Concept 2020 von ZF

Neue Technologien von ZF

XXL-Knautschzone durch Außen-Airbag

ZF hat das weltweit erste Pre-Crash-System mit externem Seitenairbag präsentiert. Das neue vernetzte Schutzsystem zündet, kurz bevor es zur Kollision kommt. Das kann die Unfallfolgen eines Seitencrashs um bis zu 40 Prozent abmildern.

Vorteil Pre-Crash-Schutzsystem: Zugegeben, anders als diesem Dummy würde einem "realen" Unfallgegner beim Aufprall nicht die Luft ausgehen. Das ändert aber nichts an der Wirkung des neuen Schutzsystems von ZF, das die Unfallfolgen für die Insassen um bis zu 40 Prozent mindern kann.

©ZF

Ohne Airbags darf kein Neuwagen auf die Straße. Die an mehreren Stellen im Fahrzeug verbauten Aufprallkissen haben sich seit Jahrzehnten als zuverlässige Lebensretter bewährt. Kommt es zum Crash, sind sie zur Stelle. ZF geht jetzt noch einen Schritt weiter: Der Technologiekonzern hat das erste Pre-Crash-System mit externem Seitenairbag entwickelt und auf einem Testgelände in Memmingen präsentiert. Anders als konventionelle Airbag-Lösungen entfaltet sich der neue Luftsack von ZF außen am Wagen, genau genommen im Bereich des Seitenschwellers – kurz bevor es zur Kollision kommt. Dadurch schafft das Pre-Crash-System von ZF eine zusätzliche seitliche Knautschzone. Und kann dadurch die Unfallfolgen für die Insassen um bis zu 40 Prozent mindern.

Schnell wie ein Wimpernschlag

Größte Herausforderung dabei: "Schon vor dem Aufprall des Unfallgegners muss das System einen unvermeidbaren Unfall zweifelsfrei erkennen und den externen Seitenairbag zuverlässig auslösen können", erklärt Uwe Class, Leiter der Vorentwicklungsabteilung Safe Mobility Systems bei ZF. Für das Entscheiden, Zünden und Füllen des Airbags hat das System nur rund 150 Millisekunden Zeit, was in etwa der Dauer eines menschlichen Wimpernschlags entspricht. Damit das funktionieren kann, muss die vernetzte Umfeldsensorik des Fahrzeugs – Kamera, Lidar und Radar – mögliche Gefahren ultraschnell und präzise identifizieren. Sobald die Information vorliegt, definieren Algorithmen, ob der drohende Aufprall unvermeidlich ist – und ob das Auslösen des Seitenairbags möglich und vorteilhaft ist. Falls ja, zünden Gasgeneratoren und füllen den externen Airbag. Je nach Fahrzeugtyp ist der neue ZF-Luftsack 280 bis 400 Liter groß. Das entspricht dem fünf- bis achtfachen Volumen eines Fahrer-Airbags.

Zusätzliche Knautschzone zwischen A- und C-Säule

Insassenschutzsystem der nächsten Generation: ZF hat den weltweit ersten Seitenairbag präsentiert, der sich von außen vor die Tür legt – noch bevor es zum Aufprall kommt.

©ZF

Nach dem Zünden entfaltet sich der Außen-Airbag aus dem Seitenschweller nach oben. Auf diese Weise bildet er zwischen der A- und C-Säule eine zusätzliche Knautschzone im Türbereich und kann das Eindringen des Unfallgegners in die Karosserie um bis zu 30 Prozent reduzieren. "Wir haben nachgewiesen, dass dieses Schutzsystem bei einem Seitenaufprall die Unfallfolgen für Fahrzeuginsassen deutlich mindern kann", erklärt Uwe Class.
Seitencrashs gehören zu den gefährlichsten Arten von Verkehrsunfällen. Fast 700 Menschen verlieren dabei jährlich ihr Leben auf deutschen Straßen, das entspricht einem Drittel der getöteten Fahrzeuginsassen. Lösungen wie das Pre-Crash-System von ZF können helfen, diese Zahl zu senken. ZF deckt als einziger Technologiekonzern bei integrierter Sicherheitstechnik für Fahrzeuge das gesamte Spektrum ab, von der Umfeldsensorik über Algorithmen und Steuergeräten bis hin zu aktiver und passiver Aktuatorik.
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Fotos: ZF

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