Vorstellung und Preis

Der Ioniq 5 ist da! Das erste Auto von Hyundais neuer Elektromarke kommt mit 800-Volt-Technik und optionalem Allradantrieb. Alleine damit hebt sich der Koreaner deutlich vom wichtigsten Konkurrenten VW ID.4 ab, der bei den Abmessungen mit dem Ioniq 5 praktisch gleichauf liegt. Der ID.4 kommt nämlich nur mit einem 400-Volt-Netz und lädt dadurch langsamer. Startet Hyundai mit dem Ioniq also den Großangriff auf VWs ID-Familie? Möglich! Allerdings muss hier die neu entwickelte Elektro-Plattform von Hyundai erst einmal beweisen, was in ihr steckt. Auf den Schultern des Ioniq 5 lastet also große Verantwortung. Das Basismodell startet preislich bei 41.900 Euro, für das Top-Modell gilt die 50.000 Euro Marke als gesetzt.
Hyundai IONIQ 5
Der Ioniq 5 ist länger als der VW ID.4. Die Kanten in der Seite werden aufwendig in das Blech gepresst.

Acht Jahre Garantie für den Ioniq 5

Hyundai ist seit Jahren für seine großzügigen Garantielaufzeiten bekannt. Nach Kona Elektro und Ioniq Elektro wird auch der Ioniq 5 in Zukunft mit acht Jahren Garantie ausgeliefert. Sie besteht aus zwei Bestandteilen. Hyundai bietet fünf Jahre Herstellergarantie ohne Kilometerbegrenzung und verlängert diese dann anschließend um eine dreijährige Anschlussgarantie. Auch der Akku des Elektroautos ist durch eine achtjährige Garantie geschützt, hier gilt aber eine Kilometer-Obergrenze von 160.000 Kilometern.

Abmessungen und Optik

Für das Design des Ioniq 5 stand bereits 2019 das Hyundai 45 EV-Concept Pate. Die eckige Studie gab einen sehr konkreten Ausblick auf das Serienmodell. Allerdings ist von der kantigen Optik nicht mehr viel übrig geblieben. Regularien und der Fertigungsprozess haben den Ioniq 5 rundgelutscht. Trotzdem ist das Erscheinungsbild deutlich technischer als bei den Wettbewerbern. Die Front bekommt bereits in der Basis die Pixeloptik mit dem Vieraugen-Gesicht. LED-Scheinwerfer sind immer Standard, in einer höheren Ausstattung wandern LED-Projektoren in die Leuchtenträger. Die Schürze erhält kantige Elemente und Luftklappen, die sich je nach Kühlluftbedarf der Akkus öffnen oder schließen. Seitlich sind neben den 20-Zoll-Felgen vor allem die Fugen im Blech und die versenkbaren Türgriffe zu erkennen. Am Heck zieht sich das Pixeldesign der Scheinwerfer auch bei den Rückleuchten fort. Leuchtende Blöcke ergeben eine Lichtsignatur und mischen Retrocharme der 80er mit dem modernen Erscheinungsbild des Koreaners.
Hyundai IONIQ 5
Die Rückleuchten machen den Ioniq 5 sehr technisch.

Das Crossover mit Elektroantrieb soll den Insassen viel Platz bieten, und mit Blick auf die Abmessungen kann dieser Vorsatz auch gelingen:
Länge: 4,64 m
Breite: 1,89 m
Höhe:  1,61 m
Radstand: 3,00 m
Kofferraum: 531 Liter/1600 Liter
Frunk: 24 Liter (Allradantrieb)/57 Liter (Hinterradantrieb)

