Der Kleinste ist im Stadtverkehr der Größte. Und auch bei seinen Schwächen bleibt der Smart fortwo dem Motto treu: Wenig ist mehr. Doch auch viel Kleinvieh macht Mist. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!

Smart fortwo (Typ 453)

Bauzeit: 2014 bis heute
Motoren: 61 PS (1.0) bis 109 PS (Brabus)
Preis: ab 4500 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2014): 4 Sterne
Smart Fortwo III
Daimlers Winzling ist als Gebrauchter sehr beliebt.
Das ist er:
Ein Topmodel für volle Städte mit Idealmaßen: Konkret bedeutet das eine Länge von 2,70 Metern und Minimal-Wendekreis. Dabei sorgen die auf 1,66 Meter gewachsene Breite und das auf 1,55 Meter angehobene Dach für smarte Platzverhältnisse und gute Fahreigenschaften. Auch die Handschaltung (oder wahlweise das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe) tragen zum verbesserten Fahrkomfort des Zwergs bei. ABS, ESP und fünf Airbags gehören zur Serienausstattung. Die markante Knubbelnase des Typs 453 ist den verschärften Fußgängerschutzanforderungen geschuldet.

Das kann er: Wendig und komfortabel durch die City flitzen. Zum Start gab's zwei Dreizylinder-Benziner: einen 1,0-Liter mit 71 PS und einen turbogeladenen 0,9-Liter mit 90 PS. Anfang 2015 folgte ein schwächerer 1,0-Liter mit 61 PS. Im Brabus sind bis zu 109 PS erhältlich. Statt eines Diesels gibt’s seit 2017 einen Elektro-Smart.
Hinweis
Smart fortwo im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt     
Das macht Ärger: Radios sind manchmal gestört, die Start-Stopp-Automatik versagt wegen eines defekten Pedalsensors den Dienst und sorgt für Liegenbleiber. Ein Rückruf 2017 betraf die Feststellbremse, die an Kraft verliert und den fortwo nicht mehr ausreichend sichern konnte.

Smart fortwo (Typ 451)

Bauzeit: 2007 bis 2014
Motoren: 45 PS (cdi) bis 98 PS (Brabus)
Preis: ab 1300 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2007): 4 Sterne
Smart Fortwo
Den Smart 451 gibt es auch als Cabrio.
Das ist er:
Die zweite Smart-Generation, alltagstauglicher, agiler, mit mehr Kofferraum als der Ur-Smart. Mittlerweile steht er für alte Zeiten, was die niedrigen Gebrauchtwagenpreise deutlich machen. Die zweite Generation ist 20 Zentimeter länger - das macht Querparken noch illegaler, sorgt drinnen aber für mehr Platz. Gut: das Sicherheitspaket mit ESP und Bremsassistent. Qualitativ ist auch das Interieur etwas besser verarbeitet als beim Vorgänger. Auf Wunsch gibt es zudem ein Navi mit großem Display und Bluetooth-Funktion.

Das kann er: Grundsätzlich macht der Typ 451 (fast) alles besser: kräftigere Motoren, kürzere Schaltzeiten. Seit 2012 fährt er auch elektrisch. Dann aber ist er teuer, aufgrund der Batteriemiete auch im Unterhalt. Gut: Es gibt Diesel (nicht mehr im 453). Schlecht: Partikelfilter gab es erst ab Sommer 2009 in Serie. Der Rest darf nachrüsten.

Das macht Ärger: Die Klimaanlage muss zum Teil jährlich neu befüllt werden - da die Werkstätten mit der Lecksuche oft überfordert sind. Die Lackqualität ist nicht die beste, klappernde Lenkungen, pfeifende Gebläsemotoren. Das Sonnenrollo kann aus der Halterung fallen, der Regensensor saugt die Batterie leer. 

TÜV-Urteil

Fahrwerk
Der Kleine zeigt sich hier groß: Die Werte von Achsaufhängung, Federn und Dämpfern sowie Lenkanlage und -gelenken liegen unter den Quoten anderer TÜV-Prüflinge. Die Antriebswellen sind makellos. Rost bleibt im Rahmen und bewegt sich auf durchschnittlichem Niveau.
Hinweis
Smart fortwo im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt     
Licht
Insgesamt befriedigend. Fehlgeleitetes Abblendlicht monieren die Prüfer bei beiden Modellen überproportional häufig. Am Typ 451 auch die hintere Beleuchtung. Das vordere Licht und die Blinkanlage sind besser als der Klassenschnitt. (Mehr zum Smart fortwo: alle Generationen, News und Videos)

Bremsen
Die Bremsanlage altert langsam, der Smart erlaubt sich wenig Auffälligkeiten. Bei Bremsscheiben und -schläuchen sind es gar keine. Die Bremsleitungen werden am elfjährigen Typ 451 fast doppelt so oft wie im Schnitt moniert.

Umwelt

Ausgerechnet in der Ökobilanz gibt's die Rote Karte: Ölverlust ist beim alten Smart ein Problem, Rost an der Auspuffanlage und Motormanagement-Mängel bei beiden. Die Note 5 kassieren die Siebenjährigen.

Fazit

Er ist und bleibt der Held der Großstadt. Um aber als Musterschüler vorzufahren, fehlt noch eine Ladung Zuverlässigkeit. Denn der Smart leistet sich kleine Fehltritte. Rostende Auspuffanlagen und Ölleckagen am Motor sind die größten Batzen. Das mittelmäßige Licht-Kapitel könnte wohl durch bessere Pflege der Smart-Besitzer aufgehellt werden.