Schön ist der Renault Mégane, aber nicht frei von Fehlern. Denn so charmant der Franzosen-Golf uns auch anlächelt, an den Schwächen der dritten Generation kann man nicht vorbeisehen. Die Hoffnung liegt auf Nummer 4. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!

Renault Mégane IV (Typ RFB)

Bauzeit: seit 2016
Motoren: 90 PS (dCi 90) bis 300 PS (R.S.)
Preis: ab 8500 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2015): 5 Sterne 
Renault Mégane Energy TCe 130
Die Sportversion des französischen Kompakten heißt R.S.
Das ist er:
Der Nachfolger des Renault 19 läuft bereits seit 25 Jahren, die aktuell vierte Auflage seit März 2016. Das moderne Design mit dem typischen Renault-Gesicht wirkt frisch, die bereinigte Modellpalette umfasst ein fünftüriges Schrägheck und den Kombi Grandtour (ab 9/2016). Das Coupé́ und auch das Cabrio CC wurden eingestellt, das Stufenheck gibt es nicht in Deutschland.

Das kann er: Der Innenraum des 4,36 Meter langen Fünftürers (Kombi 4,63 m) bietet vernünftige, wenn auch nicht üppige Platzverhältnisse und eine durchaus gepflegte Atmosphäre. Doch die Bedienung über den hochkant stehenden Berührungsbildschirm ist ziemlich wirr. Bei den Benzinern gibt es über die Jahre nicht weniger als acht Leistungsstufen zwischen 100 und 300 PS im Topmodell R.S. Trophy TCe 300/R.S. Trophy-R. Die Dieselmotoren reichen von 90 bis 165 PS.

Das macht Ärger: Im AUTO BILD-Dauertest über 100.000 Kilometer schaffte ein Mégane TCe 130 die Note 2. Ausfälle blieben dem kompakten Franzosen erspart, allerdings mussten die Koppelstangen getauscht werden. 2017 wurde eine Rückrufaktion durchgeführt, weil die Kinderschutzsicherung eine Fehlfunktion zeigte.

Renault Mégane III (Typ Z)

Bauzeit: 2008 bis 2016
Motoren: 90 PS (1.5 dCi) bis 265 PS (TCe R.S.)
Preis: ab 2700 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2008): 5 Sterne
Renault Mégane  Energy dCi 110
Die dritte Generation des Mégane wurde 2012 und 2014 überarbeitet.
Das ist er:
Der gallische Golf-Konkurrent streckt sich in der dritten Auflage seit Ende 2008 auf 4,30 Meter (Kombi 4,56 m, ab Juni 2009), zeigt ein durchaus gefälliges und damit auch wieder mehrheitsfähiges Design. Neben dem Schrägheck und dem Kombi Grandtour gibt es die dreitürigen Varianten Coupé́ (ab Januar 2009) und das Blechdachcabrio (Juni 2010). Das vom Mégane abgeleitete und auf dem Samsung SM3 basierende Stufenheck namens Fluence startete im August 2010.

Das kann er: Für ein Familienauto leistet sich die dritte Mégane-Generation zwei Fehlerchen. Das Fahrwerk erweist sich im Alltag als etwas zu straff abgestimmt. Dieser Mégane glänzt nicht als Franzosen-Sänfte, sondern zeigt sich durchaus sportlich engagiert: gut für die Agilität, schlecht für den Komfort. Zudem geht es in der zweiten Reihe dann doch ziemlich eng zu, große Gäste werden auf langen Strecken nicht so richtig glücklich.

Das macht Ärger: Zwei Mal gab es einen Rückruf. 2009 und 2012 störten eine fehlerhafte Schweißnaht am Bremspedal und nachlassende Bremskraftverstärkung. Am 1.5er Diesel musste die Lage der Einspritzpumpe neu justiert werden.

TÜV-Urteil

Fahrwerk
Wahrlich kein Ruhmesblatt für den Mégane, nur das aktuelle Modell kann beim ersten TÜV-Termin bis auf die Achsaufhängung überzeugen. Nummer drei leidet dagegen unter Problemen mit Federn, Dämpfern, Achsaufhängung und den Lenkgelenken.

Licht
Auch hier lässt einen nur der Mégane Nummer vier nicht im Dunkeln stehen, schafft Mängelwerte nahe am Durchschnitt. Beim Vorgänger sieht es dagegen sowohl vorn als auch hinten eher finster aus, nur Blinker und Warnblinker zeigen sich fast durchgängig unauffällig.

Bremsen
Die guten Nachrichten zuerst: Bremsleitungen und -schläuchen kann man bis ins hohe Alter vertrauen, hier zeigen sich kaum überdurchschnittliche Mängelquoten. Auch mit der Fußbremse treten eher selten Probleme auf. Die Feststellbremse zickt dagegen ab der vierten HU gern rum. Und die Bremsscheiben zeigen sich schon ab dem zweiten TÜV-Besuch stärker angegriffen als der Schnitt aller Probanden.

Umwelt

Ölverlust oder eine defekte Auspuffanlage treffen den Mégane eher selten, bei der Abgasuntersuchung patzt er im Alter von fünf bis neun Jahren aber öfter. (Mehr zum Renault Mégane: alle Generationen, News und Videos)

Fazit
Empfehlen lässt sich mit Blick auf die HU nur der aktuelle Mégane ab 2016, der sich mit frischem Design und einigermaßen solider Technik Freunde schafft. Sein Vorgänger zählt in puncto Dauerhaltbarkeit nicht zu den Topmodellen. Viele kleine und große Probleme können die Beziehung zu dem sympathischen Franzosen stärker belasten, als einem lieb ist.