Kia präsentiert mit dem Elektroauto EV6 auf der neuen Elektroplattform "E-GMP" das Schwestermodell vom Hyundai Ioniq 5 – mit der schnellen 800-Volt-Technik zum Laden (der Akku ist nach 18 Minuten wieder zu 80 Prozent gefüllt), aber im eigenen Design. Auch eine sportliche GT-Variante mit 584 PS wurde direkt angekündigt.

Preis: Der Basispreis des EV6 liegt unter 45.000 Euro

Der EV6 ist bereits bestellbar. Die Basisvariante startet bei 44.990 Euro und ist damit gut 3000 Euro teurer als der Ioniq 5. Die Ausstattung "GT Line" gibt es ab 50.990 Euro, für das Topmodell EV6 GT verlangt Kia mindestens 65.990 Euro. Die ersten Exemplare des EV6 sollen noch 2021 ausgeliefert werden. Das Topmodell EV6 GT folgt im November 2022.
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EV6 GT: Topmodell mit 584 PS könnte den Stinger GT ersetzen

Schon bei der Präsentation des EV6 hat Kia eine sportliche GT-Variante als Topmodell angekündigt, das den Stinger GT könnte. Gegenüber dem Magazin "Autocar" deutete Kias Design-Chef Karim Habib an, der EV6 GT habe "den Geist des Stinger GT in sich" und sei ein ähnlich sportliches und präzises Fahrzeug. Leistungsmäßig wäre das auf jeden Fall ein deutlicher Sprung: Der Stinger GT hat einen 3,3 Liter großen V6 mit 366 PS unter der Haube, während die zwei Elektromotoren des EV6 GT stolze 584 PS (430 kW) erzeugen. Das Auto soll zwar erst Ende 2022 in den Verkauf gehen, die Fahrleistungen stehen aber schon fest: 3,5 Sekunden von null auf hundert und 260 km/h sollen möglich sein. Dazu gibt es eine spezielle Sperrdifferenzial-Software. Der stärkste EV6 kommt immer mit dem größeren 77,4-kWh-Akku; die Reichweite steht noch nicht final fest, soll aber bei etwa 400 Kilometern nach WLTP liegen.
Kia EV6 e-GT
Neue Details: Ein anderes Grillgitter, veränderte Schürzen und gelbe Bremssättel kennzeichnen den Kia EV6 GT.

Leasing: Es gibt bereits die ersten Deals für den Elektro-Kia

Mit dem Bestellstart für den Kia EV6 gibt es auch schon die ersten Leasingangebote. Bei sparneuwagen.de (Kooperationspartner von AUTO BILD) lag der tiefste Preis für die Basisversion mit 170 PS, Hinterradantrieb und 58-kWh-Akku zuletzt bei 239 Euro im Privatleasing. Die Vertragslaufzeit beträgt meistens 48 Monate, in der Regel sind 10.000 Freikilometer pro Jahr drin. Größere Kilometerpakte sind zumeist gegen Aufpreis erhältlich. Wichtig zu wissen: Bei Elektroautos muss eine Sonderzahlung in Höhe der Umweltprämie, in diesem Fall 6000 Euro, geleistet werden. Der Betrag wird aber nach korrekter und fristgerechter Beantragung der Umweltprämie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) voll erstattet.

Akku, Reichweite und Leistung: EV6 kommt bis zu 528 Kilometer weit

Die technischen Daten weichen leicht von denen des Hyundai Ioniq 5 ab. Den EV6 gibt es mit zwei Akkupaketen. Während der kleinere wie beim Hyundai 58 kWh speichert, bringt es die größere Version auf 77,4 kWh, das sind fast zwei kWh mehr als beim Ioniq 5. Damit soll der Kia EV6 Kia bis zu 528 Kilometer Reichweite schaffen. Die beiden Akkugrößen werden jeweils mit Hinterrad- oder Allradantrieb kombiniert, wobei die Leistung natürlich steigt, wenn ein zusätzlicher Motor an der Vorderachse arbeitet.
● Heckantrieb + 58-kWh-Akku: 125 kW (170 PS) Systemleistung; 350 Nm Systemdrehmoment; 324 km Reichweite (WLTP)
● Heckantrieb + 77,4-kWh-Akku: 168 kW (229 PS) Systemleistung; 350 Nm Systemdrehmoment; 528 km Reichweite (WLTP)
● Allradantrieb + 77,4-kWh-Akku: 239 kW (325 PS) Systemleistung; 605 Nm Systemdrehmoment; 506 km Reichweite (WLTP)
● GT (Allradantrieb): 430 kW (584 PS) Systemleistung; 740 Nm Systemdrehmoment; ca. 400 km Reichweite (WLTP)

100 Kilometer Reichweite in weniger als fünf Minuten nachladen

Dank 800-Volt-Technik lädt der Akku des EV6 besonders schnell. In 18 Minuten soll die zuvor leere Batterie wieder zu 80 Prozent voll sein, der Strom für 100 Kilometer soll in weniger als fünf Minuten nachgeladen sein. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Batterie nicht nur den Motor mit Energie speist, sondern auch bis zu 3,6 kW starke Elektrogeräte betrieben werden können. Sogar ein anderes Elektroauto soll der Kia EV6 als Stromspender aufladen können.