Reichweite, Akku und Leistung

Der Ioniq 5 ist das erste Fahrzeug des Hyundai-Konzerns, das auf der neuen E-GMP-Plattform aufbaut. Das koreanische Pendant zum MEB-Baukasten von Volkswagen hebt sich allerdings deutlich von der deutschen Konkurrenz ab. Dank 800-Volt-Technik soll Schnellladen nämlich ein Klacks sein. In 18 Minuten kann die Batterie auf 80 Prozent aufgeladen werden, so Hyundai, weniger als fünf Minuten sollen für eine Reichweite von 100 km ausreichen. Für welche Akkugröße das gilt, wird dabei allerdings noch nicht verraten. Zur Auswahl steht der 58-kWh-Akku mit einer Reichweite von etwas weniger als 400 km nach WLTP und der 72,6-kWh-Stromspeicher mit bis zu 480 km Aktionsradius. Der Ioniq 5 kann sogar Anhänger (bis zu 1,6 Tonnen) ziehen. Beim Antrieb bietet Hyundai seinen Ioniq 5-Kunden vier Optionen an:
Heckantrieb: 58 kWh Akku – 125 kW (170 PS)/350 Nm
Heckantrieb: 72,6 kWh Akku – 160 kW (217 PS)/350 Nm
Allrad-Antrieb: 58 kWh Akku – 120 kW/350 Nm hinten – 53 kW/255 Nm vorne - Systemleistung: 173 kW (235 PS) – Drehmoment  kombiniert 605 Nm
Allrad-Antrieb: 72,6 kWh Akku – 155 kW/350 Nm hinten – 70 kW/255 Nm vorne - Systemleistung: 225 kW (305 PS) – Drehmoment kombiniert 605 Nm
Optional gibt es für das E-Auto auch ein Dach mit eingebauten Solarzellen. Sie leisten zusammen 205 Watt. Laut Hyundai wurden Tests in Südeuropa gemacht, die eine jährliche Ladeleistung von bis zu 2000 Extra-Kilometern versprechen (Rund 5,5 Kilometer pro Tag). Hierzulande dürfte die Ausbeute der Solarzellen allerdings geringer ausfallen.
 
Der Akku des Ioniq 5 kann übrigens auch als riesige Powerbank genutzt werden. Dank "Vehikel to Load"-Technik (V2L) kann der Stromspeicher nicht nur Energie aufnehmen, sondern auch an andere Verbraucher abgeben.

Innenraum und Connectivity

Hyundai IONIQ 5
Reduzierte Optik und viel Platz: Das E-Auto soll ein luftiges Raumgefühl erzeugen.

Im Innenraum sollen die Passagiere des Ioniq 5 vor allem eines haben – Platz! Zwischen Fahrer und Beifahrersitz befindet sich beim Elektroauto keine Mittelkonsole, was ein luftiges Gefühl erzeugen soll. Im ersten Test konnte das versprochene Raumangebot auch in der Praxis punkten. Auf dem Armaturenbrett thronen zwei serienmäßige 12,25-Zoll-Bildschirme. Apple CarPlay und Android Auto sind serienmäßig, müssen allerdings noch über ein Kabel mit dem Ioniq 5 gekoppelt werden. Das optionale Head-up-Display soll die Windschutzscheibe dank Augmented Reality zur Leinwand machen und dem Fahrer die wichtigsten Infos direkt in die Scheibe projizieren. Ein besonderes Feature des Elektro-Koreaners sind seine verstellbaren Vordersitze. Sie lassen sich in eine komfortable Liegeposition bringen, um die Ladepause auf Langstrecken angenehm verbringen zu können. Die Auswahl der Innenraum-Materialien ist weitgehend nachhaltig, die Rückbank ist verschiebbar und bietet daher eine flexible Innenraumnutzung.
Hyundai IONIQ 5
Während des Ladevorgangs wird der Ioniq 5 auf Wunsch zur Ruhe-Lounge.

Assistenten im Ioniq 5

Neben den typischen Helfern wie Einparkhilfe, 360-Grad-Kamera oder Tempomat, bietet Hyundai den Ioniq 5 auch mit der nächsten Generation des Highway Driving Assist an. Das teilautonome Fahrprogramm kann nicht nur die Spur selbst halten und den Abstand zum Vordermann regulieren, in der neuen Ausbaustufe soll es sogar den Spurwechsel vereinfachen.

Sondermodell zum Marktstart bereits vergriffen

Zum Marktstart im Frühsommer 2021 wird es den Ioniq 5 in einer besonders gut ausgestatteten "Project 45"-Sonderedition geben. Neben allerlei Extras ist der Koreaner mit der großen 72,6-kWh-Batterie und Allrad-Antrieb ausgestattet. Das Sondermodell kostet 59.550 Euro und sei Medienberichten zufolge bereits nach wenigen Stunden vergriffen gewesen. Auch das Interesse an den weniger gut ausgerüsteten Ioniq 5 sei immens. Über 236.000 Interessenten haben sich wohl bei Hyundai gemeldet. Sie müssen sich allerdings noch etwas länger gedulden. 

Fazit

800 Volt-Technik, gefällige Optik und ein großzügiger Innenraum: Der Ioniq 5 scheint bis hier hin alles richtig zu machen. Als erster E-GMP-Ableger zeigt er deutlich, wo Hyundai in den kommenden Jahren in Sachen E-Mobilität hin möchte. Was mit Sicherheit von den Kunden Wertschätzung erfahren wird, sorgt mit Gewissheit für Schweißperlen in der Chefetage von Volkswagen. Hyundai bringt nämlich genau die Innovationen in Sachen Alltagstauglichkeit auf den Markt, die VW mit dem MEB eigentlich versprochen hatte.