Der erste Hyundai Tucson zeigt Kante und eckt auch ordentlich bei der HU an. Seine Nachfolger machen ihre Sache besser. Für ihre Bremsanlage sehen aber alle die Rote Karte. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!

Hyundai Tucson (Typ TL)

Bauzeit: 2015 bis heute
Motoren: 116 PS (1.7 CRDi) bis 186 PS (2.0 CRDi)
Preis: ab 13.000 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2015): 5 Sterne 
Hyundai Tucson 2.0 CRDi 2WD Style
Die dritte Generation des Tucson bietet maximal 1503 Liter Kofferraumvolumen.
Das ist er: Alter Name, neuer Look. Dazu bietet das 4,47 Meter lange Kompakt-SUV mehr Platz, schluckt bis zu 1503 Liter Gepäck.
Das kann er: Als Verwandter des Kia Sportage fährt er sich angenehm handlich und bietet ordentlichen Federungskomfort. Den 1.6-Benziner gibt es mit und ohne Turbo (132/177 PS), dazu drei Turbodiesel (1.7/116 PS, 2.0/136 oder 186 PS), von denen wir die goldene Mitte empfehlen. Interessant, aber teuer: Brennstoffzelle mit 136 PS.
Hinweis
Hyundai Tucson im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt     
Das macht Ärger: Hier bleibt der Tucson unauffällig. Nur die Automatik schaltet mitunter nicht sauber. Im AUTO BILD-Dauertest erreichte ein 2.0 CRDi 2WD die Note 1–.

Hyundai ix35 (Typ EL)

Bauzeit: 2010 bis 2015
Motoren: 116 PS (1.7 CRDi) bis 184 PS (2.0 CRDi)
Preis: ab 7500 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2010): 5 Sterne 
Hyundai ix35
Die Bezeichnung ix35 folgte der Namensgebung, die mit dem i30 begonnen wurde.
Das ist er: Optisch dynamischer, technisch gewachsen. Zudem bietet der ix35 mehr Platz, solide Sitze und eine gute Verarbeitung.
Das kann er: Sich agil bewegen lassen, die unsensible Federung sorgt jedoch für Unruhe. Motoren: drei Benziner und drei Diesel. Als Zugpferd taugt der 184 PS starke 2.0-Diesel mit Allrad und Automatik.
Hinweis
Hyundai ix35 im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt 
Das macht Ärger: Rückrufe wegen Versagens der Bremskraftunterstützung beim 1.7 CRDi sowie der Fahrersitz-Gurtstraffer im Modellahr 2012. Der ADAC vermeldet entladene Batterien wegen nicht automatisch erlöschender Innenbeleuchtung sowie einige defekte Anlasser.

Hyundai Tucson (Typ JM)

Bauzeit: 2005 bis 2010
Motoren: 113 PS (2.0 CRDi) bis 175 PS (2.7 V6)
Preis: ab 2400 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2006): 4 Sterne 
Hyundai Tucson CRDi
Der erste Tucson wurde bis 2010 gebaut.
Das ist er: Familienfreundlich mit geräumigem Ladeabteil. Hyundais Eintritt in die boomende Kompakt-SUV-Sparte.
Das kann er: Komfortabel cruisen. Einzig die zu kurzen Vordersitze mindern das Wohlbehagen. Die Benziner (2.0-Vierzylinder, 141 PS/ 2.7 V6, 175 PS) trinken locker 10 bis 15 Liter, sind aber preiswerter als die Zweiliter-Diesel mit 113/140 PS.
Das macht Ärger: Es gibt Klagen über verölte Kupplungen und Geräusche am Ausrücklager. Dazu defekte Anlasser und Beschwerden zu ABS-Störungen beim 2.0 2WD sowie vereinzelt Turboschäden beim 2.0 CRDi von 2008. Selten: gerissene Zahnriemen des V6.

TÜV-Urteil

Fahrwerk
Der erste Tucson räumt ab in dieser Kategorie, leider negativ. Achsaufhängungen, Antriebswellen, Lenkanlage und -gelenke machen zu viele Probleme. Rost kommt noch dazu. Die Nachfolger sind besser, aber nicht fehlerfrei. Der Jüngste zeigt leichte Mängel an den Achsen, der ix35 an den Lenkgelenken.
Hinweis
Hyundai Tucson im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt 
Licht
In puncto Abblendlicht schwächelt der neue Tucson. Beim alten Modell und dem ix35 fallen die vordere und hintere Beleuchtung überdurchschnittlich oft aus, beim ix35 auch die Blinker. (Mehr zum Hyundai Tucson: alle Generationen, News und Videos)
Bremsen
Die rote Alarmspalte aller Jahrgänge im Diagramm: Die Feststellbremse fällt den Prüfern überproportional oft unangenehm auf. Die Funktion der Fußbremse liegt meist über dem Mängelschnitt. Und die Bremsscheiben machen nur bei der ersten HU wenige Probleme. Die Bremsschläuche liegen im Bereich des Durchschnitts. Am haltbarsten zeigen sich, mit Ausnahme des alten Tucson, die Bremsleitungen.
Umwelt
Das insgesamt beste Kapitel der Tucson-Familie: Ölverlust kommt bei keinem Modell überdurchschnittlich vor. Tucson der ersten Generation können schon mal Probleme bei der AU sowie am Auspuff zeigen.

Fazit

Der älteste Hyundai Tucson präsentiert sich als Mängelriese mit zahlreichen Schwachstellen. Die Nachfolger sind grundsätzlich besser aufgestellt, allen voran der aktuelle Tucson. Allerdings zeigt auch er bei der ersten HU zu häufig Defekte an der Feststellbremse. Allen Modellen gemein: Bei den erheblichen Mängeln liegen sie über dem Schnitt.