Seat Leon (2020)

Seat Leon (2020)

Seat Leon (2020): ST, FR, Hybrid, Preis

Der neue Leon sieht aus wie ein Tarraco

Der Leon ist für Seat das wichtigste Modell des Jahres. Wie gut ist die vierte Generation? AUTO BILD macht den ersten Check!
Was für VW der Golf, ist für Seat der Leon: Nur wenige Monate nach der Präsentation des Golf 8 bringt Seat die vierte Generation des Leon auf den Markt. Ab April 2020 steht der Kompakte als Fünftürer und als Kombi beim Händler. Der Dreitürer entfällt!

Design: Leon mit neuem Markengesicht

Schon auf den ersten Blick ist klar: alles neu beim Leon. Die Front trägt das Markengesicht und erinnert an Tarraco und Cupra Formentor. Genau wie die beiden SUVs trägt der Leon einen schmalen Grill und nach hinten versetzte Scheinwerfer. Ganz neu: LED ist ab sofort Serie, gegen Aufpreis gibt es Voll-LED.

Das durchgängige Leuchtband steht dem Leon bestens. Es kostet allerdings Aufpreis.

Die Sahneseite des Leon ist das Heck. Dem aktuellen Trend folgend bekommt der Kompakte ein durchgängiges Leuchtenband inklusive dynamischen Blinkern und Lichtinszenierung beim Aufschließen – was leider nicht Serie ist. In der Basis werden die Rückleuchten mit einem Reflektor verbunden, ähnlich wie beim Tarraco. Bei den Auspuffrohren müssen sogar Profis zweimal hinschauen, bevor klar wird, dass der Leon in der gezeigten FR-Line Fake-Endrohre hat – die, zugegeben, gut gemacht sind. Seat hat besonders viel Wert darauf gelegt, dass die Endrohre nicht sofort als Attrappen erkennbar sind und dafür sogar Tests im Lichttunnel durchgeführt. Für Freunde echter Auspuffrohre gibt Designdirektor Alejandro Mesonero teilweise Entwarnung und verspricht: "Bei Cupra wird es solche Attrappen nicht geben!"

Abmessungen: Radstand auf Octavia-Niveau

Der Seat Leon Kombi heißt weiterhin Sportstourer. Im Bild: der Plug-in-Hybrid.

Im Vergleich zum seit 2012 angebotenen und mehr als eine Millionen Mal verkauften Vorgänger wurde die A-Säule nach hinten verschoben, die Front des Leon wurde verlängert. "Länge" ist ein gutes Stichwort, denn der Kompakte ist gewachsen. Der Fünftürer misst jetzt 4,37 Meter (86 Millimeter mehr als bisher), der Kombi ist 4,64 Meter lang (plus 93 Millimeter). Das kommt auch dem Radstand zugute, der bei der vierten Generation auf knapp 2,69 Meter wächst (plus 50 Millimeter). Damit liegt er deutlich vor dem Golf 8 (2,64 Meter) und exakt auf dem Niveau des neuen Skoda Octavia, der ebenfalls auf der MQB evo-Plattform steht. Gleichzeitig ist der Leon minimal schmaler geworden (minus 17 Millimeter), was man ihm aber nicht ansieht.

Innenraum: Viel Platz auf der Rückbank

Der Innenraum des Leon ist aufgeräumt, geradezu minimalistisch – fast alle Knöpfe und Tasten wurden eingespart. Im Vergleich zum Golf 8 wurden sogar die Schnellwahltasten rund um den Warnblinker weggelassen. Das Display sitzt jetzt höher als beim Vorgänger und liegt besser im Blickfeld des Fahrers. Eine weitere Analogie zum Golf 8 ist der winzige "Shift-by-Wire-Schaltknauf" in der Mittelkonsole, den nur die DSG-Versionen bekommen.

Die Platzverhältnisse im Fond sind mehr als üppig. Die ansteigende Fensterlinie stört die Sicht nach draußen.

Platzangebot und Sitzposition des Leon bieten keinen Grund zum Meckern, und die Übersicht nach vorne ist top. Vollends überzeugen kann der Leon im Fond. Nicht nur der Einstieg wurde erleichtert, auch die Platzverhältnisse wurden deutlich verbessert – hier spürt man die fünf Zentimeter mehr Radstand im Vergleich zum Golf 8. Besonders elegant gelöst sind die in das umlaufende Ambientelicht integrierten Sicherheitsfunktionen, darunter der Totwinkel-Assistent oder der Ausstiegs-Assistent, der vor nahenden Radfahrern warnt.
Gleichstand zwischen Wolfsburg und Barcelona herrscht beim Kofferraumvolumen, das mit 380 Litern identisch ist. Erst bei umgeklappten Rücksitzen liegt der Leon mit 1300 Litern wieder vorne. Die Kombiversion Leon ST bietet ab sofort 617 Liter und somit 30 Liter mehr als der Vorgänger.

