Bilder: Fahrbericht Mercedes E 500

Mercedes E 500 Limited: Fahrbericht

E 500 – noch immer einzigartig!

Auf 500 Stück limitiert und mittlerweile über 100.000 Euro wert: Der Mercedes E 500 limited spielte und spielt noch immer in einer ganz eigenen Klasse. 
Den Mercedes E 500 Limited gibt es nur 500 Mal, ein begehrter Klassiker mit Wertsteigerungsgarantie! Aber auch so ein Schmuckstück muss bewegt werden. Deshalb hat Mercedes-Benz Classic die silberne Limousine, Baujahr 1994, aus den heiligen Hallen geholt und zur Rallye Hamburg-Berlin-Klassik geschickt. Der Benz wirkt für viele unscheinbar. Kenner identifizieren ihn sofort an den breit ausgestellten Kotflügeln und wissen, was für ein Kraftwerk unter der Motorhaube steckt.

Sindelfingen, Zuffenhausen, Sindelfingen ...

Der Fünfliter-V8 wurde zusammen mit Porsche entwickelt. Den Zuffenhausenern ging es in den späten 80er- und frühen 90er-Jahren wirtschaftlich schlecht, und so entstand das Kooperationsprojekt 500E/E500 zwischen den beiden Stuttgarter Autobauern. Mercedes fertigte die Rohkarosse des W 124, dann ging das Chassis zu Porsche, damit Verbreiterungen und stabilisierende Verstrebungen verbaut werden konnten. Danach montierte Mercedes den Rest und lackierte den Wagen, bevor es wieder zu Porsche für die Motoren-Hochzeit ging. Die Qualitätskontrolle übernahm abschließend Mercedes. Heute wäre so ein kostspieliges Hin und Her nicht mehr denkbar. 

Zwischen 130.000 und 150.000 Euro wert

Das Bi-Colour-Leder Rot-Schwarz ist sicherlich nicht jedermanns Geschmacksache, passt aber zum teilweise schrägen Design der 90er. So ausgestattet und mit gerade 66.000 Kilometern auf der Uhr dürfte der von Mercedes-Benz Classic topgepflegte E 500 Limited locker zwischen 130.000 und 150.000 Euro auf dem Markt einbringen. 

Fast voll ausgestattet. Nur Klimaautomatik und Reiserechner fehlen.

©Philipp Rupprecht

Im Cockpit ist alles so, wie man es von anderen W 124 kennt. Mit dem einzigen Unterschied, dass die Tachonadel des E 500 auch tatsächlich die 250-km/h-Marke erreicht – wenn mal will: Einmal das Gaspedal durchgetreten und die Viergangautomatik schaltet eine Stufe runter, der V8 beginnt mit gedämpftem Grollen auf Touren zu kommen. Bei 3000 bis 4000 Umdrehungen wandert die Tachonadel stetig nach rechts. Mit Beschleunigungswerten heutiger Limousinen mit Turbo-Aufladung hat das nichts zu tun, dennoch beeindruckt die entschlossene Vehemenz, mit der der E 500 seine 320 PS und 470 Newtonmeter Drehmoment ausspielt. Stets stehen genug Reserven für ein schnelles Überholmanöver zur Verfügung. Immerhin, in 6,1 Sekunden beschleunigt die 1,8 Tonnen schwere Limousine auf Tempo 100. Doch die eigentliche Stärke des E 500 liegt im entspannten Reisen, gepaart mit dem Gedanken, jederzeit durchstarten zu können, wenn nötig. 

Im E 500 ticken die Uhren langsamer

Bei 250 km/h wird der E 500 abgeregelt. 

©Philipp Rupprecht

Die Lenkung ist so direkt, wie sie bei einem W 124 nur sein kann. Und das Fahrwerk trägt die Limousine komfortabel über sämtliche Unebenheiten. Sicherlich spürt man in schnell gefahrenen Kurven eine Wankbewegung, die einen in den loungeartigen Sesseln hin und her rutschen lässt. Doch ohne diese Kurvenneigung wäre im E 500 fast nichts von seiner Geschwindigkeit zu vernehmen. Diese Ruhe. Gelassenheit macht sich breit. Während draußen die Welt an einem vorbeirast, ticken innen die Uhren gefühlt langsamer. Als wäre die Zeit im E 500 für immer stehen geblieben ...

Bilder: Fahrbericht Mercedes E 500

Robin Hornig

Robin Hornig

Fazit

Der E 500 war damals einzigartig und ist es auch heute noch. Ein echter Klassiker eben. Man tut sich schwer, eine vergleichbare Limousine zu finden, die so zurückhaltend und zugleich explosiv sein kann. 

Fotos: Philipp Rupprecht

Stichworte:

Limousine

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