Der Skoda Kodiaq absolviert die erste Hauptuntersuchung trotz hoher Laufleistung mit etwas weniger Mängeln als der Durchschnitt. Ein gelungenes TÜV-Debüt – abgesehen von den unterdimensionierten Bremsscheiben. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD-TÜV-Report!

Skoda Kodiaq

Bauzeit: seit 2017
Motoren: 125 PS (1.4 TSI) bis 245 PS (2.0 TSI RS)
Preis: ab 20.000 Euro
Insassensicherheit (Euro-NCAP-Crashtest 2017): 5 Sterne
Das ist er: Der technische Bruder des VW Tiguan II wirkt auch nach vier Jahren noch frisch und sammelt mit hoher Variabilität und einer großen Motorenpalette viele Fans. Die Scout-Ableger treten betont rustikal auf und haben Allrad serienmäßig, die Sportline-Modelle übernehmen die Rolle der Dynamiker im Programm. Gebaut wird der Kodiaq auf der weit verbreiteten MQB-Plattform im tschechischen Kvasiny. Der Einstiegs-Benziner mit 1,4 Litern und 125 PS wich bereits 2018 einem 150 PS starken 1,5-Liter-Aggregat. Der 240 PS starke TDI RS fiel im September 2020 aus dem Programm. Spitzenmodell ist seit Juni 2021 der 245 PS starke 2.0 TSI RS. 2020 gab es die erste Modellpflege, eine gründlichere Überarbeitung folgte dann im Juni 2021.
Hinweis
Skoda Kodiak im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt
Das kann er: Ausgewogen fahren mit sehr hohem Abrollkomfort dank serienmäßigem Einstellfahrwerk und vielen pfiffigen Detaillösungen. Die Beinfreitheit im Fond liegt auf Luxusklasseniveau, der Kofferraum übertrifft fast alle Kombis. Im Dauertest von AUTO BILD, in dem ein Kodiaq Scout 4x4 mit dem 190-PS-TDI quer durch Europa gejagt wurde, gab es am Ende die Note 2+. Warum nicht besser? Weil sich kurz vor Testende erst der Startknopf verabschiedete und kurz danach noch Fehler im Steuergerät der Dämpferregelung für derben Abrollkomfort sorgten. Ohne Beanstandungen blieben dagegen der Motor und das in der Vergangenheit immer wieder kritisierte DSG-Getriebe.
Skoda Kodiaq Style 2.0 TDI 4x4 DSG
Der Laderaum fasst 650 bis 2065 Liter. Ideal für Hobby und den Großeinkauf.

Das macht Ärger: Abgesehen von einem Rückruf im Jahr 2019, bei dem ein Bauteil des Beifahrersitzes getauscht werden musste, und einiger Volkswagen-Konzernmängel wie lahme bis störrische Navis, leichte Knarz- und Klappergeräusche etc. lässt sich der Kodiaq nichts zu Schulden kommen. Viel mehr geht nicht auf der Plattform des VW Golf.

Das TÜV-Urteil

Fahrwerk
Achsaufhängungen, Federn und Dämpfer, Antriebswellen, Lenkanlage, Lenkgelenke, Rost: In allen Unterordnern glänzt der Tscheche mit 0,0 Fehlerpunkten, lässt sich bei der ersten HU nichts zu Schulden kommen.
Licht
Hier sieht es etwas düsterer aus. Aber wirklich nur ein bisschen. Leuchtmittel versagen vorn und hinten, das Abblendlicht scheint zum Himmel. Aber alles immer noch sehr selten und weit unter dem Schnitt der geprüften Fahrzeuge. Völlig unauffällig: Blinker und Warnblinker.
Bremsen
Was ist denn hier los?! Die Bremsscheiben entstammen der kompakten Basis und sind den rund 1,8 Tonnen Kodiaqmasse nicht gewachsen, fallen mehr als doppelt so oft wie im Durchschnitt auf. Schade, der Rest der Bremsanlage leistet sich keine Patzer.
Hinweis
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Umwelt
Hin und wieder verhindert das Motormanagement die neue Abgasuntersuchung, ab und an kommt es zu Ölverlust an Motor und Getriebe. Noch weniger Schwächen leistet sich die Abgasanlage, die im ersten Prüfdurchlauf absolut unauffällig blieb.

Fazit

von

AUTO BILD
Ein großer, sehr bequemer und klug gemachter Familienwagen. Als Diesel lässt sich der Kodiaq mit unter acht Liter Verbrauch bewegen. Sein TÜV-Debüt ist gelungen. Auffällig jedoch ist die hohe Anzahl mangelhafter Bremsscheiben.