Der Basispreis des EV6 liegt bei unter 45.000 Euro

Kia präsentiert mit dem Elektroauto EV6 auf der neuen Elektroplattform E-GMP das Schwestermodell vom Hyundai Ioniq 5. Jetzt stehen die offiziellen Preise fest: Die Basisvariante startet bei 44.990 Euro und ist damit gut 3000 Euro teurer als der Ioniq. Die Ausstattung "GT Line" gibt es ab 54.990 Euro, und für das Topmodell EV6 GT verlangt Kia mindestens 65.990 Euro. Interessierte können sich das Fahrzeug bis zum 31. April 2021 hier online reservieren. Die Registrierungsgebühr von 100 Euro wird entweder mit dem Kaufpreis verrechnet oder erstattet, falls man es sich doch anders überlegt.
Hinweis
Kia-Modelle im Auto-Abo bei ViveLaCar 
Wer das Auto reserviert, bekommt außerdem ein Goodie obendrauf: Kia übernimmt zwei Jahre lang die Grundgebühr für den Ladeservice KiaCharge (bei dem man eine Ladekarte erhält, mit der man am Großteil der öffentlichen Ladesäulen bezahlen kann), außerdem entfällt die Grundgebühr für den Schnellladesäulen-Anbieter Ionity. Die ersten Exemplare des EV6 sollen im Herbst 2021 ausgeliefert werden. Das Topmodell GT folgt im November 2022.

Kein Tigernose-Grill für Kias neues E-Auto

Der Kia EV6 teilt sich zwar die Technik mit dem Hyundai Ioniq 5, optisch haben die beiden aber nichts miteinander zu tun. Mit dem neuen Modell hat Kia das Thema Crossover quasi durchgespielt: coupéhafte Dachlinie, SUV-mäßige Beplankung an den Radläufen, recht viel Bodenfreiheit und eine hohe Schulterlinie, dabei aber doch nicht ganz so hochbeinig. An der Front zeigt Kia sein neues Markenlogo. Vorne ist das Design des EV6 runder, als wir es zuletzt bei neuen Modellen der Marke gesehen haben – etwa bei der neuen Sorento-Generation. Die Scheinwerfer sind – entgegen dem aktuellen Trend – recht groß und nicht geteilt. Das Tagfahrlicht setzt sich aus mehreren Elementen zusammen und umschließt die restlichen Lichteinheiten oben und unten. Den Kia-typischen Tigernose-Grill bekommt der EV6 nicht, stattdessen verbindet ein schmaler, schwarzer Schlitz die beiden Scheinwerfer. Ein großer unterer Lufteinlass wird von verschiedenen Gittern und luftleitenden Elementen unterteilt. An der Seite fällt der Zierstreifen über den Schwellern auf, der im Bereich der hinteren Türen nach oben ansteigt und so eine optische Verbindung zur hinteren Lichtsignatur schafft. Die reicht bis an die Radläufe und wird von einem schmalen LED-Band bestimmt, das in einem Bogen über das gesamte Heck reicht.
Kia EV6 GT-Line
Anders als die Studie hat der Serien-EV6 B-Säulen. Bullige Kotflügel verstärken die Crossover-Optik.

Im Bereich neben dem Kofferraumdeckel finden sich nach außen größer werdende Striche. Blinker und Rückfahrlicht könnten sich in einem Element darunter befinden. Das wiederum geht in eine Chromspange über. Für die nötige Portion Sportlichkeit sorgen ein Dachkantenspoiler und eine Lippe auf dem Heckdeckel. Bislang verrät Kia in puncto Abmessungen nur Daten zu Radstand und Kofferraumvolumen des EV6 (siehe unten). Und: Das Auto soll bis zu 1,6 Tonnen ziehen können, wenn der Akku mehr als 35 Prozent geladen ist.
Länge: 4680 mm / 4695 mm (GT, GT-Line)
Breite: 1880 mm / 1890 mm (GT, GT-Line)
● Höhe: 1550 mm / 1545 mm (GT)
Radstand: 2900 mm
Kofferraum: 520 l / ca. 1300 l
Frunk: 52 l (Hinterradantrieb) / 20 l (Allradantrieb)
Anhängelast: 1,6 t

