Vorstellung

Der Ioniq 5 ist da! Das erste Auto von Hyundais neuer Elektromarke kommt mit 800-Volt-Technik und optionalem Allradantrieb. Alleine damit hebt sich der Koreaner deutlich vom wichtigsten Konkurrenten VW ID.4 ab, der bei den Abmessungen mit dem Ioniq 5 praktisch gleichauf liegt. Der ID.4 kommt nämlich nur mit einem 400-Volt-Netz und lädt dadurch langsamer. Startet Hyundai mit dem Ioniq also den Großangriff auf VWs ID-Familie? Möglich! Allerdings muss hier die neu entwickelte Elektro-Plattform von Hyundai erst einmal beweisen, was in ihr steckt. Auf den Schultern des Ioniq 5 lastet also große Verantwortung.
Hyundai IONIQ 5
Der Ioniq 5 ist länger als der VW ID.4. Die Kanten in der Seite werden aufwendig in das Blech gepresst.

Alle Preise für den Ioniq 5

Der Hyundai Ioniq 5 startet in der Basis ab sofort bei 41.900 Euro. Bestellungen werden angenommen, der Wagen ist zudem online konfigurierbar. Dafür gibt es das Einstiegsmodell mit Hinterradantrieb und 125 kW (170 PS). Das Top-Modell mit 225-kW-Allradantrieb (305 PS) in der höchsten Ausstattungslinie kostet dagegen 60.750 Euro. Das koreanische E-Auto ist durch die BAFA-Umweltprämie voll förderfähig, was den Einstiegspreis auf 32.330 Euro drücken kann.
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Neben der Basisausstattung bietet Hyundai den Ioniq 5 in drei weiteren Ausstattungslinien an (Alle Umfänge hier sind nur Auszüge):
Basis: Neben Voll-LED-Scheinwerfern und LED-Rückleuchten sind hier 19-Zoll Leichtmetallräder (Hier geht's zum AUTO BILD-Sommerreifentest) und die beiden 12,25 Zoll großen Displays im Cockpit Serie. Auch ein Navigationsystem, eine Rückfahrkamera, ein adaptiver Tempomat mit Verkehrszeichenerkennung und eine verschiebbare Rücksitzbank sind in jedem Ioniq 5 verbaut. 
Dynamiq: Hier kommen zum Basisumfang Features wie eine Einparkhilfe vorne, ein Autobahnassistent, ein Batterieheizsystem, eine erweiterte Notbremsfunktion und ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz in das E-Auto. Optional lassen sich hier auch Projektionsscheinwerfer mit Pixel-Optik-Tagfahrlicht, eine Wärmepumpe und ein Parkassistent mit Fernsteuerung bestellen.
Techniq: Baut auf dem Dynamiq-Pakt auf und ergänzt es um eine serienmäßige Wärmepumpe, das LED-Paket, eine isolierte Frontscheibe, eine verschiebbare Mittelkonsole und Stoff-Leder-Sitze. Optional gibt es hier zudem unter anderem noch ein Panorama-Glasdach, ein Bose-Soundsystem, eine elektrische Heckklappe und 20-Zoll-Felgen.
Uniq: Hier sind alle genannten Extras zusätzlich zum Umfang des Techniq-Pakets enthalten. Zudem zieht ein Augmented-Reality-Head-up-Display in das Fahrzeug ein. Elektrisch versenkbare Türgriffe erhöhen die Aerodynamik, außerdem sind hier das Solardach und die Relax-Funktion für die vorderen Sitze verfügbar.

Preise im Überblick:

Ioniq 5 125 kW (170 PS); 58 kWh; Heckantrieb
   Basis: ab 41.900 Euro
   Dynamiq: ab 46.900 Euro
   Techniq: ab 50.400 Euro
   Uniq: ab 53.750 Euro
Ioniq 5 160 kW (217 PS); 72,6 kWh; Heckantrieb
   Basis: ab 45.100 Euro
   Dynamiq: ab 50.100 Euro
   Techniq: ab 53.600 Euro
   Uniq: ab 56.950 Euro
Ioniq 5 173 kW (235 PS); 58 kWh; Allradantrieb
   Basis: ab 45.700 Euro
   Dynamiq: ab 50.700 Euro
   Techniq: ab 54.200 Euro
   Uniq: ab 57.550 Euro
Ioniq 5 225 kW (305 PS); 72,6 kWh; Allradantrieb
   Basis: ab 48.900 Euro
   Dynamiq: ab 53.900 Euro
   Techniq: ab 57.400 Euro
   Uniq: ab 60.750 Euro
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Acht Jahre Garantie für den Ioniq 5

