Postbank Serie: Mein erster Traumwagen Teil 10

Postbank präsentiert: Mein erster Traumwagen

Der Held aus meinem Videospiel

Unzählige Kilometer spulte Julian Rabe (25) als Teenager in einem Lamborghini Murciélago ab – virtuell. Jetzt klappt er endlich die Scherentüren hoch und erlebt die rohe Gewalt des Zwölfzylinders auf der Straße.
Das Hallentor ist nur einen Spalt weit geöffnet, darunter guckt die grimmige Front eines knallgelben Lamborghini Murciélago (deutsch: Fledermaus) hervor – flach und immer noch futuristisch wie vor 17 Jahren, als das Modell auf die Straße kam. "Genauso sah der virtuelle Showroom in ,Need for Speed: Carbon‘ aus", sagt Julian Rabe. In der Nacht zuvor hat er vor Aufregung nur wenig geschlafen. Heute trifft der 25-jährige Bremer den Videospiel-Helden aus seiner Jugendzeit, in einer Garage im schleswig-holsteinischen Halstenbek, beim Luxushändler Automotive Passion. 

Brachiale Tempo-Skulptur mit Diabolo-Genen

Julian stand schon früh auf heiße Öfen: Hier im Alter von vier Jahren auf einem Kinder-Motorrad mit Elektroantrieb.

©Privat

2008 ging Julian in die achte Klasse der Waldorfschule in Ottersberg. Leidenschaften: Fußball und PlayStation. Sein damaliger Favorit im Rennspiel war der Murciélago. Ihn faszinierte der "Sound des Zwölfzylinders verbunden mit der brutalen Optik". Die Fledermaus war der erste Lamborghini aus dem Hause Audi. 1998 hatten die Ingolstädter die italienische Sportwagenschmiede übernommen. Das avantgardistische Außendesign zeichnete Luc Donckerwolke, heute Chefdesigner bei Hyundai.

"Rennmäßiges Raumgefühl"

Bindeglied zwischen klassischen und modernen Lamborghini: 2001 debütierte Murciélago auf der IAA in Frankfurt.

©O. Tamm

Der damals erst 36-jährige Belgier formte eine brachiale Tempo-Skulptur, die das Erbe des berüchtigten Diablo antrat. Glatter ist die Fledermaus, fast zurückhaltend und dezent – so weit man das von solchen Extremautomobilen behaupten kann. Die Karosseriebasis für den Murciélago bildet ein Gitterrohrrahmen, verbunden mit Stahlblech und Kohlefaserteilen. Der Einstieg in den 580 PS starken Extremsportler ist im wahren Leben natürlich beschwerlicher als ein Knopfdruck auf dem PlayStation-Controller: hoch die Scherentür, runter mit dem Hintern, Beine sauber in den Fußraum einfädeln. Und das Ducken nicht vergessen, denn die Höhe zwischen Dach und Asphalt beträgt nur 114 Zentimeter. Die extrem tiefe Sitzposition verschafft zwar wenig Übersicht, aber ein "rennmäßiges Raumgefühl", so Julian.

Maue Qualität im Innenraum

Leder pur: Edle Häute bespannen das gesamte Cockpit. Die Verarbeitung fällt eher mäßig aus.

©O. Tamm

Er dreht den Zündschlüssel nach rechts – sogleich entfachen die Kontrolllämpchen im Instrumententräger ein Feuerwerk. Die formale Gestaltung des Cockpits steht der Außenform in nichts nach; die Verarbeitung erinnert Julian allerdings an den Ford Escort seiner Eltern. Wahrscheinlich war der Kompaktwagen qualitativ
sogar besser. Bei einer Probefahrt von AUTO BILD TEST & TUNING im Januar 2003 brach beim Lamborghini die Kofferraumentriegelung ab. Solch jämmerliche Qualität passte nicht zur Preisklasse und zum Hightech-Anspruch der Audi-Tochter.

So wird die Fledermaus zum echten Batmobil

Keine Zierde: Aus den schwarzen Kunststoffwaben schnaubt der Lamborghini heiße Abluft aus wie ein Stier.

©O. Tamm

Ein Spitzentempo von 330 km/h erreicht die Rennflunder auf der freien Bahn. So schnell ist Julian heute nicht unterwegs, glücklich ist er trotzdem, denn der Zwölfzylinder des Murciélago brüllt auch bei geringer Geschwindigkeit derart kraftvoll, dass der 25-Jährige bei jedem Tritt aufs Gas gefühlt einen "Höllenhund hinter sich zum Leben erweckt". Als sei der gelbe Flachmann nicht Show genug, fahren bei Bedarf von zusätzlicher Luftkühlung vor den hinteren Radhäusern dreieckige Luftkästen flügelförmig aus. Dies geschieht entweder automatisch oder manuell: "So wird die Fledermaus zum echten Batmobil." 

Ein leichtfüßiges Schwergewicht

Kein Spielzeug: 580 PS, 330 km/h schnell. Unter der Regie von Audi entstand 2001 der Nachfolger des legendären Diablo.

©O. Tamm

Was Julian verwundert: "Trotz knapp 1,7 Tonnen lässt er sich leichtfüßig dirigieren." 420895 Mark kostete der Murciélago zur Markteinführung 2001. Einen Porsche 911 Turbo (996) gab’s für weniger als ein Drittel. Dieses Exemplar von 2004 mit 60000 Kilometern auf der Uhr wurde gerade für 120000 Euro verkauft. "Viel Geld, doch solche handgearbeitete Renntechnik für die Straße wird es in dieser Form kaum noch geben" sagt Julian und schaut wehmütig auf den Carbonkeil. Daheim erwartet ihn ein entfernter Konzernverwandter: ein Audi A3, zweite Generation. Nicht ganz so aufregend – aber zumindest bricht da nichts ab. 

Wir bringen auch Sie und Ihr Traumauto zusammen!

AUTO BILD und die Postbank suchen Sie und Ihr Traumauto. Alles was sie dafür tun müssen ist, die nachfolgende Teilnahmefrage zu beantworten. Viel Glück! 
Es gelten die Teilnahmebedingungen für Gewinnspiele auf autobild.de. Mitarbeiter des Axel-Springer-Konzerns und der Partnerfirmen dürfen nicht teilnehmen. Ausgeschlossen sind außerdem Personen, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland leben. Teilnahme ab 18 Jahren.

Autor: Matthias Techau

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.