Innenraum erinnert ans Cockpit des Ioniq 5

Im Innenraum gibt es dann doch einige Überschneidungen mit dem Ioniq 5. Gerade die Gestaltung des Armaturenbretts mit den beiden auf einem gebogenen Element platzierten Displays ähnelt dem Cockpit Elektro-Hyundai sehr. Die Bildschirme fürs Digital-Cockpit und das Infotainment messen jeweils 12,3 Zoll. Das System dahinter ist natürlich immer online, kann Echtzeit-Informationen liefern und beherrscht drahtlose Updates "over the air". Ergänzt wird das System durch ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion. Die Klimaeinheit wird wie im Ioniq durch eine digitale Touchfläche ersetzt. Auf Knopfdruck wird die digitale Klimabedienung zur Shortcuts-Leiste für Navi- und Radiofunktionen. Es gibt aber auch Unterschiede zum Hyundai: Der Kia bekommt ein eigenes Lenkrad, dessen recht groß wirkender Pralltopf in Form des fehlenden Tigernose-Grills gestaltet ist. Außerdem hat er eine Mittelkonsole. Auf der finden der Startknopf und der Drehschalter zur Gangwahl ihren Platz.
Kia EV6 e-GT
Nachhaltigkeit ist ein Thema beim EV6: Die Sitzbezüge werden aus recyceltem Plastik hergestellt.
Zu den wichtigsten Assistenzsystemen zählt ein Ausstiegsassistent, der per Warnton oder verschlossener Tür die Fondpassagiere vor dem unbedachten Aussteigen bewahrt, falls sich ein Auto von hinten nähert. Dazu kommt der weiterentwickelte Autobahnassistent, der teilautomomes Fahren ermöglicht, indem sich der EV6 am vorausfahrenden Auto orientiert.

Kia EV6 auch als GT-Version mit 584 PS

Die technischen Daten weichen leicht von denen des Hyundai Ioniq 5 ab. Den EV6 gibt es mit zwei Akkupaketen. Während der kleinere wie beim Hyundai 58 kWh speichert, bringt es die größere Version auf 77,4 kWh, also mit fast zwei kWh mehr und laut Kia gut für bis zu 510 Kilometer Reichweite. Für die besonders starke GT-Variante kündigt Kia geplante Fahrleistungen an. 3,5 Sekunden von 0 auf 100 und 260 km/h sollen möglich sein. Dazu gibt es für den EV6 GT eine spezielle Sperrdifferenzial-Software.
Hinweis
Elektrische Kia-Modelle im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt
Die beiden Akkugrößen werden jeweils mit Hinterrad- oder Allradantrieb gekoppelt, wobei die Leistung natürlich steigt, wenn ein zusätzlicher Motor an der Vorderachse arbeitet. Leider sind die von Kia kommunizierten Leistungswerte noch recht lückenhaft, hier ein Überblick:
● Heckantrieb + 58-kWh-Akku: 125 kW (170 PS), 350 Nm Systemdrehmoment
● Heckantrieb + 77,4-kWh-Akku: 168 kW (229 PS), 350 Nm Systemdrehmoment, 510 km Reichweite (WLTP)
● Allradantrieb + 77,4-kWh-Akku: 239 kW (325 PS) Systemleistung, 605 Nm Systemdrehmoment, 0-100 km/h: 5,2 s
● GT (Allradantrieb): 430 kW (584 PS) Systemleistung, 740 Nm Systemdrehmoment, 0-100 km/h: 3,5 s, 260 km/h Höchstgeschwindigkeit
Kia EV6 e-GT
Neue Details: Ein anderes Grillgitter, veränderte Schürzen und gelbe Bremssättel kennzeichnen den Kia EV6 GT.

Dank 800-Volt-Technik lädt der Akku des EV6 besonders schnell. In 18 Minuten soll die zuvor leere Batterie wieder zu 80 Prozent voll sein, der Strom für 100 Kilometer soll in unter fünf Minuten nachgeladen sein. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Batterie nicht nur den Motor mit Energie speist, sondern auch bis zu 3,6 kW starke Elektrogeräte betrieben werden können. Sogar ein anderes Elektroauto soll der Kia EV6 als Stromspender aufladen können.