Opel: Werk Bochum wird abgerissen
Im Dezember 2014 wurde der letzte Opel (ein Zafira, hier links) im Opel-Werk Bochum produziert.
(dpa) Zwei Monate nach der Schließung des Bochumer Opel-Werkes haben dort Abrissarbeiten begonnen. Außerdem würden die Hallen planmäßig leergeräumt, Maschinen abtransportiert und intern weiterverwendet oder verkauft, sagt ein Opel-Sprecher heute (5. März 2015). Bis zum 30. Juni soll das Gelände an eine Entwicklungsgesellschaft übergeben werden, die neue Betriebe ansiedeln will. Geplant ist unter anderem ein Paketzentrum. Das zentrale Ersatzteillager des Opel-Konzerns mit 700 Beschäftigten bleibt am Standort. "Wir sind traurig und wütend, dass jetzt der Abriss beginnt", sagte eine Betriebsrätin.

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Gründer Adam Opel
Opel-Fabrikgebäude 1868
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150 Jahre Opel: Die Opel-Story
Nach der Entscheidung zur Werksschließung in Bochum hatte Opel in jüngster Zeit Millioneninvestitionen in die verbleibenden Standorte angekündigt. Die Produktion des Zafira wird von Bochum nach Rüsselsheim verlagert. Opel will bis 2016 wieder in die Schwarzen Zahlen kommen. Rund 3000 Beschäftigte in Bochum stehen nun vor einer ungewissen beruflichen Zukunft. Die meisten von ihnen wechseln für maximal zwei Jahre in eine Transfergesellschaft. Das Land Nordrhein-Westfalen will dort in den nächsten Jahren neue Gewerbebetriebe ansiedeln. Die Entwicklungsgesellschaft "Bochum Perspektive 2022" rechnet dafür zunächst mit rund 50 Millionen Euro Aufwand – verteilt über acht Jahre.Mit der Werksschließung von Opel endet ein einstiges Vorzeigeprojekt des Strukturwandels an der Ruhr. Das Werk war auf früherem Bergbaugrund errichtet worden, als im Revier das Zechensterben begann. Es beschäftigte nach der Eröffnung 1962 sofort rund 10.000 Menschen – viele davon ehemalige Kumpel. Für die jetzt ausscheidenden Mitarbeiter gibt es neben der Transfergesellschaft Abfindungen. Insgesamt kostet die Schließung des Werkes das Unternehmen nach unterschiedlichen Rechnungen von Gewerkschaft und Betriebsrat zwischen 550 und 700 Millionen Euro.