Fahrbericht Kia EV6

Fahrbericht Kia EV6

Kia EV6: Test, Motor, Preis, Reichweite, Akku

Kia macht's wie Porsche: Der neue EV6 ist blitzschnell geladen

Dank 800-Volt-Bordnetz in weniger als 20 Minuten auf 80 Prozent geladen! Der neue Kia EV6 hat das, was wir am Porsche Taycan lieben. Ein Test.
Wir müssen über Geld reden. Der neue Kia EV6 kostet in der günstigsten Variante mit 170 PS und kleinem 58-kWh-Akku 44.990 Euro, ist damit mehr als 6000 Euro teurer als ein vergleichbarer VW ID.4. Kia teurer als VW! Und Sie fragen sich: Ist er das wert? Auf die Frage gibt es eine subjektive und eine objektive Antwort. (Wichtige Tipps für den Neuwagenkauf im Internet)


Der EV6 ist sehr gefällig gezeichnet

Hübscher Stromer: Auf 4,68 Metern Länge ist der EV6 eher höhergelegter Shooting Brake als SUV.

©F. Roschki

Beginnen wir mit persönlichem Befinden und Antwort 1: Gucken Sie sich doch mal diese Karosse an, ein 4,68-Meter-Crossover, riesige Radhäuser, durchgezogenes Leuchtenband hinten, versenkte Türgriffe, die erst bei Annäherung ausfahren. Ein bisschen sieht der EV6 aus, als hätte jemand heimlich die Designstudie durchgewinkt, wirkt eher wie ein hoher Shooting Brake denn wie ein SUV, man muss ihn einfach lieben. Antwort Nummer 2 ergibt sich aus den blanken Zahlen: Dank 800-Volt-Netz lädt der Koreaner (fast) so schnell wie der Porsche Taycan; er saugt an der Schnellladesäule Strom mit der Macht von 240 kW. Oder anders: In 18 Minuten kommt der Akku von 5 auf 80 Prozent, bei VW dauert das doppelt so lange!

Beim Fahrwerk setzt Kia auf Dynamik

Äußerst agil: Dank seiner straffen Abstimmung geht der schwere EV6 ohne Wankbewegungen ums Eck.

©F. Roschki

Für unsere erste Testfahrt schnappen wir uns den EV6 mit großer 77,4-kWh-Batterie, 229 PS und Heckantrieb, macht 4000 Euro Aufpreis, also 48.990 Euro. Der Allradler mit 325 PS käme sogar 7900 Euro teurer als die Basis, und er stromert wegen Mehrleistung und Mehrgewicht 22 Kilometer kürzer als der 229-PS-Kia, der je nach Gasfuß bis zu 528 Kilometer weit kommen soll. 528 Kilometer! Ganz so weit sind wir bei unserer Runde natürlich nicht gefahren, hätten wir auch gar nicht geschafft, so viel Spaß machen Beschleunigen und Kurvenräubern. Dass so ein E-Auto sofort Punch hat, wenn der Fuß auf dem Gaspedal andockt, wissen wir, in diesem Fall geht die Post in 7,3 Sekunden ab auf Tempo 100. Dass so ein Zwei-Tonnen-Koloss sich so handlich und nahezu ohne Wankbewegungen durch die Kurve scheuchen lässt, erstaunt dagegen immer wieder aufs Neue. Sie haben alles am EV6 straff ausgelegt, Fahrwerk, Lenkung, im Sportmodus auch die Gaspedal-Kennline. Wenn du es darauf anlegst, kommt dir das Auto in jeder Situation eine Nummer kleiner vor, also beim Fahren.
Beim Platzangebot kann davon keine Rede sein. 2,90 Meter Radstand! Davon profitieren vor allem die Passagiere hinten, sie können die Beine über Kreuz schlagen, ihr Handy via Kabel mit dem Vordersitz oder der Mittelkonsole verbinden oder die 220-Volt-Dose nutzen. Sechs Ladebuchsen haben wir gefunden. Dieser Kia hat mehr Anschlüsse als Sitzplätze!

Die Bedienung klappt dank Kurzwahltasten gut

Den Arbeitsplatz dominieren zwei große Monitore. Wichtige Funktion lassen sich über Tasten steuern.

©F. Roschki

Apropos Hightech. Vorn ein riesiges Display wie bei Mercedes mit zwei Monitoren, einen (ohne Touch) für Tacho und Fahrinfos, einen (mit Touch) für Multimedia, darunter und nicht verschachtelt in irgendeinem Multimedia-Menü Kurzwahltasten für Klima und Heizung, daneben ein richtiger Lautstärkeregler zum Drehen und nicht zum Tippen oder Wischen. Der Clou: Sie haben dieses Touchpad doppelt belegt. Oben klicken, dann steuerst du Multimedia, unten drücken, dann ist es die Heizung und der Lautstärkeknopf wird zum Warm-Kalt-Regler. Am 23. Oktober 2021 ist Händler-Premiere, über 1000 EV6 sind schon vorbestellt, meist ist es der 325-PS-Wagen für knappe 53.000 Euro. Ganz schön viel Geld, deshalb müssen wir zum Schluss doch noch mal drüber reden. Ja, in der Basis ist alles drin, was du willst: Navi mit Echtzeit-Verkehr und guter Sprachbedienung, LEDs vorn und hinten, Zweizonen-Klima, Sitz- und Lenkradheizung, Rückfahrkamera und Parkpiepser.
Dann wollten wir die Aluräder eine Nummer größer, also für 490 Euro extra lieber 20- statt 19-Zöller, aber dafür müssten wir fünf weitere Ausstattungspakete für insgesamt 7870 Euro wählen, also richtig viel Geld in die Hand nehmen. Tja, Kia macht's eben wie Porsche.
(Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsvergleich)
Technische Daten Kia EV6: • Motor: Elektro • Batteriekapazität: 77,4 kWh • Systemleistung: 168 kW (229 PS) • max. Drehmoment: 350 Nm • Antrieb: Hinterrad, Einganggetriebe • Länge/Breite/ Höhe: 4680/1880/1550 mm • Leergewicht: 1985-2085 kg • Kofferraum 520-1300 l (+52 l Frunk) • 0-100 km/h 7,3 s • Vmax: 185 km/h • Verbrauch (kombiniert): 16,5-17,2 kWh • Abgas C02: 0 g/km • Preis: ab 48.990 Euro

Fahrbericht Kia EV6

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*Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist (www.dat.de).
Andreas May

Andreas May

Fazit

Der neue Kia EV6 ist kein Sonderangebot, aber sein Angebot ist Sonderklasse. Er lädt doppelt so schnell wie die VW-Konkurrenz, fährt sportlich-straff, hat richtig viel Platz. Das derzeit beste E-Auto in dieser Preisklasse. AUTO BILD-Urteil: 1-

Fotos: F. Roschki

Stichworte:

Hinterradantrieb

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