Während beim Kia Sportage vor Baujahr 2016 Kupplung und Lenkgelenke schnell verschleißen, zeigt der neue noch keine gravierenden Schwächen – daher ist er teuer. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!

Kia Sportage (Typ QL)

Bauzeit: 2016 bis heute
Motoren: 115 PS (1.7 CRDi) bis 185 PS (2.0 CRDi)
Preis: ab 12.000 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2015): 5 Sterne
Kia Sportage 2.0 CRDi 2WD
Bis zu 1492 Liter Laderaum bietet der Kia Sportage.
Das ist er: Ist das noch ein Kompakt-SUV? Der Kia Sportage der mittlerweile vierten Generation tritt mit 1,86 m Breite stattlich auf und ist immerhin 4,48 m lang. Neben sieben Jahren Garantie hat er eine gute Verarbeitung, für SUV-Verhältnisse wenig Gewicht, familientauglich viel Platz und einen kleinen Wendekreis zu bieten.

Das kann er: Fünf Personen entspannt ans Ziel bringen – und zupackend abbremsen. Kultivierte Diesel, Abrollverhalten etwas steif, wenn die optionalen 19-Zoll-Räder montiert sind. Der Kofferraum schluckt gute 491 bis 1492 Liter Gepäck, nur bei voller Beladung kommen die hinteren Federn an ihre Anschlaggrenze. Die Allradversion kommt gut im Schnee zurecht: Platz vier im harten Wintertest von AUTO BILD ALLRAD, von elf Kandidaten. 2.0 CRDi ab 8/18 mild hybridisiert, Wandlerautomatik nun mit acht Stufen statt zuvor sechs.

Das macht Ärger:
Außer selten auftretenden Infotainment-Zicken noch nichts. Endschalldämpfer kosten 900 Euro, wenn fällig. Die Bremsen verschleißen SUV-typisch schneller als bei einem Normal-Kombi. Im 100.000-km-Dauertests von AUTO BILD ALLRAD offenbarte der aktuelle Sportage keine signifikanten Schwächen. 

Kia Sportage (Typ SL)

Bauzeit: 2010 bis 2015
Motoren: 115 PS (1.7 CRDi) bis 184 PS (2.0 CRDi)
Preis: ab 8000 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2010): 5 Sterne
Kia Sportage 1.7 CRDi
Der bis 2015 gebaute Sportage hatte einige Schwachstellen.
Das ist er: Mit diesem SUV-Modell bewegte sich Kia ab 2010 erstmals auf Augenhöhe mit der europäischen Konkurrenz: entwickelt in Deutschland, gebaut in einem modernen Werk in der Slowakei, gezeichnet von Ex-Audi-Designer Peter Schreyer. Das eigenständige Design opfert leider viel Übersichtlichkeit.

Das kann er:
Familien glücklich machen. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, die Verarbeitung passt. Der in zwei Leistungsstufen mit 136 oder 184 PS verfügbare Zweiliter-Diesel zieht kräftig durch, verbraucht wenig. Der stärkere Diesel treibt immer alle vier Räder an, sonst steht auch Frontantrieb zur Wahl. Ab 136 PS gibt es zudem eine ordentliche Sechsstufenautomatik, 2014 erfolgte ein Facelift. Wichtigste Änderung: neuer Vierzylinder-Benziner mit Direkteinspritzung und 166 PS. 
Hinweis
Kia Sportage im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt       
Das macht Ärger: Oft verschleißen die Kupplungen zu schnell, wegen Bremskraftverstärker und Fahrersitz-Gurtstraffern gab es Rückrufe. Keine Empfehlung sind ältere Dieselversionen bis April 2012; sie fallen mit Motorschäden auf. Auch gestörte Motorsteuerungen oder verwirrte Klimaanlagen kommen vor.

TÜV-Urteil

Fahrwerk
Achsaufhängung, Federn/Dämpfer und Antriebswellen sind unauffällig, in beiden Baureihen. Die Lenkgelenke des Sportage SL sind dagegen ab dem siebten Jahr überdurchschnittlich oft mit Mängeln behaftet. Rost an tragenden Teilen kennen weder Sportage SL noch QL.

Licht

Nicht die Paradedisziplin des Sportage III: Das Abblendlicht ist schon mal verstellt, die Beleuchtung vorn defekt. Ab dem fünften Jahr auffällig oft bleiben auch die Rückleuchten dunkel. (Mehr zum Kia Sportage: alle Generationen, News und Videos)
 
Bremsen
Die Fußbremsen beider Baureihen liegen auf Durchschnittsniveau. Deutlich schlechter ist die Haltbarkeit der Bremsscheiben, vor allem die der älteren Serie SL. Die Feststellbremse ist bereits ab dem dritten Jahr eine Quelle des Ärgers. Bremsleitungen und -schläuche dagegen bemängelt der TÜV nie.

Umwelt

Hier schneidet der Koreaner in allen Punkten überdurchschnittlich gut ab: Ölverlust, Abgas, Auspuffanlage - hier droht von beiden Sportage-Generationen sehr selten Ärger.

Fazit

Die Koreaner haben schnell dazugelernt, die aktuelle Baureihe QL zeigt sich sehr zuverlässig, mit Ausnahme der Feststellbremse. In der älteren Baureihe SL sorgen Bremsscheiben und Lenkgelenke oft für Ärger, der Beleuchtung einiger Exemplare mangelt es offenbar an Pflege. Rost und Ölverlust kennt aber auch das alte Modell kaum.