Test: Der EV6 bietet viel Platz und ist straff ausgelegt

Beim ersten Test des EV6 haben wir uns die Variante mit 77,4 kWh großer Batterie, 229 PS und Heckantrieb genauer angeschaut. Beim Platzangebot fällt vor allem die Beinfreiheit auf der Rückbank positiv auf: Dank 2,90 Meter Radstand können Passagiere hier bequem die Beine übereinanderschlagen. Doch jetzt auf den Fahrersitz. Fahrwerk, Lenkung und im Sportmodus auch die Gaspedal-Kennlinie sind straff ausgelegt. Beim Fahren kommt einem das rund 4,70 Meter lange Auto eine Nummer kleiner vor. Die Bedienung klappt dank Kurzwahltasten unter dem Infotainment-Bildschirm gut. Das Touchpad ist doppelt belegt: oben klicken, und man steuert das Infotainment; unten drücken, dann ist es die Heizung, und der Lautstärkeregler wird zum Warm-Kalt-Regler.
Kia EV6
Auf der Rückbank hat man im Kia dank des langen Radstands sehr viel Beinfreiheit.

Design: Kein Tigernose-Grill für Kias neues E-Auto

Der Kia EV6 teilt sich zwar die Technik mit dem Hyundai Ioniq 5, optisch haben die beiden aber nichts miteinander zu tun. Mit dem neuen Modell hat Kia das Thema Crossover quasi durchgespielt: coupéhafte Dachlinie, SUV-mäßige Beplankung an den Radläufen, recht viel Bodenfreiheit und eine hohe Schulterlinie, dabei aber doch nicht ganz so hochbeinig. An der Front zeigt Kia sein neues Markenlogo. Vorne ist das Design des EV6 runder, als wir es zuletzt bei neuen Modellen der Marke gesehen haben – etwa bei der neuen Sorento-Generation. Die Scheinwerfer sind – entgegen dem aktuellen Trend – recht groß und nicht geteilt. Das Tagfahrlicht setzt sich aus mehreren Elementen zusammen und umschließt die restlichen Lichteinheiten oben und unten. Den Kia-typischen Tigernose-Grill bekommt der EV6 nicht, stattdessen verbindet ein schmaler, schwarzer Schlitz die beiden Scheinwerfer. Ein großer unterer Lufteinlass wird von verschiedenen Gittern und luftleitenden Elementen unterteilt. An der Seite fällt der Zierstreifen über den Schwellern auf, der im Bereich der hinteren Türen nach oben ansteigt und so eine optische Verbindung zur hinteren Lichtsignatur schafft. Die reicht bis an die Radläufe und wird von einem schmalen LED-Band bestimmt, das in einem Bogen über das gesamte Heck reicht.
Kia EV6 GT-Line
Anders als die Studie hat der Serien-EV6 B-Säulen. Bullige Kotflügel verstärken die Crossover-Optik.

Im Bereich neben dem Kofferraumdeckel finden sich nach außen größer werdende Striche. Blinker und Rückfahrlicht befinden sich in einem Element darunter. Das wiederum geht in eine Chromspange über. Für die nötige Portion Sportlichkeit sorgen ein Dachkantenspoiler und eine Lippe auf dem Heckdeckel.

Die Abmessungen im Überblick:

Länge: 4680 mm/4695 mm (GT, GT-Line)
Breite: 1880 mm/1890 mm (GT, GT-Line)
● Höhe: 1550 mm/1545 mm (GT)
Radstand: 2900 mm
Kofferraum: 520 l / ca. 1300 l
Frunk: 52 l (Hinterradantrieb)/20 l (Allradantrieb)
Anhängelast: 1,6 t

Innenraum: Cockpit erinnert an den Ioniq 5

Im Innenraum gibt es dann doch einige Überschneidungen mit dem Ioniq 5. Gerade die Gestaltung des Armaturenbretts mit den beiden auf einem gebogenen Element platzierten Displays ähnelt dem Cockpit des Elektro-Hyundai sehr. Die Bildschirme fürs Digital-Cockpit und das Infotainment messen jeweils 12,3 Zoll. Das System dahinter ist natürlich immer online, kann Echtzeit-Informationen liefern und beherrscht drahtlose Updates "over the air". Ergänzt wird das System durch ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion. Die Klima-Einheit wird wie im Ioniq durch eine digitale Touchfläche ersetzt. Auf Knopfdruck wird die digitale Klimabedienung zur Shortcuts-Leiste für Navi- und Radiofunktionen. Es gibt aber auch Unterschiede zum Hyundai: Der Kia bekommt ein eigenes Lenkrad, dessen recht groß wirkender Pralltopf in Form des fehlenden Tigernose-Grills gestaltet ist. Außerdem hat er eine Mittelkonsole, die den Startknopf und den Drehschalter zur Gangwahl beherbergt.
Kia EV6 e-GT
Nachhaltigkeit ist ein Thema beim EV6: Die Sitzbezüge werden aus recyceltem Plastik hergestellt.
Zu den wichtigsten Assistenzsystemen zählt ein Ausstiegsassistent, der per Warnton oder verschlossener Tür die Fondpassagiere vor dem unbedachten Aussteigen bewahrt, falls sich ein Auto von hinten nähert. Dazu kommt der weiterentwickelte Autobahnassistent, der teilautomomes Fahren ermöglicht, indem sich der EV6 am vorausfahrenden Auto orientiert.

Fazit

Der neue Kia EV6 ist zwar kein Sonderangebot, aber der Preis ist gerechtfertigt. Er lädt doppelt so schnell wie die VW-Konkurrenz, fährt sportlich-straff, hat richtig viel Platz. Eines der aktuell besten Elektroautos in dieser Preisklasse!