Der Opel Astra fährt in die sechste Runde! Zählt man den Vorgänger Kadett hinzu, ist es allerdings schon die elfte (!) Generation des Kompakten aus Rüsselsheim. Apropos Rüsselsheim: Der Astra L wurde in Deutschland entwickelt und im Stammwerk in Rüsselsheim produziert. Um gegen die Dauer-Konkurrenten VW Golf 8 und Ford Focus zu bestehen, hat Opel beim neuen Astra richtig aufgefahren und ihm jede Menge Technik spendiert. Endlich gibt es den Astra in der neuen Generation auch als Plug-in-Hybrid!
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Alle Infos zum neuen Opel Astra auf einen Blick:

● Astra L auf EMP2-Plattform
● Anfang 2023 folgt eine reinelektrische Version des Astra
● 4,37 Meter Länge (genau so lang wie der Vorgänger)
● 1,86 Meter Breite
● 2,68 Meter Radstand
● bis zu 422 Liter Kofferraumvolumen
● erstmals auch als Plug-in-Hybrid erhältlich (zwei Leistungsstufen)
● Motorenpalette reicht von 110 PS bis 225 PS Systemleistung

● manuelles Sechsgang-Getriebe oder Achtgang-Automatik
● bestellbar ab Herbst 2021
● Auslieferungen starten Anfang 2022
● Basispreis auf Vorgänger-Niveau (ab
22.465 Euro)

Opel Astra Hybrid
Die Front des neuen Astra ist klar gezeichnet, wirkt sportlich aber nicht aufdringlich. Neu: das "Opel-Vizor"-Markengesicht.

Design: Auch der Astra bekommt das "Opel Vizor"-Gesicht

Der neue Opel Astra ist zwar erst ab Herbst 2021 bestellbar, doch die Rüsselsheimer zeigen den Kompakten schon jetzt. Im Vergleich zum 2015 eingeführten Vorgänger Astra K ist der Neue kaum wiederzuerkennen. Er wirkt modern, sportlich und dennoch nicht überstyled. Nach den SUVs Mokka, Crossland und Grandland bekommt auch der Astra das Markengesicht mit dem charakteristischem "Opel Vizor" verpasst. Hinter Glas verbaut Opel auf Wunsch die aus dem großen Bruder Insignia bekannten "Intelli-Lux"- LED-Scheinwerfer mit insgesamt 168 LED-Elementen verteilt auf 84 Stück pro Scheinwerfer. Das Heck ist klar gezeichnet, schmale, zweigeteilte LED-Rückleuchten sind Serie, die dritte Bremsleuchte ist vertikal angeordnet. Die Kofferraumklappe mit dem mittigen Astra-Schriftzug besteht aus leichtem Kunststoff und lässt sich über das Opel-Logo öffnen. Zwei Besonderheiten des neuen Astra auf der dritten Evolutionsstufe der EMP2-Plattform sind die optisch stark nach vorne geneigte C-Säule sowie die optionale Zweifarblackierung, die es für den Vorgänger nicht gab.
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Gebrauchte Opel Astra im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt

Innenraum: Opel setzt nicht komplett auf Touchscreens

Wir steigen ein und staunen. Das Cockpit mit seinen zwei 10-Zoll-Displays sieht elegant und modern aus. Keine fetten Plastikrahmen, alles stimmig im Armaturenbrett positioniert, leicht zum Fahrer geneigt. Moment! Bevor Sie jetzt voreilig zur Kritik ansetzen – Klimabedienung und Lautstärke bleiben ablenkungsfrei justierbar. Der Astra hat Knöpfe. Sogar der Home-Button des Infotainments muss nicht krampfig auf dem Display getoucht werden, sondern hat eine eigene Taste unterm Monitor. Auch das neu gestaltete Lenkrad, dessen Hupknopf die Form des Grills zitiert, ist mit Knöpfen bestückt, die sich satt drücken lassen. Handschuh- und Brillenfach sind mit einem filzartigen Stoff ausgeschlagen. Fühlt sich trotz Plastik wertig an – auch leider nicht mehr selbstverständlich.
Opel Astra Hybrid
Im Vergleich zum Vorgänger wirkt das Cockpit hochmodern. Trotzdem behält der Astra auch Knöpfe und Tasten.

Sitzposition und Ergonomie sind gut

Gegen Aufpreis gibt es im Astra AGR-Sitze für Fahrer und Beifahrer – mit Massagefunktion, Belüftung, Heizung und Nappaleder. An Sitzposition und Ergonomie gibt es beim ersten Probesitzen nichts auszusetzen. Das vordere Gestühl ist etwas tiefer montiert als bisher, das Dach ist etwas flacher. Hinten wird es für die Knie eng, wenn der Vordersitz auf einen 1,95-Meter-Menschen eingestellt bleibt. Befindet sich vorne eine durchschnittlich gewachsene Person, dann sitzt es sich im Fond auch für Große gut. Mit einer kleinen Einschränkung allerdings, denn die Sitzfläche im Fond ist für lange Oberschenkel etwas zu kurz, Hüft- und Kniewinkel sind dadurch recht spitz. Jedoch: Kopffreiheit und Fußfreiheit sind gut, sodass sogar Redakteur Peter R. Fischer hinten quasi formschlüssig Platz findet.
Opel Astra Hybrid
Kopf- und Fußfreiheit sind gut, nur die Sitzfläche der Rückbank ist für lange Oberschenkel ein wenig zu kurz.

