Der Mazda6 macht auf Schönling. Vielleicht zeigen ihn seine Halter deshalb gern und fahren überdurchschnittlich viel. So findet der TÜV hier und da mehr, als er sollte. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!

Mazda6 (Typ GJ/GL)

Bauzeit: 2012 bis 2018
Motoren: 145 PS (2.0) bis 195 PS (2.5)
Preis: ab 7900 Euro
Insassensicherheit (Euro-NCAP-Crashtest 2013): 5 Sterne
Mazda6
Mazda6 (Typ GJ/GL): Stattliche 4,87 Meter lang und als Kombi oder Stufenheckmodell zu haben.
Das ist er: Frisch designt, der größte seiner Klasse und ein attraktiver Typ: Als zweiter Mazda nach dem CX-5 bekam er das neue Kodo-Design mit langer Haube und flacherem Dach. Stattliche 4,87 Meter lang, als Kombi oder Stufenheckmodell zu haben. Unterm Blech gehen vor allem die Skyactiv-Motoren ausgefallene Wege.
Hinweis
Mazda6 im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt
Das kann er: Der Mazda6 will sportlich sein. Die Benziner (ohne Turbolader) leben von hohen Drehzahlen, die niedrig verdichteten Diesel gefallen mit einem kernigen, nicht zu aufdringlichen Klang. Das eher straffe Fahrwerk passt gut zur exakten Handschaltung, die indifferente Lenkung erstickt jeden Sportsgeist im Ansatz. Die Ausstattung mit Assistenzsystemen ist durchaus modern. Trotz des dynamischen Designs stimmt das Platzangebot: Auf der Rückbank sitzt man standesgemäß entspannt, der Kofferraum hat praktisches Packesel-Format.
Das macht Ärger: (Noch) nicht TÜV-relevant, aber Rost kann vorkommen an Ecken und Falzen am Unterboden. Die Motoren halten trotz komplexer Technik durch, selten gehen Diesel-Nockenwellen kaputt. Ein Rückruf 2017 betraf funktionsunfähige Feststellbremsen; 2018 sorgte die fehlerhafte Ansteuerung der Einlassschließklappe dafür, dass der Motor ausgehen konnte.

Mazda 6 (Typ GH)

Bauzeit: 2008 bis 2012
Motoren: 120 PS (1.8) bis 185 PS (2.2 CD)
Preis: ab 3000 Euro
Insassensicherheit (Euro-NCAP-Crashtest 2009): 5 Sterne
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Mazda6 Facelift (2010)
Der Mazda6 Typ GH (2008 bis 2012) teilt sich die Technik mit dem damaligen Konzernbruder Ford Mondeo.
Das ist er: Weniger durchdesignt als der Nachfolger. Wie sein damaliger Konzernbruder Ford Mondeo gab es den Mazda6 als Stufen-, Fließheck und als Kombi. Die Brüder teilen sich überwiegend die Technik. Im vorletzten 6er gab es reichlich Ausstattung und brave, solide Motoren: Benziner mit 120 bis 155 PS, Diesel von 125 bis 185 PS.
Das kann er: Weniger als der Nachfolger. Mit dem Zweiliter-Benziner mit 147 oder 155 PS geht es zwar emsig voran, der kleine Basismotor liefert dagegen nur Butterbrot. Die Schaltung arbeitet perfekt, das Fahrwerk macht auf sportlich, ist aber vor allem knüppelhart. Die elektrische Servolenkung gibt herzlich wenig Gefühl für die Straße.
Das macht Ärger: Batterien wegen Überlastung und ausgefallene Elektronik. Getriebe und Kupplungen verschleißen viel zu schnell. Und die Sport Combis übertreiben es mit der Härte ihrer Fahrwerke – das passt nicht zum gediegenen Japaner und gefällt nicht jedem. Die Dieselmotoren gelten als recht anfällig. Viel ärgerlicher: Schon früh taucht Kantenrost auf, der anfangs harmlos erscheint, sich aber rasch ausbreitet. Das ist nicht TÜV-relevant, stört aber die Optik – und Karosseriearbeiten gehen ins Geld.

TÜV-Urteil

Fahrwerk
In Sachen Achsaufhängung gehen oder besser fahren der alte und neue Mazda6 getrennte Wege: Während der neue Typ unter dem Klassenschnitt bleibt, liegt die Quote des Vorgängers weit darüber. Keine Probleme machen bei beiden die Antriebswellen. Federn und Dämpfer sowie Lenkanlage und -gelenke geben keinen Anlass zur Sorge. Und Rost wird so gut wie gar nicht beanstandet.
Hinweis
Service-Tipp: Fehlerspeicher auslesen mit der Carly-App
Licht
Verstelltes Abblendlicht kommt schon vor, aber die Quote übersteigt nicht den Durchschnitt. Anders die weitere Beleuchtung: Alle Mazda6 zeigen vorn mehr Mängel als normal. Bei der hinteren Beleuchtung schwächelt der ältere 6er. Die Blinker wiederum liegen bei beiden im grünen Bereich.
Bremsen
An beiden Modellen werden die Bremsscheiben zu oft moniert, das junge erntet sogar insgesamt ein Mangelhaft bei HU eins und zwei. Der Typ GH zeigt zudem Mängel bei der Fußbremswirkung.
Umwelt
Ökobilanz? Grün! Die Mängelquoten für Ölverlust, AU sowie Auspuff sind in allen Jahrgängen überdurchschnittlich gut.

Fazit

Mazda motzt auf – nach diesem Motto hat auch dieser Japaner gewonnen an Charisma durch Design und grundsoliden Antrieb. Mängelfrei ist jedoch auch der neue Typ nicht. Bremsbauteile und Beleuchtung verhageln die Bilanz. Beim Vorgänger kommen noch Bremsfunktion und Achsaufhängung als kritische Kategorien dazu. Rundum top: die Umweltbilanz.