Wer schon mal selbst die Reifen an seinem Auto gewechselt hat, weiß, wie kräftezehrend und schweißtreibend der Tausch der Räder mit dem Radkreuz sein kann. Ein Schlagschrauber erleichtert die Arbeit ungemein, vor allem, wenn an mehreren Autos die Reifen gewechselt werden müssen. Dann lohnt sich die Anschaffung. Der Schlagschrauber spart Kraft und Zeit. Im Frühjahr 2017 hat AUTO BILD zwölf Schlagschrauber, die genau genommen Impulsschrauber heißen, getestet. So viel vorweg: Nicht alle Geräte überstanden den Härtetest.

Welche Arten von Schlagschraubern gibt es?

Welche Arten von Schlagschraubern gibt es?

Pfeil
Druckluft-Schlagschrauber: Der Druckluft-Schlagschrauber kommt in den meisten Werkstätten zum Einsatz. Im Gegensatz zum Elektro-Schlagschrauber ist er oft belastbarer, überhitzt nicht so schnell und kann ein höheres Drehmoment erreichen. Er wird, wie der Name schon sagt, über Druckluft angetrieben, dafür ist ein Kompressor erforderlich.
Elektro-Schlagschrauber: Für den Reifenwechsel zweimal im Jahr ist ein Elektro-Schlagschrauber vollkommen ausreichend. Diese werden über einen E-Motor angetrieben. Sie werden entweder direkt an die Steckdose angeschlossen oder an den 12-Volt-Stecker im Auto. Besonders komfortabel sind Modelle mit Akku.
Akku-Schlagschrauber im Test
DTW 285
Makita
DTW 285

AUTO BILD-Urteil: 5/5 Punkten

  • handliches Gerät
  • geringes Gewicht
  • ordentliche Leistung
  • kommt mit zweitem Akku
Preis 538,00 €

Schlagschrauber-Test: Die 12-Volt-Modelle enttäuschen

Schlagschrauber im Test
Mthilfe eines Skidmore-Wilhelm-Prüfstands werden Anzugs- und Lösemoment der Schrauber gemessen.

Da sie für den heimischen Räderwechsel absolut ausreichend sind, hat AUTO BILD sich beim Schlagschrauber-Test (2017) auf Elektro-Schlagschrauber konzentriert. Da es bei Preis und Stromversorgung deutliche Unterschiede gibt, wurden die Modelle in drei Gruppen aufgeteilt: 12-Volt-Schlagschrauber, Akku-Schlagschrauber und 230-Volt-Schlagschrauber.
Schnell wird klar, dass sich die günstigen 12-Volt-Modelle nur für den absoluten Notfall eignen. Einzige Ausnahme: Der Schrauber von Einhell, der zwar auch nicht gerade vor Kraft strotzt, aber zumindest ordentlich funktioniert. Doch Finger weg von billigen Produkten wie dem von AEG. Bereits nach kürzester Zeit brechen Zähne des porösen Kunststoffzahnrads im Schlagwerkantrieb – geht gar nicht! Als ebenso nutzlos erweist sich der einstellbare Drehmomentwert bei den Modellen von Mannesmann und AEG. Der Sollwert weicht am Ende deutlich vom tatsächlichen Wert ab. Kleiner Trost: Die Digitalanzeige des viel teureren Michelin-Schraubers mit 230-Volt-Stromversorgung arbeitet genauso unpräzise. Generell bieten die steckdosengebundenen Geräte viel mehr Kraft und lassen sich mit schnellerer Schlag-Taktung auch komfortabler benutzen. Sie sind aber relativ schwer und unheimlich laut. Dank ausreichend Power und relativ geringem Gewicht setzt sich das Gerät von Güde hier an die Spitze.

Schlagschrauber Test 2020

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Makita DTW 285 (Li-Ion-Akku)
AUTO BILD Urteil: 5 / 5 Punkten
2.
Hazet 9212-3 (Li-Ion-Akku)
AUTO BILD Urteil: 4,5 / 5 Punkten
3.
Ryobi R18IW3 (Li-Ion-Akku)
AUTO BILD Urteil: 4,5 / 5 Punkten
1.
Einhell CC-HS12 (12-Volt)
AUTO BILD Urteil: 2,5 / 5 Punkten
4.
Bosch GDS 18V-EC 250 (Li-Ion-Akku)
AUTO BILD Urteil: 4 / 5 Punkten
2.
Mannesmann M01725 (12-Volt)
AUTO BILD Urteil: 2 / 5 Punkten
3.
Hengda Impact Wrench (12-Volt)
AUTO BILD Urteil: 1,5 / 5 Punkten
4.
AEG SD 340 (12-Volt)
AUTO BILD Urteil: 1 / 5 Punkten
1.
Güde ESS 350 (230-Volt)
AUTO BILD Urteil: 4 / 5 Punkten
2.
Michelin M-SS 1050 (230-Volt)
AUTO BILD Urteil: 3,5 / 5 Punkten
3.
Unitec Schlagschrauber Premium (230-Volt)
AUTO BILD Urteil: 3 / 5 Punkten
4.
Cartrend Profi-Schlagschrauber (230-Volt)
AUTO BILD Urteil: 2,5 / 5 Punkten
 
*Preise sind die Einkaufspreise der Testkandidaten

Akkuschrauber: Reifenwechsel wie in der Formel 1 

Die Königsklasse stellen die akkubetriebenen Geräte dar. Mithilfe dieser hochwertigen Werkzeuge fühlt sich der Reifenwechsel wie in der Formel 1 an. Alle Modelle bieten genügend Kraft, um auch feste Schraubverbindungen sicher und einfach zu lockern. Maximal 675 Newtonmeter Lösemoment sind beachtlich. Praktisch, dass die Akkuschrauber von Makita, Hazet und Ryobi ihre Power in drei Stufen walten lassen können. Bosch verzichtet bei seinem Fabrikat leider auf diese Funktion.