Im Verbrenner-Astra gibt's bis zu 1250 Liter Kofferraum

Ein weiterer Sprung nach hinten: Das Kofferraumvolumen gibt Opel mit 422 Litern bzw. 1250 Litern an. Das gilt jedoch nur für die Verbrenner-Versionen des Astra. Der auf diesen Seiten abgebildete Plug-in-Hybrid nimmt definitiv weniger Gepäck auf – einen genauen Wert rückt Opel (noch) nicht raus.

Test: Astra Plug-in-Hybrid geht überzeugend nach vorn

Hinters Steuer durfte AUTO BILD schon. Erst vor wenigen Wochen hatten wir die Gelegenheit, einen Prototyp zu fahren. Entwicklungsstand des stark getarnten Autos ist März 2021, also Halbzeit bei der Feinjustierung. Da wir die beiden 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 110 und 130 PS und den 1.5er-Diesel mit 110 PS schon kennen, war es der brandneue Plug-in-Hybrid, der uns besonders interessiert hat. Der 1.6er-Vierzylinder-Turbobenziner wird von einem Elektromotor auf der Vorderachse unterstützt. Die Batterie findet unter der Rücksitzbank Platz. In Summe ergibt das 180 PS in der kleineren und 225 PS in der größeren Leistungsstufe. Für uns steht die 180-PS-Version bereit. Mit der Kraft aus Verbrenner und E-Maschine geht der Astra überzeugend nach vorn. Über den Fahrmodi-Schalter könnten wir den rein elektrischen Modus wählen, was in den meisten Fällen für die täglichen Wege reichen sollte; wir haben noch 38 Kilometer Reichweite bei 60 Prozent Akku. Beim Fahrwerk ist aber noch mehr als etwas Feintuning nötig: Den Hybriden haben sie so straff abgestimmt, dass er sämtliche Frostaufbrüche und Bodenwellen ans Bordpersonal weitergibt (Zum ausführlichen Test des Astra-Prototyps geht es hier!)

Motoren: Die Auswahl ist gewohnt umfangreich

Die Motorenpalette des in Rüsselsheim gemeinsam mit dem Citroën C4 produzierten Astra ist gewohnt umfangreich und reicht vom Benziner mit 1,2 Litern Hubraum (110 PS oder 130 PS) und dem 130 PS starken 1,5-Liter-Diesel bis zu zwei Plug-in-Hybriden – beide mit einer 12,4 kWh-Batterie (ca 60 km nach WLTP) und 180 PS und 225 PS Systemleistung. Bei den klassischen Verbrennern haben die Kunden die Wahl zwischen Sechsgang-Handschaltung oder Achtgang-Automatik. Und der Astra soll nicht nur sportlich aussehen, sondern auch so fahren. So wurde die Verwindungssteifigkeit um 14 Prozent erhöht – besonderes Augenmerk wurde auf Fahrstabilität und Fahrspaß gelegt. Zwei Punkte, die wir schon nach der ersten Testfahrt im Prototyp bestätigen können. Zudem halten sich die Gerüchte, dass Opel zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder einen Astra OPC auf den Markt bringt. Das Topmodell könnte ebenfalls als Plug-in-Hybrid mit rund 300 PS kommen. Ganz offiziell ist: Ab Anfang 2023 wird es eine reinelektrische Variante des Astra L geben. Äußerlich vermutlich kaum vom Verbrenner zu unterscheiden. Technische Details oder Reichweitenangaben gibt es bisher jedoch noch nicht.

Opel Astra OPC
Eine OPC-Version des neuen Astra ist Gerüchten zufolge nicht abwegig – wahrscheinlich als Plug-in-Hybrid.

Ausstattung: Hightech-Features für den Astra

Gleichzeitig soll aber auch der Luxus nicht zu kurz kommen, und so stattet Opel den Astra auf Wunsch mit vielen Hightech-Features aus. Während digitale Instrumente und Smartphone-Anbing via Apple CarPlay oder Android Auto serienmäßig sind, dürften andere Ausstattungen wie Head-up-Display oder die hochmodernen "Intelli-Lux"-LED-Scheinwerfer extra kosten. Auch beim Thema Sicherheit geht Opel keine Kompromisse ein: Die Kamera in der Frontscheibe wird durch vier weitere Kameras und fünf Radarsensoren ergänzt. Mithilfe dieser Technik funktioniert auch der Geschwindigkeits-Assistent, der den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug hält und bei Modellen mit Automatik sogar selbständig wieder anfährt ("Stop & Go"-Funktion). Die bewährten Aktivsitze mit AGR-Zertifikat sind im neuen Astra zwölf Millimeter tiefer montiert als im Vorgänger.

Bildergalerie

Opel Astra Hybrid
Opel Astra Hybrid.  !!! Embargo 13.7.2021 !!!
Opel Astra Hybrid.  !!! Embargo 13.7.2021 !!!
Kamera
Galerie Opel Astra L (2022)
14 Bilder Pfeil

Preis und Marktstart: Astra L kostet exakt so viel wie der Vorgänger

Bleiben noch die wichtigen Punkte Marktstart und Preis: Bestellbar ist der neue Opel Astra ab Herbst 2021. Die ersten Kundenfahrzeuge sollen Anfang 2022 ausgeliefert werden. Die Preise liegen exakt auf dem Niveau des Vorgängers, der kurz vor dem Ende seiner Bauzeit bei 22.465 Euro startet.

Fazit

Ja, neu ist nicht immer besser – aber der neue Astra macht einen durchdachten ersten Eindruck.  Gelungenes Design, modernes Cockpit mit wenig Touch-Quatsch und aufmerksamen Details. Das tut richtig gut. Ich bin gespannt, ob der Astra so den Vergleich mit ewigen Gegner Golf bestehen kann.