Hyundai ist seit Jahren für seine großzügigen Garantielaufzeiten bekannt. Nach Kona Elektro und Ioniq Elektro wird auch der Ioniq 5 in Zukunft mit acht Jahren Garantie ausgeliefert. Sie besteht aus zwei Bestandteilen. Hyundai bietet fünf Jahre Herstellergarantie ohne Kilometerbegrenzung und verlängert diese dann anschließend um eine dreijährige Anschlussgarantie. Auch der Akku des Elektroautos ist durch eine achtjährige Garantie geschützt, hier gilt aber eine Kilometer-Obergrenze von 160.000 Kilometern.
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Abmessungen und Optik

Für das Design des Ioniq 5 stand bereits 2019 das Hyundai 45 EV-Concept Pate. Die eckige Studie gab einen sehr konkreten Ausblick auf das Serienmodell. Allerdings ist von der kantigen Optik nicht mehr viel übrig geblieben. Regularien und der Fertigungsprozess haben den Ioniq 5 rundgelutscht. Trotzdem ist das Erscheinungsbild deutlich technischer als bei den Wettbewerbern. Die Front bekommt bereits in der Basis die Pixeloptik mit dem Vieraugen-Gesicht. LED-Scheinwerfer sind immer Standard, in einer höheren Ausstattung wandern LED-Projektoren in die Leuchtenträger. Die Schürze erhält kantige Elemente und Luftklappen, die sich je nach Kühlluftbedarf der Akkus öffnen oder schließen. Seitlich sind neben den 20-Zoll-Felgen vor allem die Fugen im Blech und die versenkbaren Türgriffe zu erkennen. Am Heck zieht sich das Pixeldesign der Scheinwerfer auch bei den Rückleuchten fort. Leuchtende Blöcke ergeben eine Lichtsignatur und mischen Retrocharme der 80er mit dem modernen Erscheinungsbild des Koreaners.
Hyundai IONIQ 5
Die Rückleuchten machen den Ioniq 5 sehr technisch.

Das Crossover mit Elektroantrieb soll den Insassen viel Platz bieten, und mit Blick auf die Abmessungen kann dieser Vorsatz auch gelingen:
Länge: 4,64 m
Breite: 1,89 m
Höhe: 1,61 m
Radstand: 3,00 m
Kofferraum: 531 Liter/1600 Liter
Frunk: 24 Liter (Allradantrieb)/57 Liter (Hinterradantrieb)

Reichweite, Akku und laden

Der Ioniq 5 ist das erste Fahrzeug des Hyundai-Konzerns, das auf der neuen E-GMP-Plattform aufbaut. Das koreanische Pendant zum MEB-Baukasten von Volkswagen hebt sich allerdings deutlich von der deutschen Konkurrenz ab. Dank 800-Volt-Technik soll Schnellladen nämlich, ähnlich wie beim Porsche Taycan, ein Klacks sein. In 18 Minuten kann die Batterie auf 80 Prozent aufgeladen werden, so Hyundai, weniger als fünf Minuten sollen für eine Reichweite von 100 km ausreichen. Für welche Akkugröße das gilt, wird dabei allerdings noch nicht verraten. Zur Auswahl steht der 58-kWh-Akku mit einer Reichweite von etwas weniger als 400 km nach WLTP und der 72,6-kWh-Stromspeicher mit bis zu 480 km Aktionsradius. Der Ioniq 5 kann sogar Anhänger (bis zu 1,6 Tonnen) ziehen.
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Gebrauchte Hyundai im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt

Technische Daten

Beim Antrieb bietet Hyundai seinen Ioniq 5-Kunden vier Optionen an:
Heckantrieb: 58-kWh-Akku – 125 kW (170 PS)/350 Nm
Heckantrieb: 72,6-kWh-Akku – 160 kW (217 PS)/350 Nm
Allrad-Antrieb: 58-kWh-Akku – 120 kW/350 Nm hinten – 53 kW/255 Nm vorne - Systemleistung: 173 kW (235 PS) – Drehmoment  kombiniert 605 Nm
Allrad-Antrieb: 72,6-kWh-Akku – 155 kW/350 Nm hinten – 70 kW/255 Nm vorne - Systemleistung: 225 kW (305 PS) – Drehmoment kombiniert 605 Nm
Optional gibt es für das E-Auto auch ein Dach mit eingebauten Solarzellen. Sie leisten zusammen 205 Watt. Laut Hyundai wurden Tests in Südeuropa gemacht, die eine jährliche Ladeleistung von bis zu 2000 Extra-Kilometern versprechen (Rund 5,5 Kilometer pro Tag). Hierzulande dürfte die Ausbeute der Solarzellen allerdings geringer ausfallen. Der Akku des Ioniq 5 kann übrigens auch als riesige Powerbank genutzt werden. Dank "Vehikel to Load"-Technik (V2L) kann der Stromspeicher nicht nur Energie aufnehmen, sondern auch an andere Verbraucher abgeben.
Hyundai IONIQ 5
Reduzierte Optik und viel Platz: Das E-Auto soll ein luftiges Raumgefühl erzeugen.

