Mégane E teilt sich die Plattform mit dem Nissan Ariya
● Bis zu 470 km Reichweite nach WLTP
● Der Preis wurde noch nicht bekannt gegeben

Marktstart und Preis: Das Elektroauto ist bereits konfigurierbar

Renault erweitert die Mégane-Baureihe als Teil des Renaulution-Plans um ein Elektro-Crossover. Der Mégane E-Tech Electric, kurz Mégane E genannt, basiert auf der CMF-EV-Plattform des Nissan Ariya und wird bis auf weiteres parallel zu seinen Namensgeschwistern mit Verbrenner angeboten. Mit denen hat der Mégane E nur noch den Namen gemeinsam, was schon die kompakteren Abmessungen deutlich machen. Trotz seines Crossover-Auftritts wildert er also eher im Revier von VW ID.3 statt ID.4. Die Reichweite beziffert Renault mit bis zu 470 Kilometer. Marktstart ist zwar erst im März 2022, das Auto ist aber bereits konfigurierbar. Die finalen Bestellungen sind einen Monat früher möglich, dann will Renault auch Preise nennen. Die dürften bei unter 40.000 Euro starten. (Diese neuen Autos kommen noch 2021.)
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Abmessungen: So groß ist der E-Tech Electric

● Länge: 4,21 m
● Breite: 1,78 m
● Höhe: 1,5 m
● Radstand: 2,7 m
● Gewicht: 1524 kg
● Kofferraumvolumen: 440 l
Renault Mégane E-Tech Electric
Die Proportionen lassen den Mégane E-Tech deutlich größer erscheinen, als er tatsächlich ist.

Optik: Der Mégane E trägt das neue Renault-Logo

Trotz relativ kompakter Abmessungen kommt der Mégane E optisch bullig daher. Dazu tragen die in die Fahrzeugecken gerückten Felgen zwischen 18 und 20 Zoll genauso bei wie die farblich abgesetzten Radhäuser. Die Front wird von Z-förmigen Tagfahrleuchten und flachen LED-Scheinwerfern geprägt. Letztere sind mit automatischem Fernlicht ausgestattet, das je nach Straße (Innenstadt, Landstraße, Autobahn) das Streubild anpasst. Mittig prangt das neue Renault-Logo. Unter der Fronthaube ist nicht nur der Motor, sondern auch die gesamte Klimatechnik untergebracht, was im Innenraum zu mehr Platz führt. Interessant sind auch die Türgriffe. Sie sind in den vorderen Türen serienmäßig versenkbar. Die hinteren sitzen versteckt in den C-Säulen.

Renault Mégane E-Tech Electric
Die Ladekante ist sehr hoch. Dahinter befinden sich dafür 440 Liter Stauvolumen und ein tiefer Ladeboden.

440 Liter Stauvolumen

Das Heck des Mégane E erinnert mit seiner winzigen Heckscheibe und den flachen Rücklichtern an den Range Rover Evoque. Ein Highlight im Wortsinn sind die Rückleuchten, die mit ihrem gefrästen Innenleben einen 3D-Effekt erzeugen. Hinter der Heckklappe stehen 440 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung. Dadurch, dass der Elektromotor auf der Vorderachse sitzt, ist der Ladeboden sehr tief und erlaubt mehr Platz. Leider ist die Ladekante enorm hoch, was das Beladen erschweren dürfte.

Innenraum: Infotainment mit Google entwickelt

Im Cockpit des Mégane E geht es digital zu. Serienmäßig ist eine Einheit aus digitalen Anzeigen und vertikalem Infotainment-Bildschirm verbaut, die Renault "OpenR" nennt. Das Digitalcockpit ist konfigurierbar und zeigt neben animierten Rundinstrumenten auch die aktiven Fahrhilfen, die Navi-Karte und diverse Informationen zu Musik, Fahrzeugdaten und mehr an.
Renault Mégane E-Tech Electric
Bis auf die vielen Hebel an der Lenksäule sehr aufgeräumtes Cockpit. Infotainment auf Android-Basis.

Das Infotainment wurde zusammen mit Google entwickelt und setzt auf Android Automotive OS, wie es etwa auch der Polestar 2 nutzt. Neben den gängigen Google-Diensten ist auch ein Routenplaner speziell fürs Elektroautoauto integriert. Das Infotainment reagiert verzögerungsfrei und scheint ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zu bisherigen Renault-Systemen zu sein. Kabelloses Apple CarPlay und Android Auto beherrscht das System ebenfalls. Zur Klimabedienung gibt es unterhalb des Infotainments noch eine Knopfleiste.

