Le Mans Vorschau Michelin

Michelin Nachbericht: Le Mans 2018

21. Gesamtsieg in Folge

Toyota Gazoo Racing hat gemeinsam mit Michelin das 24-Stunden-Rennen in Le Mans gewonnen. Für den Reifenpartner ist es bereits der 27. Le Mans-Erfolg der Unternehmenshistorie. Seit 1998 ist die Marke bei diesem Langstreckenklassiker ungeschlagen.
Bei durchgehend trockenen Bedingungen machten die beiden Toyota TS050 Hybrid schnell deutlich, dass der Gesamtsieg bei der 86. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans nur über die Hybrid-Prototypen aus Köln-Marsdorf führen würde – auf Reifen von Michelin fuhren die beiden Rennwagen der japanischen Marke in einer eigenen Klasse. Dennoch sollte es für das mit Fernando Alonso prominent besetzte Auto mit der Startnummer 8 kein Selbstläufer werden: Bis Mitternacht wechselten sich beide Toyota je nach Boxenstopp-Rhythmus an der Spitze ab, dann warf eine 60-sekündige Zeitstrafe wegen eines Tempoverstoßes in einer sogenannten "Slow Zone" den Wagen des Spaniers zurück. Davon ließ sich Alonso nicht beeindrucken und übernahm das Lenkrad für einen furiosen Vierfach-Stint in der Nacht, in dessen Rahmen er einen 130-Sekunden-Rückstand auf das Schwesterauto mit der Startnummer 7 bis auf 40 Sekunden verkürzte. Um 6.29 Uhr am Morgen vollendet Nakajima das Werk und holt sich die Führung zurück. Gleich mehrere Boxenstrafen besiegeln das Schicksal für Kobayashi/Conway/Lopez schließlich, die sich mit Rang zwei begnügen mussten.

Rebellion Racing rundet das Top-4-Ergebnis für Michelin ab

Einziger Gegner für die Werks-Toyota: Die beiden Rebellion R13 setzten ebenfalls auf Rennreifen von Michelin.

©Michelin

Nennenswerte Gegenwehr leisteten in der LMP1-Kategorie nur die beiden Rennwagen von Rebellion Racing. Im Prototypen mit der Nummer 1 war es der dreifache Le Mans-Sieger André Lotterer (D), der für die erste Schrecksekunde sorgte: Beim Anbremsen von Kurve 1 löste sich in der Startrunde die vordere Karosserie-Abdeckung seines Rebellion R13-Gibson und traf einen Konkurrenten, der sich daraufhin prompt drehte – eine drohende Massenkollision blieb jedoch aus. Von dem Zwischenfall zunächst weit zurückgeworfen, kämpfte sich Lotterer gemeinsam mit seinen Teamkollegen Neel Jani (CH) und Bruno Senna (BR) wieder an das drittplatzierte und ebenfalls auf Rennpneus von Michelin rollende Schwesterauto von Thomas Laurent (F), Gustavo Menezes (USA) und Mathias Beche (CH) heran. Schlussendlich war es aber auch hier eine Sportstrafe, die das Trio auf Rang vier verbannte. Die 24 Stunden von Le Mans zählen zur Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC (World Endurance Championship), deren sogenannte "Super-Saison" erst im Juni 2019 mit einer zweiten Ausgabe des 24-Stunden-Marathons endet. Dies wirkt sich auch auf die Wertung innerhalb der WEC aus: Statt mit doppelten Punkten geht das Mythos-Rennen jeweils nur 1,5-fach in die Fahrer-, Team- und Herstellertabellen ein. 

SMP fuhr fünf Stints oder 736 Kilometer pro Rennreifensatz

Ausdauernd: Die Toyota TS050 Hybrid absolvierten vier Stints mit einem Reifensatz, andere Teams wechselten sogar erst beim fünften Tankstopp.

©Michelin

Michelin hat seine Partnerteams in Le Mans mit neu entwickelten Slick-Rennreifen in den Laufflächenmischungen Soft, Medium und Hart ausgestattet. Speziell in der neuen LMP1-Kategorie, die nun den hybridisierten und allradgetriebenen TS050 von Toyota ebenso wie die einzelnen Nicht-Hybrid-Boliden von fünf verschiedenen Privatteams umfasst, stellte dies angesichts der individuellen Charakteristik eine besondere Herausforderung dar – sie verlangten jeweils ganz spezielle Pneus. Im Mittelpunkt stand dabei die ebenso konstante wie hohe Performance, die insbesondere in der LMP1-Klasse ganz unterschiedliche Rennstrategien ermöglichte. Während Toyota zum Beispiel durchgehend auf Vierfach-Stints mit einem Reifensatz setzte, ließ SMP erst beim fünften Tankstopp neue Pneus montieren. Die BR1-AER von Ex-Formel 1-Weltmeister Jenson Button (GB), Vitaly Petrov und Mikhail Aleshin (beide RUS) sowie Stéphane Sarrazin (F), Egor Orudzhev und Matevos Isaakyan (beide RUS) legten dabei bis zu 54 Runden oder 736 Kilometer zurück. Damit verfehlten sie den 2011 von Audi Sport aufgestellten Rekord von 55 Le-Mans-Runden nur knapp.