Innenraum und Connectivity

Im Innenraum sollen die Passagiere des Ioniq 5 vor allem eines haben: Platz! Zwischen Fahrer und Beifahrersitz befindet sich beim Elektroauto keine Mittelkonsole, was ein luftiges Gefühl erzeugen soll. Im ersten Test konnte das versprochene Raumangebot auch in der Praxis punkten. Auf dem Armaturenbrett thronen zwei serienmäßige 12,25-Zoll-Bildschirme. Apple CarPlay und Android Auto sind serienmäßig, müssen allerdings noch über ein Kabel mit dem Ioniq 5 gekoppelt werden. Das optionale Head-up-Display soll die Windschutzscheibe dank Augmented Reality zur Leinwand machen und dem Fahrer die wichtigsten Infos direkt in die Scheibe projizieren. Ein besonderes Feature des Elektro-Koreaners sind seine verstellbaren Vordersitze. Sie lassen sich in eine komfortable Liegeposition bringen, um die Ladepause auf Langstrecken angenehm verbringen zu können. Die Auswahl der Innenraum-Materialien ist weitgehend nachhaltig, die Rückbank ist verschiebbar und bietet daher eine flexible Innenraumnutzung.
Hyundai IONIQ 5
Während des Ladevorgangs wird der Ioniq 5 auf Wunsch zur Ruhe-Lounge.

Erster Fahreindruck

AUTO BILD ist den elektrischen Koreaner bereits gefahren. Der Antritt des Ioniq 5 ist dabei beim 305 PS starken Topmodell durchaus beeindruckend. Das Fahrwerk ist nicht besonders sportlich und legt viel Wert auf Komfort. Auch das Schnellladen mit 800-Volt klappt in der Praxis ordentlich. Den ausführlichen Fahrbericht finden sie hier!

Assistenten im Ioniq 5

Neben den typischen Helfern wie Einparkhilfe, 360-Grad-Kamera oder Tempomat, bietet Hyundai den Ioniq 5 auch mit der nächsten Generation des Highway Driving Assist an. Das teilautonome Fahrprogramm kann nicht nur die Spur selbst halten und den Abstand zum Vordermann regulieren, in der neuen Ausbaustufe soll es sogar den Spurwechsel vereinfachen.

Ioniq 5 Robotaxi beherrscht autonomes Fahren

Im Sachen autonomes Fahren geht aber noch mehr – das zeigt ein Projekt, das Hyundai in seinem Joint Venture "Motional" mit dem Zulieferer Aptiv auf der IAA 2021 in München (7. bis 12. September) vorstellt. Das sogenannte "Ioniq 5 Robotaxi" wurde mit mehr als 30 Sensoren ausgestattet, darunter Kameras, Radar- und Lidarsensoren; das Auto soll damit selbstständig nach Level 4 fahren.
Hyundai Ioniq 5 Robotaxi
Das "Ioniq 5 Robotaxi" soll autonomes Fahren nach Level 4 beherrschen – und schon 2023 in den USA unterwegs sein.

Die Sensoren sind gut sichtbar am Fahrzeug angebracht, damit sich das Robotaxi von manuell gesteuerten Autos optisch unterscheidet. Und das nicht ohne Grund: Ab 2023 soll das Fahrzeug beim Fahrdienst-Vermittler Lyft in den USA zum Einsatz kommen und dort auf öffentlichen Straßen Fahrgäste befördern. Ob und wann die Technik – oder Elemente davon – auch im regulären Ioniq 5 zum Einsatz kommen, steht laut Hyundai noch nicht fest.

Fazit

800 Volt-Technik, gefällige Optik und ein großzügiger Innenraum: Der Ioniq 5 scheint bis hier hin alles richtig zu machen. Als erster E-GMP-Ableger zeigt er deutlich, wo Hyundai in den kommenden Jahren in Sachen E-Mobilität hin möchte. Was mit Sicherheit von den Kunden Wertschätzung erfahren wird, sorgt mit Gewissheit für Schweißperlen in der Chefetage von Volkswagen. Hyundai bringt nämlich genau die Innovationen in Sachen Alltagstauglichkeit auf den Markt, die VW mit dem MEB eigentlich versprochen hatte.