Schlagschrauber im Test - Stärken und Schwächen

Marke und Modell
Stärken
Schwächen
AUTO BILD Urteil
Abzweigung
Einhell CC-HS12 (12-Volt)
Abzweigung
Abzweigung
Mannesmann M01725 (12-Volt)
Abzweigung
Abzweigung
Hengda Impact Wrench (12-Volt)
Abzweigung
Abzweigung
AEG SD 340 (12-Volt)
Abzweigung
Abzweigung
Güde ESS 350 (230-Volt)
Abzweigung
Abzweigung
Michelin M-SS 1050 (230-Volt)
Abzweigung
Abzweigung
Unitec Schlagschrauber Premium (230-Volt)
Abzweigung
Abzweigung
Cartrend Profi-Schlagschrauber (230-Volt)
Abzweigung
Abzweigung
Makita DTW 285 (Li-Ion-Akku)
Abzweigung
Abzweigung
Hazet 9212-3 (Li-Ion-Akku)
Abzweigung
Abzweigung
Ryobi R18IW3 (Li-Ion-Akku)
Abzweigung
Abzweigung
Bosch GDS 18V-EC 250 (Li-Ion-Akku)
Abzweigung
Kann als einziges von den 12-Volt-Geräten halbwegs überzeugen.
Hat den Test unbeschadet überstanden
Günstigster Schrauber im Test.
-
Günstig, solide Verarbeitung und genügend Kraft bescheren Güde den Sieg in der 230-Volt-Klasse.
Die Drehmoment-Vorwahl ist ein nettes Feature, jedoch leider viel zu ungenau.
Bietet gerade noch ausreichend Power, ist solide verarbeitet und gut in der Handhabung.
-
Handliches Gerät, das mit Kompaktheit, geringem Gewicht und ordentlicher Leistung überzeugt. Praktisch: Kommt mit zweitem Akku.
Im harten Werkstattalltag punktet der Hazet-Schrauber mit solider Verarbeitung und kräftigem Drehmoment.
Preiswerter und kräftiger (bestes Lösemoment) Schrauber mit prima Ausleuchtung (DreifachLED).
Leicht, handlich und schnelle Akkuladezeit.
Das Gerät hat nur mäßig Kraft.
ermüdungsfreies Arbeiten ist damit nicht möglich
Miese Verarbeitung und schlechtes Schlagwerk, hat dennoch gehalten.
Bereits nach wenigen Minuten defekt! Heftige Schläge ins Handgelenk schmerzen auf Dauer
-
Sehr schwer und groß.
-
Schon nach kurzer Zeit hat sich die Sperrkugel aus der Werkzeugaufnahme verabschiedet. Mäßig verarbeitet.
-
Jedoch schwer und teuer.
ohne Koffer, kein bürstenloser Motor.
Jedoch vergleichsweise schwache Leistung. Unpraktisch: nur eine Leistungsstufe.
2,5 / 5 Punkten
2 / 5 Punkten
1,5 / 5 Punkten
1 / 5 Punkten
4 / 5 Punkten
3,5 / 5 Punkten
3 / 5 Punkten
2,5 / 5 Punkten
5 / 5 Punkten
4,5 / 5 Punkten
4,5 / 5 Punkten
4 / 5 Punkten

Schlagschrauber kaufen: Das ist zu beachten

Egal für welche Stromzufuhr man sich entscheidet: Beim Elektro-Schlagschrauber sollte man darauf achten, dass er ausreichend Drehmoment bringt. Im Test zeigte sich, dass die 12-Volt-Modelle die Leistung zum Lösen von Radmuttern nur selten aufbringen. Am komfortabelsten sind die kabellosen Akku-Schlagschrauber. Wer für den privaten Gebrauch einen Druckluft-Schlagschrauber anschaffen will, sollte darauf achten, dass der Kompressor ausreichend Luft abgibt (nicht unter 150 Liter/Minute). Die Kompressoren, die zu den Schlagschraubern mitgeliefert werden, bringen diese Leistung meist nicht, sodass ein anderer Kompressor zugekauft werden muss.
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Reifenwechsel mit Schlagschrauber

Der Schlagschrauber macht den Reifenwechsel deutlich leichter und spart Zeit. Wer einen Akku-Schlagschrauber nutzt, sollte darauf achten, dass der Akku geladen ist, damit er volle Leistung bringt. Beim Lösen der Radmuttern ist es wichtig, die Kraft richtig zu dosieren, ansonsten können die Schrauben zerstört werden. In der Regel sind 500 bis 600 Newtonmeter ausreichend. Da alle getesteten Geräte viel Lärm machten, empfehlen wir ausdrücklich, beim Arbeiten immer einen Gehörschutz zu tragen. Wichtig: Nach dem Reifentausch das korrekte Drehmoment mit dem Drehmomentschlüssel einstellen.

Fazit

von

Christian Bruns
Schon für knapp 60 Euro gibt es vernünftige Schlagschrauber, die das Reifenwechseln erleichtern. Wer eine Steckdose in der Garage hat, ist mit den 230-Volt-Modellen gut bedient. Richtig Spaß macht's mit den teuren Akkugeräten, da sie Arbeiten auch ohne Stromquelle ermöglichen. Dagegen sind die 12-Volt-Schrauber nur Spielzeug.

Von

Christian Bruns