Öffentliche Ladesäule

Ladestation für E-Autos: öffentliche Ladepunkte, Anzahl, regionale Verteilung

In diesen Städten und Regionen finden Sie die meisten Ladesäulen für Ihr E-Auto

Öffentliche Ladesäulen sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Doch die Verteilung ist sehr unterschiedlich. Wo gibt's die meisten Ladepunkte – und wie viele insgesamt?
Es tut sich was in Sachen Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland und Europa. Aber auch genug? Eine Million öffentliche Ladepunkte solle es bis 2030 hierzulande geben, so hieß es einmal im "Masterplan Ladeinfrastruktur" der Bundesregierung. Inzwischen wurde der prognostizierte Bedarf reduziert: auf 440.000 bis 843.000. Und zwar in der Studie "Ladeinfrastruktur nach 2025/2030 – Szenarien für den Markthochlauf" (zum Nachlesen) der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur. Auftraggeber: das Bundesverkehrsministerium.
Abhängig ist die Zahl unter anderem davon, wie viele private Lademöglichkeiten eingangs des neuen Jahrzehnts verfügbar sein werden. Denn etwa vier Fünftel der Ladevorgänge werden den Prognosen zufolge auch künftig zu Hause an der heimischen Wallbox mit günstigeren Autostromtarifen oder am Arbeitsplatz stattfinden.

Vattenfall-Wallbox in der AUTO BILD-Edition

Der aktuelle Trend in Deutschland ist zumindest positiv: Genau 41.751 öffentliche Ladepunkte (35.845 Normal- und 5906 Schnellladepunkte) für Elektroautos waren laut Bundesnetzagentur am 1. April 2021 in Betrieb. Fünf Monate zuvor, Anfang November 2020, waren es noch etwa ein Viertel weniger: 32.100. Die tatsächliche Zahl liegt noch ein bisschen höher, weil in der Ladesäulenkarte nur Ladestationen von Betreibern aufgeführt werden, die das Anzeigeverfahren der Bundesnetzagentur vollständig abgeschlossen und einer Veröffentlichung im Internet zugestimmt haben.
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Ein weiteres, etwas älteres Verzeichnis ist das Ladesäulenregister des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Diesem zufolge liegt Berlin im deutschen Städteranking mit 1694 öffentlichen Ladepunkten deutlich vorn (Stand Anfang März 2021). Gefolgt wird die Hauptstadt von München (1310), Hamburg (1226) und Stuttgart (616). Neu in den Top 10 auf Platz fünf landete die VW-Stadt Wolfsburg (467), die innerhalb eines guten Jahres einen Zuwachs von rund 1500 Prozent verzeichnete. Die folgenden Plätze belegen Essen (398), Regensburg (283), Hannover (278), Karlsruhe (261) und Köln (260). Alter und neuer Spitzenreiter im Ländervergleich ist Bayern mit 8325 Ladepunkten vor Baden-Württemberg mit 7047, Nordrhein-Westfalen (6164), Niedersachsen (3783) und Hessen mit 2775 gemeldeten öffentlichen Ladepunkten.

E-Auto-Nachfrage schießt durch Kaufprämie in die Höhe

Auf Parkplätzen mit Lademöglichkeit gibt es Regeln, zum Beispiel zur Standdauer an der Ladesäule.

©DPA

Parallel zum starken Zuwachs an öffentlichen Ladepunkten (das hilft gegen Ladesäulen-Blockierer) und zur großen Nachfrage nach mit 900 Euro geförderten Wallboxen ist jedoch auch die Zahl der zugelassenen Elektroautos in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Hauptgrund dafür ist die erhöhte E-Kaufprämie. Laut Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wurden im ersten Quartal 2021 genau 64.694 Elektroautos neu zugelassen, ein Plus von knapp 150 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2020 Der Marktanteil der reinen Stromer stieg von 3,7 auf 9,8 Prozent. Heißt: Auch der Bedarf an Ladestrom für Elektromobile ist markant größer geworden – ein Trend, der sich vermutlich fortsetzen wird.

