WRC

Die Rallye-Boliden der WRC-Saison von 2018

Rallye Großbritannien

Weltmeister Ogier schlägt zurück

Der Titelverteidiger gewinnt einen turbulenten WM-Lauf und schließt zwei Rallyes vor Saisonende die Lücke zu Tabellenführer Thierry Neuville.
An diesen Sieg hatte Sébastien Ogier (34) noch am Freitag keinen Gedanken verschwendet. Nach einem Ausrutscher war der Ford-Pilot zwischenzeitlich auf Rang acht zurückgefallen, während Toyota-Werksfahrer Ott Tänak (30) bei der Rallye Großbritannien scheinbar mühelos auf seinen vierten Sieg in Folge zusteuerte. Zwei Tage später stand Ogier zum vierten Mal in der laufenden Saison ganz oben auf dem Podest und liegt zwei Rallyes vor Saisonende plötzlich wieder in Schlagdistanz zu Tabellenführer Thierry Neuville (30). Mit einer letzten Bestzeit hatte der fünfmalige Weltmeister einen überzeugenden Schlusspunkt unter eine turbulent verlaufende Veranstaltung gesetzt. „Was für eine Rallye! Ott hätte ich aus eigener Kraft nie einholen können“, gab Ogier nach der Zieldurchfahrt zu.

Ogier hat im WM-Kampf zurückgeschlagen

Tatsächlich wurde Tänak durch schier unglaubliches Pech gestoppt. Bei der harten Landung nach einer Sprungkuppe verlor sein Toyota Yaris WRC (1,6-Liter-Turbomotor, rund 380 PS, Allrad) den Unterfahrschutz unter dem Motor. Dabei wurde offenbar auch der Kühler beschädigt – der zu diesem Zeitpunkt mit 42 Sekunden führende Tänak stellte den heißer werdenden Motor sicherheitshalber ab.
Am Sonntag holte er mit repariertem Auto zwar noch vier WM-Punkte als Zweitschnellster auf der sogenannten Powerstage. Doch mit dieser mageren Ausbeute sackte er wieder auf Tabellenrang drei ab. „Das war’s dann wohl mit dem Titel“, sagte Tänak angesichts von jetzt 21 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Neuville.
Aber auch der WM-Spitzenreiter tat Verfolger Ogier einen Riesen-Gefallen – Neuville  warf seinen Hyundai am Samstag in einen Graben und benötigte Zuschauerhilfe, um überhaupt weiterfahren zu können. Durch den Zeitverlust kam der Belgier aber am Ende nicht über Rang fünf hinaus. Sein Vorsprung vor Ogier beträgt jetzt nur noch sieben Punkte. 
Mit Tänak und Neuville aus dem Rennen um den Sieg, bekam es Ogier mit Jari-Matti Latvala (33) im zweiten Werks-Toyota zu tun. Der Finne übernahm am Sonntag sogar kurzzeitig die Führung. Allerdings machte dem finnischen Schotter-Spezialisten dann eine Besonderheit der Rallye Großbritannien einen Strich durch die Rechnung. Zwei der 23 Wertungsprüfungen wurden auf Asphalt ausgetragen, einem Untergrund, auf dem Ogier auch auf Schotter-Reifen für gewöhnlich deutlich schneller ist als Latvala.
Nur auf diesen beiden Prüfungen war Ogier 10,8 Sekunden schneller als Latvala – im Ziel betrug sein Vorsprung 10,6 Sekunden. „Wären wir nur auf Schotter gefahren, hätte ich Jari-Matti wohl den Sieg überlassen müssen“, war sich Ogier bewusst. 
Unter ähnlichen Bedingungen läuft der nächste WM-Lauf in Spanien (25. bis 28. Oktober) ab. Dort wird die erste Etappe auf Schotter, die zweite und dritte auf Asphalt gefahren.

Autor: Christian Schön

Fotos: Red Bull Content Pool

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