Seat Leon (2020)

Connectivity: Basis-Leon mit analogen Instrumenten

Seat Leon (2020): Neuvorstellung - Sitzprobe - kompakt - Infos

Neuer Leon auch als Plug-in-Hybrid

Auch im Innenraum hat Seat den Leon rundum erneuert. Besonders stolz sind die Spanier auf die Connectivity und erklären, dass der Leon das erste voll vernetzte Auto der Marke sei. Herzstück ist das voll digitale 10,25 Zoll große Kombiinstrument, das kinderleicht über die rechten Lenkradtasten zu bedienen ist. Anders als den Golf 8 gibt es den Leon in der Basisversion aber noch mit analogen Rundinstrumenten, was vor allem Fans des analogen Zeitalters freuen dürfte. Das Infotainment-Display sitzt ab sofort auf der Mittelkonsole und misst 8,25 Zoll. Gegen Aufpreis gibt es einen Zehnzoll-Touchscreen mit Navi, Android Auto und kabellosem Apple Carplay. Das System wurde vollständig von Seat entwickelt und funktionierte im ersten Kurztest einwandfrei.
Bei der Sprachsteuerung haben die Spanier nachgelegt. So kann der Fahrer im Leon über Sprachbefehle verschiedene Fahrzeugfunktionen steuern, darunter die Klimaanlage. Eine kleine Spielerei ist auch dabei: Das Aktivierungswort lautet: "¡Hola, hola!" Ab Mitte Juni 2020 ist zudem Amazon Alexa an Bord. Eins zu eins aus dem Golf 8 stammen die Sensortasten für die Lichteinstellungen links neben dem Lenkrad. Was fehlt, ist ein Head-up-Display – das ist im Leon nicht mal gegen Aufpreis erhältlich. Schade.

Motoren: XXL-Antriebspalette

Genau wie den Golf 8 gibt es den Leon mit einer XXL-Motorenpalette. Erhältlich sind TSI-, TDI- und CNG-Motoren, dazu Mildhybride und erstmals auch ein Plug-in-Hybrid. Los geht's mit dem wahlweise 90 oder 110 PS starken 1.0 TSI-Dreizylinder. Darüber rangiert der 1,5-Liter-TSI mit 130 oder 150 PS. Der größte Benziner unterhalb des bereits bestätigten Cupra Leon ist der 2.0 TSI mit 190 PS, den es in dieser Leistungsstufe nicht im Golf 8 gibt.

In der Basis kommt der Leon mit 16-Zoll-Felgen. Der FR hat immer 17 Zoll, 18-Zöller kosten extra.

Bei den Dieselmotoren setzt Seat auf einen 2.0 TDI in drei Versionen, die alle die Abgasnorm Euro 6d erfüllen sollen. Die CNG-Variante (Erdgas) hat 130 PS und soll 440 Kilometer Reichweite bieten. Ganz neu sind die beiden Mildhybride (1.0 TSI mit 110 PS und 1.5 TSI mit 150 PS) inklusive 48-Volt-Bordnetz und DSG. Beim Plug-in-Hybrid setzt der Leon auf den gleichen 1.4 TSI mit 204 PS und rund 60 Kilometer rein elektrischer Reichweite (wie beim Golf 8). Nur ein paar Monate nach dem auf April 2020 terminierten Marktstart für Fünftürer und Kombi soll der Cupra Leon in mehreren Leistungsstufen erhältlich sein.

Preis: Leon günstiger als Golf 8?

Keine Veränderungen gibt es bei den Ausstattungslinien Reference, Style, Xcellence und FR. Bleibt noch die Frage nach dem Preis: Offiziell macht Seat noch keine Angaben, aber AUTO BILD rechnet mit einem Startpreis unter 20.000 Euro. Vermutlich dürfte der 90-PS-Benziner in der Basis sogar minimal günstiger als der Golf 8 werden.
Fazit Der neue Seat Leon ist ein gutes Auto – ansprechende Optik, gepaart mit moderner Connectivity und einer breiten Motorenpalette. Aber: Mit den neuen Generationen gleichen sich Seat Leon und VW Golf noch mehr an. Am Ende bleibt es eine Geschmacksfrage. Wem der Golf 8 zu langweilig designt ist, der greift zum stylishen Seat. Mehr Platz gibt es obendrauf!

Stichworte:

Kompaktklasse

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