Skodas kleiner Dauerbrenner glänzt mit Erstwagenqualitäten und gutem Werterhalt. Beim TÜV bekommt das jüngere Modell die deutlich besseren Noten. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!

Skoda Fabia (Typ NJ)

Bauzeit: 2014 bis heute
Motoren: 60 PS (1.0) bis 125 PS (1.4)
Preis: ab 4800 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2014): fünf Sterne

Skoda Fabia Style 1.2 TSI
Seit 2014 gibt es die dritte Generation des Fabia.
Das ist der Fabia

Ein größeres Facelift, Basis ist weiterhin der Polo, dessen Modellwechsel machte der Fabia bei seiner Modellpflege im Juni 2017 nicht mit. Mit 3,99 Metern einen Zentimeter länger als sein Vorgänger, geräumig genug als Erstwagen, und im Fond bietet der Fabia mehr Raum als die meisten Kleinen. Sein Kofferraum taugt mit 330 bis 1150 Litern für die meisten Alltagsaufgaben, noch mehr Ladetalent bringt der Combi (505 bis 1485 Liter) mit.
Hinweis
Skoda Fabia im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt  

Das kann der Fabia

Viel! Der Komfort reicht in die nächsthöhere Klasse, die Sitze sind recht ordentlich, das Fahrwerk gibt sich handlich und präzise. Nur die Motorenpalette wurde stark reduziert, endet bei 110 PS. Zwar hat Skoda mit dem R5 einen Fabia für Rallyes homologiert, doch in der Serie gab es nur kurz ein Sondermodell (125 PS). Vielfahrer schauen seit dem Facelift 2017 in die Röhre, da verschwanden die letzten 1.4 TDI (90/105 PS) aus dem Sortiment.

Das macht Ärger beim Fabia

Gelegentlich Kleinigkeiten wie schmatzende Türdichtungen, Lack mit Orangenhaut oder faltige Sitzbezüge. Dazu vereinzelt Probleme mit der Anbindung verschiedener Smartphones. Selten Turboladerschäden, aber immer noch hoher Verschleiß der Steuerketten des 1.2 TSI.

Skoda Fabia (Typ 5J)

Bauzeit: 2007 bis 2014
Motoren: 60 PS (1.2) bis 180 PS (RS)
Preis: ab 1200 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2007): vier Sterne

Skoda Fabia
Materialien und Federung sind für einen Kleinwagen top.
Das ist der Fabia

Die tschechische Verwandtschaft des Polo, im dezenten Prager Barock gestaltet. Der 5J ist im Kofferraum sogar etwas größer als der Nachfolger, und ansonsten gibt es auch wieder einen Combi. Materialien und Federung sind für einen Kleinwagen top, ESP sowie Front-, Seiten- und Kopfairbags ab dem Start serienmäßig an Bord.
Hinweis
Service-Tipp: Fehlerdiagnose und Wartung mit der Carly-App  

Das kann der Fabia

Für einen Kleinwagen sehr erwachsen fahren. Sogar einen GTI-Gegner brachte Skoda, der RS mit 180 PS hat richtig Feuer. Mit dem Facelift kamen sparsame und laufruhige 1.2 TSI ins Programm, die jedoch schnell mit Steuerkettenschäden für andauerndes Aufsehen sorgten. Auch die Doppelkupplungsgetriebe laufen mit zunehmender Dauer nicht so reibunglos wie zu Beginn.

Das macht Ärger beim Fabia

Die Motoren kommen langsam in die Jahre, an Pumpe-Düse-Dieseln schlagen die Injektoren ein oder werden undicht; am 1.2-Benziner gehören je nach Fahrprofil die Steuerketten zu den Verschleißteilen. Auf Rasseln beim Kaltstart achten, das signalisiert eine fällige Kette. Und der starke 180-PS-Motor überfordert auf Dauer die Doppelkupplung. Am wenigsten Ärger machen die Saugmotoren.

TÜV-Urteil

Fahrwerk

Frühere Schwächen der Radaufhängungen sind kein Thema mehr, die Lenkung schneidet gar vorbildlich solide ab. Schelte gibt es für Federbrüche ab dem neunten Jahr; zwei Jahre später tritt dann auch erster Rost beim Fabia auf. Der Typ NJ bleibt hier unauffällig.

Licht

Der Neue leuchtet bis auf gelegentlich falsch eingestellte Scheinwerfer vorbildlich, der Alte hat deutlich zu oft mangelhafte Rückleuchten. An beiden gut: die vordere Beleuchtung. (Mehr zum Skoda Fabia: alle Generationen, News und Videos)

Bremsen

Abgesehen von den durchweg zu häufig beanstandeten Bremsscheiben eine klare Zweiteilung: Über den Neuen können die Prüfer kaum klagen, der Alte hat dagegen viel zu oft Probleme mit der Wirkung der Fußbremse und ab dem neunten Jahr auch mit der Handbremse.

Umwelt

Die Motoren des älteren Fabia neigen ab dem Facelift öfter zu Ölverlust als davor; der Auspuff des 5J ist generell ein Problem. Die AU absolvieren beide erfolgreich, der Jüngere erweist sich als vorbildlich.

Fazit

Der aktuelle Fabia beweist einen deutlichen Qualitätssprung gegenüber seinem Vorgänger und schneidet besonders im Umwelt-Kapitel gut ab. Der Neue absolviert die HU etwas öfter mängelfrei als der Durchschnitt. Für den Vorgänger gilt das Gegenteil, allerdings beweist auch er Durchhaltevermögen und verbessert sich, relativ betrachtet, mit zunehmendem Alter. Bemerkenswert: die für Kleinwagen hohe Laufleistung.