsmodell mit 58 kWh geben wird, ist unklar.

Schnellladen dank 800-Volt-Technik

Als Basis der E-Limousine dient eine neue Plattform von Hyundai. Die E-GMP Bodengruppe soll in Zukunft der Eckpfeiler von Hyundais Elektrostrategie sein. Der Unterbau bietet eine 800-Volt-Architektur zum Schnellladen und einen modularen Aufbau. Dieser erlaubt die Skalierung auf unterschiedliche Fahrzeugklassen. Für den Ioniq 6 ist eine hohe Ausbaustufe zumindest denkbar. Die Eckdaten könnten daher folgende sein:
● Gesamtleistung von bis zu 600 PS möglich
● Heckantrieb, Allrad optional dank eines E-Motors pro Achse
● Topspeed: bis zu 260 km/h
● Beschleunigung: in weniger als 3,5 Sekunden auf 100 km/h
● 800-Volt-Schnellladefunktion
● Ladedauer im Idealfall nur 18 Minuten bis zu einem Ladezustand von 80 Prozent, fünf Minuten pro 100 km
Reichweite bis zu 500 km nach WLTP
Die Daten orientieren sich an den Spitzenwerten der neuen Plattform. Gut möglich, dass Hyundai hier noch nach unten korrigiert, um noch Luft für ein richtiges Sportmodell zu lassen.

Hyundai Prophecy Studie gab Ausblick auf das Design

Was das Design angeht, gab bereits Anfang 2020 die Prophecy-Studie (zur Sitzprobe) einen Ausblick auf die Sportlimousine. Das Profil des Concept-Cars erinnert etwas an den Porsche Taycan und weist die für E-Autos typischen kurzen Überhänge auf. Während sich die Koreaner beim Frontdesign sehr zurückhaltend gezeigt haben, gingen mit den Designern am Heck die Pferde durch. Anstelle von klassischen Rückleuchten sorgen hier einzelne LED-Punkte für Aufmerksamkeit.
Hyundai Prophecy Studie
Vom Prophecy-Showcar könnte der Ioniq 6 den großen Bildschirm übernehmen. Die Joystick-Steuerung bleibt eine Studien-Spielerei.

Im Innenraum war beim ersten Check kein Lenkrad zu finden, stattdessen sollte das Gefährt mithilfe zweier Joysticks gesteuert werden. Der Ioniq 6 wird dagegen mit einem klassischen Lenkrad ausgestattet sein. Allerdings könnte der große Bildschirm, der im Concept-Car über die gesamte Breite des Innenraums ging, im Serienmodell als Instrumententafel dienen. Das finale Design ist aber aktuell die größte Unbekannte beim Ioniq 6.