Porsche Taycan Turbo S (2019): Test, Fahrbericht, Fahrleistungen

So leichtfüßig fühlen sich 2,3 Tonnen an

Der Porsche Taycan kann fast alles besser als ein 911 und bleibt dabei dank E-Antrieb sauber. AUTO BILD ist das Topmodell Turbo S gefahren!
Wir sind unterwegs im neuen Porsche Taycan Turbo S, dem ersten vollelektrischen Sportwagen aus Zuffenhausen. Ein kleiner Roadtrip von Oslo nach Göteborg. Wobei der Start in der norwegischen Hauptstadt eher durchwachsen ausfällt. Beim Einsteigen gibt's eine Kopfnuss von der tiefen A-Säule, nach dem Start noch mal eine vom Motor: Als ich auf eine viel befahrene Straße einfädeln möchte, gebe ich kräftig Gas.

Unglaublich bis schmerzhaft fällt die Beschleunigung aus

Das Zweiganggetriebe ermöglicht auch eine vergleichsweise hohe Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h.

Das Resultat ist eine Beschleunigung, die selbst uns als Autotester nachhaltig beeindruckt und meine malträtierte Birne mit Schmackes gegen den Rahmen der Kopfstütze donnert. Im 761 PS starken Overboost-Modus verspricht Porsche für den Taycan Turbo S 2,8 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h, der 680 PS starke Turbo erledigt die Übung in 3,2 Sekunden. Sprintwerte, die besonders hier in Norwegen ganz schnell den Führerschein in Gefahr bringen können. Den Ingenieuren ging es bei der Entwicklung vor allem um Fahrdynamik. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass ihnen hier niemand ans Blech fährt, gaben sie dem Taycan alles mit, was gut und teuer ist. Allradantrieb, Allradlenkung, Wankstabilisierung und sogar ein eigens entwickeltes Zweiganggetriebe, das den Spagat aus bester Beschleunigung untenrum und der hohen Endgeschwindigkeit von 260 km/h ermöglicht.

Er nimmt Kurven, wie man es von einem Porsche erwartet

Dank der Allradlenkung fährt sich der Taycan ausgesprochen agil.

Das wollen wir genauer wissen und biegen auf eine gewundene Landstraße ab. Ein einsamer aufgeschreckter Audi S6 vor uns gibt alles, um uns von der Kraft des guten alten V8 zu überzeugen. Vergeblich, den essen wir zum Frühstück. Nach einer harten Bodenwelle fällt sogar sein durchgerosteter Endtopf ab. Völlig unbeeindruckt zirkelt der Taycan dank Allradlenkung um das Hindernis herum, um die weiteren Kurven so zu nehmen, wie wir es von einem Porsche erwarten. Die Bremse, die in 90 Prozent aller Fälle nur rekuperiert, statt die Beläge zu pulverisieren, lässt sich sehr exakt dosieren. Kaum schlechter als bei einem herkömmlichen Porsche.

Einzig der Sechszylinder-Sound wird vermisst

Ein echter Porsche auch an der Säule. Der Taycan kann mit bis zu 270 kW geladen werden.

Selbst echte Drifts genehmigt das System, der Taycan lässt sich spielend um die Ecken tarieren und liegt selbst bei höchstem Tempo noch wie ein Brett auf der Straße. Ein Grund dafür ist neben der übermächtigen Regelelektronik sein tiefer Schwerpunkt, der dank der schweren Akkus im Boden niedriger liegt als beim 911. Wohl nie zuvor dürften sich 2,3 Tonnen leichtfüßiger angefühlt haben als im Porsche Taycan Turbo S. Der viertürige Sportler geht brutal. Mit ihm zeigen die Entwickler eindrucksvoll, dass ein echter Porsche auch elektrisch fahren kann. Viel besser geht es nicht. So bleibt als größter Kritikpunkt nur der Sound. Vom schmetternden 911er-Boxer träume ich noch Tage später, bei dem Soundgenerator des Taycan ist das nicht der Fall.

Malte Büttner

Fazit

Der Taycan ist bestimmt nicht das vernünftigste E­-Auto. Aber er ist die vernünftigste Art, Porsche zu fahren.
 

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