T-Wert errechnet das Verhältnis E-Auto/Ladepunkt

In diesem Zusammenhang interessant ist der sogenannte T-Wert, also die Zahl der Elektrofahrzeuge, die auf einen öffentlichen Ladepunkt kommen, je Stadt und Landkreis, nach Bundesland gruppiert. Diesen T-Wert errechnet der Verband der Automobilindustrie (VDA), letztmalig geschah dies im November 2020. Neue Zahlen kündigte der VDA gegenüber AUTO BILD für Mai 2021 an.
Im November lag der Mittelwert bei 1486 E-Autos pro Ladepunkt. So teilten sich zum Beispiel die 13.239 in Berlin zugelassenen E-Autos 1192 Ladepunkte, im Schnitt 11,1 Autos pro Ladepunkt. In der Stadt Krefeld sah es düsterer aus. Nur fünf Ladepunkte, 993 E-Autos, machte eine Teil-Quote von 198,6. In Ingolstadt, der Heimatstadt von Audi, teilten sich 41 E-Autos eine Lademöglichkeit, in Stuttgart 87,7 und in München 12,7. Bundesweit gewann der Landkreis Regen mit 1,9 E-Pkw pro öffentlich zugänglichem Ladepunkt, gefolgt vom Landkreis Freyung-Grafenau (2,8; beide Bayern), der Stadt Salzgitter (3,0; Niedersachsen), dem Kyffhäuserkreis (3,2; Thüringen) und der Uckermark (3,3; Brandenburg). Auf den letzten Plätzen lagen Kassel (68; Hessen), Weimar (69; Thüringen), Wuppertal (78; NRW), Stuttgart (88; Baden-Württemberg) und Krefeld (199; NRW). Hier gibt es die gesamte Rangliste.

Ladenetz-Ranking: T-Wert nach Bundesländern

1. Sachsen

Zahl der Elektro-Pkw: 10.652 – Ladepunkte: 1384 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 7,7

2. Sachsen-Anhalt

Zahl der Elektro-Pkw: 4741 – Ladepunkte: 556 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 8,5

3. Bremen

Zahl der Elektro-Pkw: 2510 – Ladepunkte: 292 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 8,6

4. Hamburg

Zahl der Elektro-Pkw: 10.122 – Ladepunkte: 1130 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 9,0

5. Thüringen

Zahl der Elektro-Pkw: 7269 – Ladepunkte: 763 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 9,5

6. Mecklenburg-Vorpommern

Zahl der Elektro-Pkw: 3570 – Ladepunkte: 363 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 9,8

7. Schleswig-Holstein

Zahl der Elektro-Pkw: 14.398 – Ladepunkte: 1353 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 10,6

8. Berlin

Zahl der Elektro-Pkw: 13.239 – Ladepunkte: 1192 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 11,1

9. Niedersachsen

Zahl der Elektro-Pkw: 40.842 – Ladepunkte: 3457 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 11,8

10. Bayern

Zahl der Elektro-Pkw: 83.505 – Ladepunkte: 7001 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 11,9

11. Brandenburg

Zahl der Elektro-Pkw: 8110 – Ladepunkte: 637 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 12,7

12. Rheinland-Pfalz

Zahl der Elektro-Pkw: 17.987 – Ladepunkte: 1346 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 13,4

13. Saarland

Zahl der Elektro-Pkw: 3701 – Ladepunkte: 258 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 14,3

14. Nordrhein-Westfalen

Zahl der Elektro-Pkw: 87.215 – Ladepunkte: 5739 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 15,2

15. Baden-Württemberg

Zahl der Elektro-Pkw: 17.651 – Ladepunkte: 4596 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 16,0

16. Hessen

Zahl der Elektro-Pkw: 34.762 – Ladepunkte: 2043 – T-Wert (E-Pkw pro Ladepunkt): 17,0

Quelle: KBA, Bundesnetzagentur, VDA-Berechnung; Zahl der E-Pkw: Stand 01.10.2020; Zahl der Ladepunkte: Stand 05.11.2020

VDA-Präsidentin Hildegard Müller fordert einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur.

©DPA

"Dieses Verhältnis muss geringer werden, um die Region für den Umstieg auf Elektromobilität attraktiver zu machen", klagte Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), anlässlich dieser Erhebung. Um das staatlich vorgesehene Ziel von einer Million Ladepunkte zu erreichen, seien künftig rund 2000 neue öffentliche Ladepunkte pro Woche nötig. Aktuell würden aber nur rund 200 neue Ladepunkte im öffentlichen Bereich installiert, so Müller. Diese Kritik erneuerte der Verband nun. "Im Sommer 2020 haben sich in Deutschland elf Autos einen Ladepunkt geteilt, heute sind es 18", so der VDA. Bestätigt sah sich Müller zudem durch den Europäischen Rechnungshof. Dieser kritisierte jetzt den zu langsamen Ausbau der Ladeinfrastruktur in der EU und forderte die EU-Kommission auf, rasch einen "Fahrplan" zur Elektromobilität in Europa zu erarbeiten.

Fotos: Joel Micah Miller/EnBW

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