Mazda-Partneraktion: Japan erfahren

So kämpft Tokio gegen den Stau

Als Tokio der totale Verkehrsinfarkt drohte, reagierte die Megacity. Heute lässt das weltweit modernste Leitsystem die Autos wieder rollen. AUTO BILD-Leser Daniel Przygoda probierte es aus.
Wer nach Tokio reist, besucht den kaiserlichen Palast, den Meiji-Schrein oder den Asakusa-Tempel. Aber doch bitte nicht die Verkehrsleitzentrale. Daniel Przygoda tickt da anders, besser gesagt: Den Autonarren aus Dortmund interessiert, wie Tokio tickt. Wie schafft es diese Megacity, in Bewegung zu bleiben? Gute Frage, angesichts der Massen, die sich in die Stadt ergie√üen. √úber 30 Millionen Menschen leben im Ballungsraum Tokio, ein Viertel aller Japaner. Mehr als eine Million staute sich t√§glich √ľber die Stadtautobahn ins Zentrum. Diese Blechlawine h√§tte √ľber kurz oder lang zum totalen Verkehrsinfarkt gef√ľhrt. Doch kurz vor dem Kollaps zog die Pr√§fektur Tokio die Rei√üleine. Die Verantwortlichen wussten, Platz f√ľr neue Stra√üen gibt es nicht, und noch h√∂her stapeln lassen sich die Stelzen-Autobahnen auch nicht.

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AUTO BILD-Leser Daniel Przygoda probierte das komplexe Verkehrtsleitsystem in Tokio aus.

Also investierten sie sieben Milliarden Euro in die Logistik, in ein g√§nzlich neues Verkehrsleitsystem. Es hei√üt ITS (Intelligent Transport System) und gilt derzeit als modernstes seiner Art. ITS vernetzt konsequent alle Systeme der Mobilit√§tssteuerung, die es bislang schon gab, mit neuen M√∂glichkeiten der Navigationstechnik und digitaler Daten√ľbertragung. √úber 800 Kameras und 1600 sogenannte ITS-Spots lassen kaum einen Winkel der 300 Kilometer Stadtautobahn unbeobachtet. F√ľr deutsche Datenschutzbeauftragte w√§re ITS ein Graus. Denn alle Bewegungen der Autofahrer werden st√§ndig erfasst. Die Idee ist, in Echtzeit Informationen in die Fahrzeuge zu beamen. Individuell aufbereitet f√ľr jeden Fahrer. Er wird vor Unf√§llen gewarnt, vor Gefahrenschwerpunkten, verlorener Ladung, ja sogar vor Erdbeben.

Japan erfahren - Teil 1: Nation zwischen Tradition und Moderne

Video: Japan erfahren, Teil 3

Verkehrsleitsystem von Tokio

Droht ein Stau, sendet der Zentralcomputer aus der Leitzentrale min√ľtlich aktualisiert neue Wegempfehlungen. Seit dem Start des Systems im August 2011 sollen sich die Blechlawinen bereits deutlich entzerrt haben, erfahren wir bei einem Besuch im Verkehrsministerium. Bis 2016 wolle man √ľber zehn Millionen Fahrzeuge mit ITS-f√§higen Navigationsger√§ten (Mehrkosten circa 400 Euro) auf der Stra√üe haben. Mazda-Ingenieure, die uns auf Testfahrten durch Tokio begleiteten, sind sich sicher, dass es sich bald kein Hersteller mehr leisten kann, Modelle ohne diese Technologie anzubieten. Und zwar serienm√§√üig. Student Daniel Przygoda glaubt fest daran, dass ITS auch in Deutschland Sinn ergeben w√ľrde. Tats√§chlich wird hier bereits an einem √§hnlichen System gearbeitet. Allerdings √ľber Mobilfunk ‚Äď und ohne gl√§sernen Autofahrer.

Japan erfahren - Teil 2: Tuning in Tokio

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