Mit dem neuen Nissan Qashqai legen die Japaner ihren beliebten Crossover zum dritten Mal auf. Neben Mildhybridvarianten und dem ungewöhnlichen Hybridantrieb "e-Power" kommt der Qashqai auch mit einem brandneuen Infotainment zum Händler. Das optionale System ist immer online und bietet sogar die drahtlose Verbindung zu Apple-Smartphones via Carplay. AUTO BILD hat sich die Connectivity im Kurz-Check einmal genauer angeschaut.
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Ein Auto, ein Abend: Manchmal haben die AUTO BILD-Redakteure die Testwagen nur kurz zur Hand. Daher ist der Connectivity-Kurzcheck mehr ein erster Eindruck als ein knallharter Test. So auch beim Nissan Qashqai mit seinem neuen Nissan Connect System. Grundlegend lässt sich das neue Infotainment in zwei Bereiche aufteilen: das eigentliche Infotainment in der Mittelkonsole mit 9-Zoll-Touchscreen und das 12,3 Zoll große digitale Kombiinstrument. Beide Bildschirme sind getrennt voneinander bestellbar, gehören aber ab der Ausstattungslinie "N-Connecta" zum Serienumfang. Wer mit niedrigeren Ausstattungspaketen vernetzt sein möchte, der zahlt 1050 Euro fürs Infotainment und 950 Euro für das Technologiepaket, zu dem auch das Kombiinstrument gehört.

Das gefällt am Infotainment des neuen Nissan Qashqai

Simple Menüführung

Neben den kleinen Kacheln erlaubt Nissan Connect auch den Einsatz größerer Bedienflächen.

Auf drei horizontal angeordneten Ebenen sind alle Funktionen des Crossovers bedienbar. Als Bedienfelder können entweder kleine Rechtecke oder größere Themeninseln ausgewählt und nach Wunsch konfiguriert werden. Was sich nach simpler grafischer Aufbereitung anhört, ist es auch – und es führt zu einer logischen und einfachen Bedienung.

Stationstasten unterhalb des Displays

Toll: Mit den Tasten unterhalb des Touchscreens ist die Bedienung simpel.

Viele Hersteller sind gerade dabei, den echten Tasten im Auto abzuschwören; sie setzen dagegen vermehrt auf Touchflächen. Nicht so Nissan. Während neben dem Zentraldisplay zwei Drehregler für Lautstärke und Größe der Navigationskarte zuständig sind, ermöglichen Tasten darunter den Schnellzugriff zu einzelnen Menüpunkten. Das erleichtert die Bedienung im Alltag und sorgt für ein souveränes Navigieren durchs System.

Apple Carplay funktioniert drahtlos

Apple Carplay klappt im Nissan jetzt drahtlos. Im Kurztest funktionierte das prima.
Zugegeben, das Feature Apple Carplay ist nichts Neues in der Autowelt. Allerdings ist die drahtlose Anbindung des iPhones keineswegs Standard. Nissan bietet dieses Feature für den Qashqai jetzt an, und es funktioniert tadellos. Selbst wer sein Telefon kurz in den Flugmodus setzt, ist anschließend blitzschnell wieder verbunden. Die Musikwiedergabe kommt ohne Verzögerung über die Lautsprecher und hängt sich nicht auf. Keine Selbstverständlichkeit mit Blick auf die Konkurrenz, bei der nicht selten die Verbindung abreißt und die Benutzung zum Albtraum wird.

Was gefällt im Nissan Qashqai nicht?

Teils schwächelnde Performance des Systems

Ein schlichtes System ohne viel Schnickschnack muss ohne sichtbare Hänger oder ohne Ruckeln laufen. Leider verpasst Nissan hier seine Chance. Auch ohne aufwendige Grafiken hängt das System beim Wechsel der Menüpunkte immer wieder mal. Ist der Menüpunkt einmal angewählt, läuft das System allerdings wieder zügig. Zwar ist das Infotainment bei der Bedienung über die Tasten deutlich schneller; trotz allem werden viele Insassen auf die Touchbedienung setzen, weshalb dieser Punkt nicht unerwähnt bleiben sollte.

Altbackene Optik

Klar strukturiert, aber etwas bieder: Das Menü des Qashqai-Infotainments ist nicht das modernste.

Der neue Qashqai ist ein Crossover mit zeitgemäßem Design. Das kann vom Infotainment nicht behauptet werden. Zwar ist die Auflösung der Displays in Kombiinstrument und Mittelkonsole gut – die Grafiken im Infotainment wirken dagegen aber irgendwie aus der Zeit gefallen. Die feste Menüleiste im unteren Teil erfüllt ihren Zweck, sie schränkt aber die Displayfläche unnötig ein. Zudem wirken die Touchflächen mit ihren zweidimensionalen Icons etwas angestaubt. Schade, denn die Ansicht im Kombiinstrument ist modern und aufgeräumt.

Position des Bildschirms

Nissan setzt bei seinem Crossover auf einen 9-Zoll-Touchscreen, der mittig aus dem Armaturenbrett ragt. Das macht ihn nicht besonders ergonomisch. Während andere Hersteller ihren Bildschirm in Richtung des Fahrersitzes neigen, ist er beim Qashqai bündig mit dem Instrumententräger angebracht. Der fehlende Winkel sorgt außerdem dafür, dass der rechte Bedienknopf nur schwer zugänglich ist – um ihn zu erreichen, muss sich der Fahrer nach vorne beugen.

Fazit

Nissan hat sich mit seinem neuen Nissan Connect System im Qashqai auf das Wesentliche konzentriert. Im Kurztest funktionierte das Infotainment gut, die drahtlose Anbindung von iPhones über Apple Carplay ist hier als Stärke hervorzuheben. Abstriche müssen bei der Performance und dem Funktionsumfang gemacht werden. Das System passt insgesamt aber gut in den Nissan.