Rennreifen stellten Schnelligkeit und Konstanz unter Beweis

Hightech-Produkte: Michelin hat für seine Partner in allen vier Le Mans-Kategorien neue Rennreifen entwickelt und die Erwartungen erfüllt.

©Michelin

Neue Pneus hatte die französische Marke auch für die Werksteam von Aston Martin, BMW, Corvette, Ferrari, Ford und Porsche sowie die privaten GTE Am-Autos im Gepäck. Ein weiterer Augenmerk des Reifenspezialisten lag auf der LMP2-Kategorie, wo mit IDEC Sport und Dragonspeed zwei Partner erst das Qualifying dominierten und anschließend um die Führung kämpften, bis mechanische Probleme auftraten. "Dank der akkuraten Arbeit unserer Ingenieure ist eine neue Palette von Langstrecken-Rennreifen entstanden, die über ein breites Temperaturfenster perfekt funktionieren und bei den diesjährigen 24 Stunden von Le Mans allen Situationen entsprochen haben", betont Jérôme Mondain, bei Michelin Motorsport verantwortlich für den Langstreckensport. "Da es während der Nacht nicht so stark abkühlte, konnten die meisten Teams auf die Medium-Pneus setzen und von hoher Kurvenstabilität profitieren. Große Konstanz und Ausdauer zeichneten auch unsere Reifen für die GTE Pro- und Am-Fahrzeuge aus. Dadurch konnten wir die besondere Technologie und Effizienz unserer Pneus beispielhaft beweisen."

Porsche ließ die Sau raus – und gewinnt auf Reifen von Michelin

Sau-stark: Der Porsche 911 RSR im rosa Retro-Look gewann nach einem mustergültigen Rennen die GTE Pro-Klasse auf Reifen von Michelin.

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Pünktlich zum 70. Geburtstag der Marke schickte Porsche – gemeinsam mit Michelin Gesamtsieger der vergangenen drei Ausgaben der 24 Stunden von Le Mans – in diesem Jahr das größte GT-Aufgebot der Firmengeschichte an die Sarthe. Mit Erfolg: Die 911 RSR dominierten das Geschehen sowohl in der Profi-Klasse GTE Pro als auch in der Am-Wertung. Für besonderes Aufsehen sorgten dabei die beiden im Retro-Look gestalteten Autos des in der WEC aktiven Werksteams. Das glücklichere Ende hatten dabei Michael Christensen (DK), Kevin Estre (F) und Laurens Vanthoor (B) für sich. Sie gingen bereits am Samstagabend aus einer Safety-Car-Phase mit deutlichem Vorsprung hervor und brachten die Führungsposition dank einer fehlerfreien Fahrt mit ihrem im historischen "Schwein"-Look designten Porsche sicher ins Ziel.
Spürbar härter mussten Richard Lietz (A), Fréderic Makowiecki (F) und Gianmaria Bruni (I) um ihren zweiten Rang kämpfen – über weite Strecken des Rennens fanden sie sich in intensive Duelle verstrickt. Am Ende behielten sie mit dem in weiß-blauem "Rothmans"-Look folierten 911 RSR jedoch die Überhand und setzten sich gegen den bestplatzierten Ford GT durch, die Startnummer 68 von Dirk Müller (D), Lokalmatador Sébastien Bourdais (F) und Joey Hand (USA). Rang fünf in der GTE Pro-Klasse ging an die Werks-Corvette von Mike Rockenfeller (D), Jan Magnussen (DK) und Antony Garcia (E) vor dem schnellsten AF Corse-Ferrari von Toni Vilander (SWE), "Pippo" Derani (I) und Antonio Giovinazzi (I). Nach einem starken Auftritt in der Anfangsphase des Rennens fiel BMW beim Debüt des neuen M8 GTE auf GTE Pro-Rang zwölf zurück, Aston Martin Racing wurde mit dem ebenfalls neuen Vantage AMR Neunter.

Hollywood-Star Patrick Dempsey jubelt gemeinsam mit Michelin

Großer Jubel bei Hollywood-Star Patrick Dempsey: Ein Porsche seines Teams Dempsey-Proton gewann die GTE Am-Kategorie.

©Michelin

Relativ klar fiel das Ergebnis auch in der GTE Am-Wertung aus: Christian Ried (D), Matt Campbell (AUS) und Julien Andlauer (F) führten ihre Division bei den 24 Stunden von Le Mans mit ihrem Porsche 911 RSR deutlich an und brachten den Sieg ebenfalls nach einer problemfreien Vorstellung ins Trockene – sehr zur Freude von Hollywood-Star Patrick Dempsey, einem der Besitzer des Porsche-Kundenteams Dempsey Proton Racing. Sie verwiesen den Ferrari von Ex-Formel 1-Star Giancarlo Fisichella (I), Thomas Flohr (D) und Francesco Castellacci (I) auf die zweite Position. Obwohl das Reglement auch in der GTE-Kategorie Konkurrenz unter den Reifenanbietern ausdrücklich erlaubt, entschieden sich alle 30 Teilnehmer aus freien Stücken für die Rennpneus aus Clermont-Ferrand.

Fotos: Michelin

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