Holz, Leder und recycelte Materialien

Durch die nach vorne gerückten Klimaaggregate gibt es im Cockpit nicht nur viel Platz für die Passagiere, sondern enorm viel Raum für Ablagen und Fächer. 30 Liter sollen es insgesamt sein, selbst der Mitteltunnel ist im Grunde eine einzige große Stau- und Ablagemöglichkeit. Der Nachteil: Dadurch musste der Gangwählhebel an die Lenksäule wandern. Dort sitzen jetzt nicht weniger als vier Hebel und Bediensatelliten, drei davon rechts. Das könnte in der Praxis zu Verwirrung und Bedienfehlern führen. Davon abgesehen wirkt das Cockpit durchdacht und hochwertig, so sind etwa die Türablagefächer mit Filz ausgekleidet. Viele Oberflächen bestehen aus recycelten Materialien. In der obersten der drei Ausstattungslinien gibt es Holz-Zierleisten und Ledersitze.
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Im Fond geht es eng zu

Im Fond ist es nicht ganz so luftig. Bein- und Kopffreiheit sind zwar auch für Erwachsene gut; ein Verdienst des langen Radstandes und der flachen Batterie. Die Füße lassen sich aber nur mit Mühe unter die Vordersitze quetschen. Und ab einer Körpergröße von etwa 180 cm beginnt die Fensterkante auf Höhe der Augen, was zu einem beengten Raumgefühl führt. Darüber hinaus fehlen Nettigkeiten wie eine klappbare Mittelarmlehne oder eine dritte Klimazone. Das können andere besser.
Renault Mégane E-Tech Electric
Generell geht das Platzangebot im Fond in Ordnung. Die obere Fensterlinie beeinträchtigt allerdings das Raumgefühl.

Fahrbericht: Der Franzose hat einen spritzigen Antritt

AUTO BILD ist den Mégane E-Tech mit dem 60 kWh großen Akku bereits gefahren. Dank der nur etwas mehr als 1600 Kilogramm Leergewicht und 218 PS spurtet der Franzose erstaunlich spritzig aus dem Stand los. Die Lenkung reagiert schnell und erstaunlich direkt – bleibt aber irgendwie gefühllos. Die unterschiedlichen Fahrmodi verändern zwar den Charakter des Autos, die meisten Kunden werden aber wohl mit dem Komfort-Modus abgeholt. Auch hier ist der Fahrspaß noch immer garantiert. Den ausführlichen Fahrbericht gibt es hier zu lesen

Antriebe: Zwei Leistungsstufen zum Marktstart

Zum Marktstart wird es für den Mégane E zwei Motorvarianten geben, beide mit Vorderradantrieb. Der schwächere Motor bringt es auf 96 kW (130 PS) und 250 Nm Drehmoment, während der stärkere 160 kW (218 PS) und 300 Nm Drehmoment bringt. Dann beschleunigt das gut 1,6 Tonnen schwere Crossover in 7,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt. Die Motoren wurden laut Renault komplett neu entwickelt und sollen bei größerer Leistungsausbeute kompakter und leichter sein als noch im Renault Zoe. Verantwortlich dafür sind unter anderem eine Ölkühlung und ein effizienteres Thermomanagement. (Alle wichtigen Infos zum Umweltbonus.)

Akku und Reichweite: Besonders sichere Batterie

Bei den Batterien haben Kunden die Wahl zwischen 40 und 60 kWh, die Reichweiten von bis zu 300 km respektive 470 km nach WLTP ermöglichen sollen. Geladen werden kann mit maximal 130 kW, eine Schnellladesäule vorausgesetzt. Im besten Fall lässt sich dann in 30 Minuten Strom für bis zu 300 Kilometer Reichweite nachladen. An der Wallbox kann mit sieben, optional mit 22 kW geladen werden.
Renault Mégane E-Tech Electric
Bei Wechselstrom kann mit sieben kW (opional 22 kW) geladen werden. Bei Gleichstrom sind es maximal 130 kW.

Spannend: Renault hat die Akkus mit speziellen Zugängen für die Feuerwehr versehen. Eventuelle Batterie-Brände sollen so in wenigen Minuten effizient gelöscht werden können, ohne dass das Fahrzeug stundenlang in Spezial-Containern unter Wasser gehalten werden muss. Ebenfalls in die Kategorie Sicherheit gehören die maximal 26 Fahrassistenzen, die der Mégane E mitbringt.

Fazit

Mit dem Mégane E-Tech Electric hat Renault einen schicken Elektro-Crossover vorgestellt. Die Antriebs- und Batterietechnik dürfte sich mindestens auf Höhe der Konkurrenz befinden, das Infotainment sogar ganz vorne mitspielen. Schön, dass auch Sicherheitsaspekte nicht zu kurz kommen. Lediglich das Platzangebot im Fond enttäuscht.